Es ziehen wilde Gänse über Waldesruh. “Esch wird kold, dee Jänsse fliejen jen Süden (Es wird kalt, die Gänse fliegen Richtung Süden)” nuschelt Bauer Heinrich in seine Tabakpfeife, zieht sich seine Schirmmütze etwas fester auf den Kopf und seine dicke Joppe über.

Die Herbstzeit ist bei ihm immer noch eine arbeitsintensive Zeit. Nicht nur, daß Ställe und Gebäude winterfest gemacht werden müssen, auch der Garten ruft nach der Ernte noch nach ihm. Natürlich muß auch noch Brennholz für den Winter bevorratet werden. So ist er auch jetzt noch von früh bis spät draussen am Arbeiten.

“Wenn ick dann heer so drussen stäh, un dee Jänsse heere un sehe wie se jen Süden fliejen, dat iss wie früher bi meen Vadder. Dann weeste des der Winder kummt. Dann wachste an eenen morjen uff und guggst nach drausse un da liejt dann och Schnee. (Wenn ich hier so draußen bin und die Gänse höre und sehe, erinnert mich das an früher. Du weißt, der Winter ist nah. Eines Tages wachst du auf und draußen liegt Schnee.”) meint er zum Forschtrat Tobi, der gerade vorbeigeradelt kommt und sich ebenfalls die Gänseschwärme anschaut.

“Un dasch beschte is, du gannst nich friere wenn du arbeetest. Da wird dich jleich warm dabei. Un wenn de denn noch kold ischt, denn gannste än gleenen Schlugg nehme. Isch habbe immer nen gleenen dabei. (Und du kannst bei der Arbeit nicht frieren, du wirst gleich warm von der Bewegung. Und wenn dir doch noch kalt ist, hilft ein kleiner Schluck vom Schnaps. Ich habe immer einen kleinen Flachmann bei mir.)” 

Dankend lehnt der Forschtrat ab: “Ich muss noch weiter zum Förster Grünrock fahren. Der ist heute draußen im Auftrag des Nationalparks und soll die Gänse zählen, die über Waldesruh fliegen. Ich bin gespannt, wie er die alle so schnell zählen will. Noch einen schönen Tag dir, Bauer Heinrich!”

“Det isch dee Juchend, immer uff Achse. (Das ist die Jugend heute, immer auf Achse.)” nuschelt Bauer Heinrich, nimmt einen kleinen Schluck aus seinem Flachmann und blickt in den Himmel: “Un eenes Taches fliesche isch mit der Rosi (also der Rosi, seiner Frau und nicht die Sau – Anmerkung der Redaktion) och inn den Süden! (Und eines Tages fliege ich mit meiner Frau Rosi auch einmal in den Süden.)”, schaut seinen Flachmann an, überlegt kurz, dreht den Flachmann wieder auf, nimmt noch einen kleinen Schluck, verschliesst den Flachmann fachgerecht, steckt den Flachmann in seine Brusttasche, zieht seine Schirmmütze etwas fester auf den Kopf und widmet sich seiner weiteren Arbeit.

Schliesslich will noch einiges erledigt werden.