Wie wäre es mit einer Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark? Dabei kannst du Rotwild, Wildschweine, Kraniche und viele andere einheimische Tiere erleben. Sogar echte wildlebende Elche gibt es hier zu sehen! Das war für uns ausschlaggebend auf Entdeckungstour in Nordeuropas grösstes Hochmoor zu gehen.

Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark

Wildlife-Safaris kennt man sonst nur aus Afrika. Dort kann man als zahlender Tourist bequem im Auto durch die Nationalparke fahren und wilde Tiere beobachten. Aber im kleinen Europa? Zugegeben, als ich das erste Mal von Lille Vildmose las, war ich skeptisch. Ist das nicht eher ein auf Wildnis getrimmter Freizeitpark? Ein grosser Zoo, wo die Tiere doch nur eingesperrt sind? dann erfuhr ich, dass 2017 in diesem Gebiet wieder ein paar Elche ausgewildert wurden. Das war dann auch der Zeitpunkt, wo ich mir sagte, dahin musst du mal!

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Wo befindet sich Lille Vildmose?

Lille Vildmose ist mit 7.600 Hektar das grösste Naturschutzgebiet Dänemarks. Obwohl der Name auf deutsch Kleines Wildmoor bedeutet, ist es das grösste Hochmoor Nordeuropas. Es befindet sich im östlichen Nordjütland auf der Halbinsel Himmerland.  Nahe an der Küste der Ostsee (Kattegat) gelegen, ist in rund 28 Kilometer nordwestlich Aalborg zu erreichen.

Das Gebiet ist mit den öffentlichen Buslinien Route 56: Aalborg – Mou und Route 58/458: Hobro – Hadsund über Als und Ster Hurup zu erreichen. Von der Busstation muss man dann noch ca. 1,5 Kilometer zu Fuss laufen. Wohl auch deshalb fahren viele Dänen lieber mit dem Auto hierher. Ich selbst habe die Busverbindung nicht benutzt, denn im Rahmen unseres Urlaubs waren wir mti dem Auto in der Region unterwegs.

Von den ursprünglichen 5.000 Hektar Hochmoorfläche befinden sich noch ungefähr 2.000 Hektar im Naturzustand. Die Vegetation der Hochmoorfläche wird von verschiedenen Torfmoosarten, Wollgras und Zwergsträuchern dominiert. Nur vereinzelt finden wir niedrige Moorbirken oder Bergkiefern. Am Rande des Moores wachsen Pfeifengras, Birken und Erlen. Diese Zone ist mancherorts gut erhalten, was selbst in naturnahen Hochmooren eher selten der Fall ist.

Insgesamt hat das Moor in dem ungestörten, südlichen Moorabschnitt eine Mächtigkeit von fünf Metern. Im Norden des Gebietes beträgt die Mächtigkeit meistenteils zwischen 1,50 Meter und 2 Meter. Im Gebiet liegen die Seen Lillesø und Toftesø, in dem Gebiet des heutigen Vildemosegård die nunmehr ausgetrockneten Seen Birkesø und Møllesø.

Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark - Rastplatz am Lillesø

Entstehungsgeschichte

Das Gebiet von Lille Vildmose war während der Steinzeit vor ca. 7.000 Jahren noch von einem sich ausbreitenden Meer bedeckt. Noch heute findet man unter den Torflagen die Küstenablagerungen des damaligen Littorina-Meers. Heutige Erhebungen wie die Mulbjerge oder Tofte Bakke waren einstige Inseln in diesem Meer. In darauf folgenden Jahrhunderten hob sich die Landfläche und das Meer zog sich zurück. Westlich der heutigen Ostseeküste bildete sich eine flache Lagune mit mehreren Strandwällen. Vor etwa 2.500 Jahren entstand diese Brackwasserlagune.

Mit der weiteren Landhebung wurde die Lagune immer mehr vom Meer abgeschnitten. Ein flacher See mit ausgeprägte Schilflandschaften entstand. Am Rand der Inseln in höhergelegenen Uferbereichen wuchsen Wälder mit Eichen, Erlen, Birken und Kiefern. Wohl um das Jahr 500 wanderten die ersten Torfmoose ein und das Hochmoor fing an zu wachsen. Während der Eisenzeit lebten an der Stelle der vier grossen Seen noch Bauern und bewirtschafteten das Land. Langsam stieg das Wasser durch hervorquellendes Grundwasser an. Aus den besiedelten Ebenen entstanden die Seen Lillesø und Toftesø, in dem Gebiet des heutigen Vildemosegård die nunmehr ausgetrockneten Seen Birkesø und Møllesø. 

Diese vier Seen waren nie vom Torfmoos zugewachsen. Vielleicht war das mineralhaltige Grundwasser dafür verantwortlich. Mehr als 1.200 Jahre konnte das Hochmoor ungestört wachsen. Langsam bildete sich das grösste Hochmoor Nordeuropas. Ein Moor kann jedes Jahr vier bis fünf Millimeter wachsen. Die grössten Torfschichten sollen hier eine Dicke von bis zu fünf Metern haben! Bis zum Jahr 1750 war das Moor hier ein ödes, unwegsames und von den Menschen gefürchtetes Gebiet.

Zum Ende des 18. Jahrhundert kam es zu grösseren Trockenlegungen, Torfabbau und zur Landgewinnung für die Landwirtschaft auch im Bereich des Moores. Der Dänenkönig Friedrich V. verschenkte das Gebiet des Moores an seinen Berater Graf Adam Gotlob Moltke. Als Bedingung sollte der Graf die flachen Seen für landwirtschaftliche Nutzung entwässern. Ein erster, zwei Kilometer langer Kanal wurde per Hand ausgehoben. Dieser Kanal entwässerte den See Møllesø. Danach folgte die Entwässerung des Birkesø und 1762 wurden schliesslich auch die Seen Lillesø und Toftesø trockengelegt.

1762 kaufte der Baron Schimmelmann grosse Teile des Moorgebietes. Bis Ende des 20. Jahrhunderts blieben diese Flächen im Besitz der Familie. Dank des grossen Interesses an der Jagdausübung existieren heute noch wichtige Teile des Hochmoores und des einzigartigen Waldgebietes.

1767 wurde der Haupthof Vildmosegården gebaut. Seit dem Ende der Steinzeit wurde das Gebiet wieder landwirtschaftlich genutzt. Im nordwestlichen Teil des Gebietes wurde mit dem Stechen von Torf begonnen. Die Entwicklung der Industrie löste einen grossen Bedarf an Brennstoff aus. Ein Kanal wurde gegraben, auf dem man den Torf zu den Fabriken transportierte. 1936 kaufte der dänische Staat grosse Flächen im nördlichen Teil auf und begann eine massive Entwässerung. Eine eigene Torfbahn wurde errichtet, mit der das gewonnene Torf abtransportiert wurde.

Die noch verbliebenen Reste des Hochmoores wurden gegen Ende des 20. Jahrhunderts unter Schutz gestellt. Doch noch heute sind grosse Teile der staatlichen Moorflächen an eine Firma verpachtet, die Torfmulch für den Gartenbau gewinnt. Diese Enttorfung wird wohl noch zwanzig Jahre fortgeführt. Die abgegrabenen Flächen werden wieder aufwendig renaturiert. Der bislang erhaltene Bereich von Lille Vildmose kann bei der Wiederbelebung wichtige Auslösefunktionen haben.

Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark - Moosheide im Portlandmosen

Die Pflanzenwelt des Gebietes

Im Torfmoor gedeihen nur wenige Pflanzen. Denn hier überleben nur die, welche sich an die nahrungsarme Umgebung anpassen können. Heidekraut, Moosbeere und Moor-Wollgras sind weit verbreitet. Die Moltebeere kommt selten im Gebiet vor. Im Hochmoor fehlen Bäume. Diese haben auf den Moorflächen keine Verbindung zum Grundwasser. Am Rande des Hochmoores wachsen Birken und Weiden.

Aufgrund der noch andauernden Entwässerung aus früheren Jahren verbreiten sich aber auch Bäume und Büsche. Im Bereich des Portlandmosen hat man bereits in die ehemaligen Kanäle Staudämme gebaut, um dem Moorbereich wieder seinen benötigten Wasserstand zu gewährleisten. Problematischer ist aber die immer weiter zunehmende Nährstoffeintragung durch Luftverunreinigung und Niederschläge. Mit den aus Industrie und Landwirtschaft kommenden zusätzlichen Nährstoffen wird die auf Nährstoffarmut angewiesene Pflanzengesellschaft des Hochmoores zerstört.

Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark - Waldeidechse auf dem Plankensteg

Die Tierwelt von Lille Vildmose

Vögel sieht man überall im Moor. Die Moorflächen nördlich von Toftesø und Lillesø und die renaturierten Bereiche sind beliebte Brut- und Rastgebiete. Unter anderem kann man hier Rohrweihe. Kranich und Fasan beobachten. Der See Toftesø wurde im Jahr 1964 wieder gewässert. Seitdem zieht er jedes Jahr Tausende von Zugvögeln an. Hier am See befindet sich auch die grösste dänische Kolonie von rund 4.000 Kormoranen.

Seit 1998 brüten regelmässig zwei der drei in Dänemark heimischen Paare Steinadler hier. Gut versteckt in den Wäldern sind ihre Horste. Vom Vogelturm Toftesø kann man die Adler aber sehr oft am Himmel kreisen sehen. Wenn man Glück hat, erlebt man einen Adler bei der Jagd auf einen Kormoran. Im Winter wird im Wald bei Høstemark den grossen Raubvögeln ein Futterplatz angeboten. Dann schlagen sich Seeadler, Steinadler und andere Raub- und Rabenvögel um das ausgelegte Aas.

Seit mehr als einhundert Jahren sind die Wälder von Høstemark und Tofte vor dem unbefugten Zugriff des Menschen geschützt. Eingezäunt gibt es hier einen grossen Bestand genetisch reinen  dänischen Rotwilds. Ständig leben rund 550 Tiere hier. Ebenfalls wurden hier wieder 150 Wildschweine erhalten. Leider ist es schwierig, die grossen Säuger zu beobachten. Nur mit einem Führer darf man den Wald abseits der frei gegebenen Routen betreten. Die Chancen für Allein-Entdecker stehen aber an den neuen Aussichtstürmen nicht schlecht.

Am 23. Juni 2016 wurden zunächst fünf junge Elche im Gebiet ausgewildert. Diese sollten aber nicht nur eine Attraktion für Naturfreunde sein. Vielmehr sollen die Elche die Ausbreitung von Gehölzen bremsen. Somit kommt ihnen eine wertvolle Rolle als Landschaftspfleger zu. Die Tiere stammen aus Südschweden und kommen genetisch den Elchen sehr nahe, die einst – bis zu ihrer Ausrottung – in Dänemark lebten.

In den ersten zwei Jahren wurden die Elche noch mit Halsbändern versehen und telemetrisch überwacht. Nach dem Ende des Projekts wurde aber das Monitoring der Elche eingestellt. Nach den Aussagen der befragten Parkmitarbeiterin im Lille Vildmose Centret die aktuelle Zahl der Elche und deren genauen Aufenthaltsorte unbekannt. Glücklicherweise gelang es uns aber bei unserer Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark eine Elchkuh mit ihrem Kalb zu beobachten. Doch dazu später mehr.

Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark - Rotwild am Wald von Høstemark

Erlebnismöglichkeiten im Gebiet

Das Betreten des Gebietes auf öffentlichen Wegen ist erlaubt. Teilweise ist die Naturschutzgebietsfläche mit einem Zaun umzäunt. An den Zufahrtsstraßen ermöglichen Tore die Ein- und Ausfahrt. Viehgitter in den Toren verhindern, dass die im Gebiet gehaltenen Rinder und Pferde (und wohl auch das hier heimische Schalenwild) das Gebiet verlassen kann.

Mit dem Auto, einem Bus der Gebietsverwaltung, mit dem Fahrrad oder auch zu Fuss kann das Gebiet entdeckt werden. An den Aussichtstürmen und an anderen interessanten Stellen im Gebiet stehen begrenzte Parkmöglichkeiten zur Verfügung.  Im Portlandmosen und bei Paraplymosen kann man zu Fuss das Hochmoor auf einem Plankenrundweg erkunden.  Die Wälder bei Høstemark und Tofte, sowie das Moor Tofte gehören der Stiftung Aage V. Jensen und dürfen nur mit geführten Touren betreten werden.

Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark - Besuchergruppe im Portlandmosen

Lille Vildmose Centret

Als Ausgangspunkt für die Wildlife-Safari in Lille Vildmose bietet sich das Lille Vildmose Centret an. 1767 wurde der Haupthof Vildmosegården gebaut. Direkt neben dem alten Gebäude befindet sich heute das natur- und kulturgeschichtliche Zentrum für Lille Vildmose. Das Besucherzentrum bietet von März bis November naturkundliche und kulturgeschichtliche Informationen. Außerdem werden von hier aus regelmäßig Naturwanderungen angeboten.

Mit spannenden In- und Outdooraktivitäten können hier nicht nur Kinder das Moor und dessen Bewohner kennenlernen. In der interaktiven Ausstellung erhält man vielfältige Zugangsmöglichkeiten zur Natur vor Ort. Im Kino laufen schöne Naturfilme. Mit dem Flugsimulator kann man sich wie ein Adler fühlen und in der Naturwerkstatt kommt man schon einmal den Pflanzen und Tieren des Moores näher.

Wir selbst haben uns die Ausstellung leider nicht angesehen, denn wir wollten möglichst viel Zeit für unsere Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark verwenden.

Im Aussenbereich wartet der alte Torfzug, der Besucher bis zum See Birkesø und wieder zurück zum Besucherzentrum fährt. Leider fuhr aufgrund Corona die Bahn nicht. Desweiteren wartet ein grosser Naturspielplatz auf tobende Kinder. Diese können zum Beispiel in einem Spinnennetz oder in einem Adlerhorst spielen. Oder man steigt auf den zwölf Meter hohen Aussichtsturm und geniesst die schöne Aussicht auf das Moor.

Im Wildschweinpferch können die in Dänemark seltenen Wildschweine beobachtet werden. Denn diese Tiere waren im Land ausgerottet. Die Wildschweine im Wald Høstemark sind bis auf wenige Ausnahmen die einzigen frei lebenden Wildschweine in Dänemark.

Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark - Libelle am Wegweiser :-)

Unsere Tour bei Komoot

Wir haben uns entschlossen, uns mit dem Auto auf Wildlife-Safari durch das Gebiet zu begeben. So konnten wir bequem die einzelnen Aussichtspunkten anfahren und uns unabhängig im Gebiet bewegen. Im Besucherzentrum haben wir uns eine Karte mit den notwendigen Informationen besorgt. Die im Gebiet errichteten Aussichtstürme haben alle einen kleinen Parkplatz für eine beschränkte Anzahl von PKW. Einige der Türme befinden sich direkt an den Parkmöglichkeiten, an anderen Türmen muss man auch schon mal laufen. Aber das war uns nur willkommen.

Einige Beobachtungen machten wir auch im freien Feld. Da war es gut, das Auto als Deckung zu haben. Auch zeitmässig war es gut, dass wir das Auto dabei hatten. Denn auch in Dänemark wird es irgendwann dunkel. Zudem gibt es unterwegs so viel zu Sehen, zu Erleben und zu Fotografieren. Dazu bräuchte man mehr als einen Tag. Mir wäre das Recht gewesen, jedoch darf man im Gebiet nicht zelten, campen oder anderweitig übernachten.

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Highlights in Lille Vildmose

Highlights am laufenden Band gab es für mich in Lille Vildmose. Das muss ich ehrlich sagen! Selten kam ich so wildlife-geflasht am Ende des Tages nach Hause. An jeder Ecke konnte man Natur entdecken. So viele Wahnsinnseindrücke stürmten an diesem einen Tag auf mich ein.

Alles aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Was allein an Fotos entstanden sind, könnte ein ganzes Buch füllen. Oder einen abendfüllenden Diavortrag. 🙂 Aber so beschränke ich mich nur auf die allerschönsten Momente.

Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark - wilde Elchkuh mit ihrem Kalb

 

Am Aussichtsturm Brandvagttårnet angekommen, erwartete uns ein etwas grösserer, asphaltierter Parkplatz. Die Ausstattung liess schon auf regen Besucherverkehr schliessen. Am Ende des Parkplatzes steht der Turm. Über eine Wendeltreppe geht es den Turm hinauf. Oben angekommen, waren nur noch zwei weitere Besucher auf der Plattform. Von hier oben haben wir einen sehr guten Überblick über den zentralen Teil von Lille Vildmose. Neben den Narben, die der Torfabbau hinterlassen hat, blickt man in das ursprüngliche Moor. Auch in die bislang wieder renaturierten und sich selbst überlassenen Bereiche bekommen wir Einblick.

Der Turm hat allerdings die Eigenschaft, recht windanfällig zu sein. Ein schwacher Windstoss genügt und der Turm schwankt. Zum Fotografieren nicht die beste Voraussetzung. Beim Absuchen der Umgebung mit dem Fernglas respektive dem Teleobjektiv erblicken wir den Elch. Erst die Elchkuh, die sich gerade am Schilf gütlich tat. Dann den kleinen hellbraunen Punkt. Das Elchkalb. Das sind die Momente, in denen ich erst einmal innerlich tief durchatmen muss. Die Ruhe bewahren, nicht hektisch werden. Mittlerweile kenne ich die Grundfunktionen meiner NIKON D5100 im Schlaf.

Eine knappe Viertelstunde können wir die beiden beobachten. Dann nährt sich der Tourbus aus dem Zentrum mit der Rentnergruppe, der wir schon im Portlandmosen begegnet sind. Alle von ihnen erklimmen natürlich den Turm. Allein durch das Treppensteigen fängt er an zu schwanken. Nicht schön. Die beiden Elche fühlen sich durch die lachende Rentnerschar gestört udn verziehen sich. Wir auch. Schade!

Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark - Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze im Portlandmosen

Am Rundwanderweg in Portlandmosen muss man sein Auto ebenfalls auf dem Parkplatz stehenlassen. Ein gut ausgebauter Plankenweg führt rund durch das dortige Moor. Gut finde ich, dass der Weg auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist.

Auch hier sind wir anfangs allein. Ruhe strahlt das Moor aus. Die Sonne kommt hervor und wir starten unser Abenteuer. Auf dem rund 1,6 Kilometer langen Rundweg durch alle vor Ort erhalten geblieben Torfzonen samt dem ehemaligen Torfgewässern. Wollgras und Sonnentau (Foto) finden wir. Zudem weitere typische Moorpflanzen. Zahlreiche Waldeidechsen tanken noch einmal Wärme auf den Holzplanken. Libellen umschwirren und viele Singvögel lassen noch ihre Lieder ertönen. Sogar ein Braunkehlchen können wir beobachten.

Bis uns dann eine Rentnergruppe während einer geführten Exkursion entgegenkommt. Allesamt schön in Reih und Glied. Ruhe vorbei. Wir beeilen uns, aus dem Blickfeld der Gruppe zu kommen.

Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark - Rotwild am Høstemark Wald

Am Rovfugletårnet haben wir zwar keine See- oder Steinadler gesehen. Aber wir konnten am Waldrand gegenüber der bevorstehenden Rotwildbrunft zuschauen. Ein Hirsch mit seinem Harem äste hier und liess mehrmals sein Röhren hören. Leider antwortete ihm niemand.

Schon allein der Weg vom Parkplatz zum Turm war erlebnisreich. Wandert man am Anfang noch an Torfstichen vorbei, so geht es immer tiefer in den Wald. Auch hier wieder tausende von neuen Eindrücken!

Das waren nur drei der vielen Highlights in Lille Vildmose. Aber da wären noch: die Singschwäne, die Gegend um den See Lillesø oder die vielen Wildgänse auf den abgeernteten Getreidefeldern. Ich habe es diesem Tag sogar geschafft, meine SD-Karte vollständig zu füllen. Hier gibt es ein ausgedehntes Schutzgebiet, welches ein durchdachtes Angebot für die Besucher hat. Neben dem obligatorischem Zentrum, wie es sie auch in Deutschland gibt, kann man auf verschiedene Arten das Gebiet erkunden. Nachhaltig und umsichtig kann man hier viele interessante Stellen betreten.

Die Wege dahin sind bestens ausgeschildert und (je nach Beschaffenheit) auch ausgebaut. An interessanten Stellen wurden Aussichtsplattformen oder -türme, sogar kleine Hütten gebaut. Überall dort stehen auch Schilder mit Abbildungen und Erklärungen. Teilweise gibt es integrierte Ferngläser.

Im Gegensatz zu Besuchen in Deutschland wie im Nationalpark Vorpommersche Boddenküste oder in der Niedersächsischen Elbtalaue kam bei mir ein wirkliches wildlife-Safari-Gefühl auf. Genau kann ich es noch nicht benennen, aber es war anders als in Deutschland. Ich empfand die Wildlife-Safari in Lille Vildmose in Dänemark schon als ein Top-Erlebnis während unseres Urlaubs. Für einen weiteren Besuch würde ich nicht nein sagen!

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