Weihnachtsfütterung der Waldtiere

Geschrieben von Edgar Ente

Dieser Beitrag wurde am 21.12.2015 aktualisiert.

Veröffentlicht wurde er am 24.12.2015.

Ungeduldig sehnen die Kinder heute die Weihnachtsfütterung der Waldtiere herbei. Ihr habt richtig gelesen: an Heilig Abend warten die Kinder in Waldesruh nicht nur ungeduldig auf ihre Geschenke. Während die Väter und Mütter noch zu Hause den Weihnachtsbaum schmücken, wandern die Kinder zusammen mit Förster Grünrock hinaus in den Wald.

In ihren Taschen haben die Jungen und Mädchen  Tüten mit Sonnenblumenkernen, welche sie im Herbst von den Sonnenblumen aus den Gärten gesammelt haben. Oder selbst getrocknete Rosinen von den Weinreben, die hinter dem Haus wachsen. Oder selbst gesammelte Nüsse und Bucheckern. In ihren Rucksäcken stecken frisches Heu, Äpfel, Mohrrüben und andere Leckereien. Das alles bringen sie hinaus in den Wald, um den Waldtieren eine Freude zu machen.

Zwar benötigen die Tiere aufgrund der milden Wetterlage keine solche Fütterung. Trotz allem ist es für die Kinder aus Waldesruh immer ein Erlebnis und mittlerweile eine schöne Tradition geworden. Förster Grünrock weiß auch jedes Mal etwas spannendes zu erzählen. Und immer wieder sehen und erfahren die Kinder Neues. Dieses Mal wandern sie alle in Richtung des Nationalparkhauses. Hier hat der Förster eine kleine Lichtung ausgewählt, auf der die Kinder ihre Gaben zur Weihnachtsfütterung übergeben können.

Die Forstarbeiter haben bereits eine Futterraufe aufgestellt. Leise füllen die Kinder mit roten Wangen ihre Geschenke in die Raufe. In die kleinen Holzfächer, die überall angebracht sind, füllen sie die Nüsse, Kerne und Rosinen hinein. Rings um die Lichtung binden die Kinder mit einem Bindfaden Äpfel und Mohrrüben in die Büsche. Forschtrat Tobi entdeckt dabei schon die ersten Rehe, die sich vorsichtig noch im Gebüsch halten. Liebevoll dekorieren die Kinder unter Mithilfe von Förster Grünrock die Fressplätze. Dann ziehen sich alle in ein Gebüsch nahe am Wanderweg zurück.

Alle wagen kaum zu atmen. Vorsichtig treten ein paar Rehe auf die kleine Lichtung. Immer wieder äugen sie nach rechts und nach links. Anscheinend ist alles in Ordnung. Kaum sind die Rehe an der Futterraufe, kommen auch schon das Dam– und das Rotwild“Die haben sicher auch schon gewartet,” flüstert ganz leise Susi Bendig. Leise und vorsichtig deutet der Förster nach links. Von den Kindern unbemerkt hat sich eine Gruppe Wildschweine an einen Haufen Äpfel herangeschlichen. Nur das Knacken der Äpfel in den Äsern des Schwarzwildes ist zu hören. Die Kinder haben leuchtende Augen und vor lauter Eifer rote Wangen.

Egal wo sie hinschauen auf die kleine Lichtung, immer gibt es etwas neues zu entdecken! Da hoppelt ein Hase aus den Büschen. Auf dem Dach der Futterraufe wartet ein Eichelhäher auf eine günstige Gelegenheit um den Rothirschen eine Eichel zu stibietzen. Sogar einen Fuchs sehen die Kinder für einen Moment. Der ein oder andere bedauert es sicherlich schon, keinen Brocken Fleisch mitgenommen zu haben.

Die Kinder sind so in ihre Beobachtungen vertieft, daß sie gar nicht merken, wie die Zeit vergeht. Vom Ort her schlägt die Kirchturmuhr 15 Uhr. Der Förster drängt zum Aufbruch, sollen doch alle Kinder pünktlich zu Hause zur Bescherung sein. Alle treten leise und langsam den Heimweg an. Da fliegt der Eichelhäher kurz auf und lässt seinen Warnschrei ertönen. Doch die anderen Tiere schauen nur kurz auf. Vor Förster Grünrock und den Kindern brauchen sie sich nicht zu fürchten!

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