Nun hält Wachtmeister Hoffmann Ausschau nach weitere Spuren im Falle der Entführung von Josef und Maria. Egon Schulze druckt und verteilt währenddessen zusammen mit Fräulein Krause Handzettel über die Entführung in Waldesruh.

Was bisher geschah: Fräulein Krause machte morgens auf ihrem Weg zum Büro die erschreckende Entdeckung, daß nur noch das Kind in der Krippe an seinem Platz zu finden war. Von Josef und Maria keine Spur. Schnell informierte sie Egon Schulze und Wachtmeister Hoffmann. Engagiert sicherte der Wachtmeister mit der tatkräftigen Hilfe von Edgar Ente die vorhandenen Spuren. Was er fand waren die Abdrücke von Damenschuhen, etwas Stroh und Reifenspuren auf dem Pflaster des Marktplatzes. Damit ergaben sich neue Fragen. Leider hat von den Waldesruhern niemand etwas von dieser abscheulichen Tat bemerkt. Einzig Fräulein Krause erinnert sich an etwas.

Und nun die Fortsetzung: Aufmerksam schreiten Wachtmeister Hoffmann und Edgar Ente die Straße zur Rukollamühle entlang. Glücklicherweise hatte es seit gestern Abend nicht geregnet. Somit waren eventuelle Spuren noch nicht fortgewaschen und konnten noch erkannt werden. Jedoch sahen die beiden nur ein Gewirr aus verschiedenen Reifenspuren, wie sie beim Bremsen entstehen. Es war einfach nichts aussagefähiges zu erkennen. Plötzlich ließ eine Windböe vor den beiden aufmerksamen Betrachtern einige Strohhalme aufflattern.

Stroh? Die Figuren standen doch im Stroh? Und an der mutmaßlichen Verladestelle war auch etwas Stroh gefunden wurden? – ging es zeitgleich bei Wachtmeister Hoffmann und Edgar Ente durch die Köpfe. Beide sahen sich an. Tatsächlich! Eine kleine Spur aus Stroh zog sich am rechten Rand der Straße hinauf zur Rukollamühle. Waren die Täter dort zu finden? Die beiden Detektive folgten der Spur aus Stroh bis hinauf zur Rukollmühle. Mal war sie deutlich zu sehen, mal hatte die Fährte größere Lücken. Aber es sah so aus, als ob das Stroh von einer Kutsche gefallen war. Oder einem LKW?

Kurz vor der Rukollamühle kam den beiden Bauer Heinrich entgegen, aufgeregt und seltsamerweise ziemlich nüchtern. „Wachtmeester, jut dass de kummst, da war wer un häd min Streu jeklaud. Jestern obent wars noch uff de Tenne un nu wollte isch de Schappe fiddern un da war keen Ballen mehr do! (Wachtmeister, gut, daß ich dich hier treffe! Jemand hat mein Stroh geklaut. Gestern abend hatte ich es noch auf dem Scheunenboden bereit gelegt und nun wollte ich mich um die Schafe kümmern, da war aber nichts vom Stroh mehr da.)“

„Komm Heinrich, du warst gestern wieder beim Bärenwirt und hast zu tief ins Glas geschaut.“ lachte Edgar Ente. „Nee, was isch nich. Isch war heeme bei meene Rosi. (Nein, ich war zu Hause bei meiner Rosi (also die Frau jetzt und nicht die Sau aus dem Stall.)“ nuschelte aufgeregt der Bauer. Definitiv war dem Bauer Heinrich wohl auch etwas Stroh gestohlen wurden letzte Nacht. Was war nur im beschaulichen Örtchen Waldesruh passiert? Wachtmeister Hoffmann notierte die Angaben von Bauer Heinrich. Er versprach ihm, sich sofort um seinen Fall zu kümmern, sobald er Zeit hatte. Nur musste er vordringlich die Eltern des verlassenen Jesus wiederfinden. Schließlich war in knapp einer Woche Weihnachten!

An der Rukollamühle schaute Tante Rukolla aus der Tür hinaus. Fröhlich winkte sie den beiden ernst dreinblickenden Detektiven zu. Anscheinend hatte sie noch nichts von den Geschehnissen der letzten Stunden erfahren. „Guten Tag die Herren, was schaut ihr so bedeppert drein? Kommt erst einmal in die gute Stube auf einen Kaffee!“ lud sie Wachtmeister Hoffmann und Edgar Ente in das alte Mühlencafé ein. Ihre angeborene und energische Art duldete keinen Widerspruch. Die beiden Heren ließen sich deshalb nicht lange bitten und folgten Tante Rukolla. Schnell waren die Vorkommnisse erzählt. Leider hatte Tante Rukolla auch nichts bemerkt. Sie versprach aber Augen und Ohren offen zu halten.

Nachdem die Becher des leckeren Mühlenkaffees mit Sahnehäubchen und einem Schuß vom Waldesruher Bitterblubber geleert waren, machten sich Wachtmeister Hoffmann und Edgar Ente wieder auf den Weg. Die Spur führte weiter die Straße entlang in Richtung Wilhelmsbrunn.

Fortsetzung folgt …