Wieder einmal Tag der deutschen Einheit in Waldesruh

Wieder wird auch der Tag der deutschen Einheit in Waldesruh gefeiert. Wieder einmal ist dieser Tag ein Feiertag. Seit 26 Jahren schon. Wie hat sich die deutsche Einheit in Waldesruh ausgewirkt? Der Waldesruher Tagesbote geht auf Spurensuche.

Der Waldesruher Tagesbote geht auf Spurensuche.

Mit der Grenzöffnung, die übrigens in Waldesruh eine Woche später stattfand, wurde es für die Waldesruher wieder möglich mit der Nachbargemeinde Wilhelmsbrunn in Kontakt zu treten. Beziehungen, die die Grenze unterbrochen hatte, wurden wiederaufgenommen. Mit einem großen Fest wurde die Öffnung der Grenze gefeiert.

Schon vor der offiziellen Einheit wurde über eine gemeinsame Entwicklung diskutiert. Mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereichs de Grundgesetzes erhielt dann die gemeinsame Entwicklung auch ihren politischen und rechtlichen Rahmen. Doch schon damals zeichnete sich ab, daß sich in Waldesruh mehr ändern würde als in Wilhelmsbrunn.

Egon Schulze zum Tag der deutschen Einheit

„Die Wilhelmsbrunner lebten doch schon 40 Jahre lang unter den Bedingungen der Marktwirtschaft.“ stellte Egon Schulze als Ortsvorsteher von Waldesruh fest. „Die Wessis – ich nenne sie jetzt mal so – brauchten sich ja gar nicht zu ändern. Für uns brach hingegen fast über Nacht unsere Welt zusammen.“ 

Obwohl sich fast noch nie in der Geschichte jemand groß um Waldesruh gekümmert hat, die deutsche Einheit brachte viele Einschnitte mit. „Bei uns wurde die Kaufhalle geschlossen, die Kindereinrichtungen und auch der Arzt zog weg. Wir waren quasi wieder da, wo wir vor der Kaiserzeit waren. Aber wir haben es geschafft. Unser Lebensstandard ist fast wieder auf den Niveau wie vor der Einheit. Wir haben wieder unsere Kaufhalle, Schule und Kindergarten und mit Frau Dr. Bendig auch eine kompetente Ärztin im Ort. Die Frau Doktor kommt übrigens aus dem Westen und hat sich hier niedergelassen.“ so Egon Schulze weiter.

Eigeninitiative und Unterstützung durch die Nachbarn

Dabei hatte Waldesruh zweifelsohne auch die Unterstützung der Wilhemsbrunner. Vieles jedoch wurde in Eigeninitiative geschaffen und für vieles mußte der Anstoß auch aus Waldesruh kommen. So gibt es seit einigen Jahren ein integriertes Verkehrskonzept mit den Nachbargemeinden. Solch ein Schritt steht übrigens in anderen Teilen des Harzes immer noch aus und wird vielfach weg diskutiert.

„Wir sind aber nicht betrübt oder gar böse über die Einheit. Die deutsche Einheit brachte uns auch viele Chancen. Diese Chancen mußten wir aber nutzen, denn von allein tut sich hier nicht und es kommt auch keiner, der für uns unsere Arbeit macht. Also ist es auch für uns ein Tag zum Feieren. Wir feiern uns, unsere Nachbarn und Freunde und sind stolz auf das, was wir zusammen erreicht haben!“

Ein Grund zum Feiern ist der Tag der deutschen Einheit

So wird also auch in Waldesruh der Tag der deutschen Einheit gefeiert. Beim Bärenwirt findet ein großer Frühschoppen mit allerhand kulinarischen Köstlichkeiten statt. Begleitet wird der Frühshoppen von Livemusik. Im DDR-Museum öffnet die Ausstellung „Waldesruh früher und heute“. Der Höhepunkt wird das Pflanzen des diesjährigen Nachbarschaftsbaumes sein. An der ehemaligen Grenze entsteht so seit 26 Jahren bereits eine kleine Einheitsallee als Zeichen des Miteinanders am Tag der deutschen Einheit.

Edgar Ente ist ein Kind aus Waldesruh. Er interessiert sich sehr für die Natur und die Entwicklung seiner Heimat. Als Reporter hat er großen Anteil daran, dass der Ort Waldesruh quasi von der Öffentlichkeit „wieder entdeckt“ wurde und berichtet vornehmlich vom Leben aus diesem Ort.

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