Pfarrer Braun ist in vielen Fällen sonderlich – sogar für Waldesruh! In jungen Jahren ist er nach seinem Theologiestudium in das kleine beschauliche Örtchen gekommen.

Vom Glauben her Katholik ist er jedoch im Rahmen der Kirchenarbeit auch für die evangelischen Gläubigen des Ortes zuständig.

Mit der Kirchenzugehörigkeit sei es wie mit den Parteien, so Pfarrer Braun:  „Wessen Brot ich ess’ und wessen Buch ich habe, dessen Lieder singe ich. Ich bin der Meinung, ein wahrer Glaube braucht kein Kirchenbuch. Deshalb sind in meiner Kirche auch alle Menschen willkommen.“

Mit seiner Meinung stößt er aber bei seinen Vorgesetzten nicht immer auf Gegenliebe. Er selbst sehe diese Diskussion aber ziemlich entspannt, erzählte der Pfarrer weiter. „Ich bin allein Gott und dem Seelenheil der Menschen hier verpflichtet!“ 

So ist es auch kein Wunder, daß er mit seiner Haushälterin eine freundschaftliche Beziehung führt. “Zu Beginn der Beziehung zu meiner Haushälterin standen die Waldesruher dem nicht gerade offen gegenüber. Ich mußte ihnen in ein paar Predigten beibringen, daß auch ein Pfarrer ein Mensch ist und die Kirche selbst in einigen Ansichten noch zu antiquiert denkt.”

Mittlerweile lebt er seit fast 50 Jahren im Ort und  ist ein gern gesehener Gast bei den Familienfeiern der Waldesruher. Voller Inbrunst engagiert er sich neben der Pflege des Seelenheils auch für das kulturelle Leben im Ort und für den Erhalt der Waldesruher Kirche.