Weitere Eindrücke vom Sommerhotel im Harz

Die prächtigen Jahre vom Sommerhotel im Harz waren schnell vorbei. Die Säulen im Festibül und besonders der große Festsaal erzählen noch davon. Jedoch die schönen Jahre waren nicht das Ende dieses Gebäudes. Vielmehr waren sie der Auftakt für eine Reihe abwechslungsreicher Geschehnisse.

Im ersten Weltkrieg wurde das Hotel als Lazarett genutzt. Aus dem wunderschönen Balkon mit Blick auf den Park und die Rosstrappe wurde ein Operationssaal.

Weitere Eindrücke vom Sommerhotel im Harz

Nach dieser ersten weltweiten Katastrophe nutzt man das ehemalige Sommerhotel im Harz als Kinderheim, Krankenkasse, Rathaus und Stadtbibliothek. Sogar ein Dönerladen wurde hier einquartiert. Aus dieser Zeit der Nutzung ist noch vieles ersichtlich. Angefangen vom schönsten Blümchentapetendekor über moderne DDR-Deckenlampen bis hin zu Kindermalereien und -spielzeug.

Nach der deutschen Wiedervereinigung werden aber bald die Fenster vernagelt und die Türen verschlossen. Mehrere windige Investoren versprachen ein Wiederaufleben des Gebäudes. Leider ist aber bisher außer Worten für das Sommerhotel im Harz nichts geflossen.

Heute ist Ruhe eingekehrt in die ehemals prunkvollen Gemächern. Was blieb, sind bisher nur Versprechungen. Man kann nur darüber spekulieren, was mit diesem verwunschenen Gebäude geschieht. Seine Seele udn seinen Reiz jedoch hat sich das Sommerhotel im Harz bis heute bewahrt.

Lost Places sind Stücke unserer kulturellen Identität

Fast kommt ein bisschen Wehmut auf. Mit jedem Gebäude, welches aufgegeben wird und welches zerfällt, verliert man ein Stück seiner kulturellen Identität. Nur wenigen wird ein neues Leben zuteil. Zumindest für ein paar weitere Jahre. Irgendwann schließt sich der Kreis des Lebens und es geht endgültig zu Ende.

Aufgegeben und dahinrotten. Lost Places gewinnen auch wegen ihrer Geschichte und ihren Geschichten an Interesse. Mittlerweile gibt es organisierte Touren zu besonders interessanten Orten. Auch die Fotos aus dem Sommerhotel sind auf solch einer organisierten Tour entstanden.

Für mich war es fotografisch das erste Mal, daß ich mich bewusst mit dem Thema Lost Places auseinander setzte. Das Herumstöbern an alten Orten mochte ich jedoch schon immer. Eben wegen der Geschichte und den Geschichten. Zusätzlich kommt nun noch die Seite der Fotografie hinzu. Ich bin schon gespannt, was man noch so aus den mitgenommenen Fotografien machen kann.

„Nimm nichts mit, nur deine Bilder. Laß nichts da außer deinen Fußspuren!“

Wie in der Natur so sollte sich auch im Bereich der Lost-Places-Fotografie verhalten werden. Vielfach halten sich die meisten der auch Urbexer genannten Fotografen und andere an Lost Places Interessierte an diese einfache Regel. Aber dann gibt es da auch noch die anderen – Randalierer und mutwillige Zerstörer, Sprayer oder auch Metalldiebe. Diese beschleunigen das langsame und fast anmutige Sterben solcher Plätze. Das sind wohl aber schon wieder Gedanken für einen neuen Beitrag …

Möchtest du keinen Beitrag verpassen, abonniere meinen Newsletter. So erhältst du jedesmal eine Nachricht, wenn ein neuer Beitrag veröffentlicht wird. Die Möglichkeit zum kostenlosen Abo findest du in der Fußzeile auf jeder Seite.

Hallo, ich bin Torsten. Das Leben machte mich zum Optimisten mit Lebenserfahrung, Abenteurer, Naturschützer, Forstarbeiter, Logistiker, Journalist, Eurovisionär, Sammler, Schriftsteller, Künstler …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.