Letzte Aktualisierung am 19. Februar 2021

Auch in diesem Jahr organisiert Förster Grünrock wieder eine Weihnachtsbescherung für die Waldtiere.

Gemeinsam mit den Waldesruher Kindern geht er am frühen Morgen hinaus in den Wald den Natternstieg hoch. Die Kinder bemühen sich leise zu sein, damit sie die Waldtiere nicht erschrecken.

Alle haben einen Rucksack dabei. Dieser ist prall gefüllt mit Eicheln, Kastanien, Äpfeln und anderen Leckerbissen, welche die Tiere so mögen. Die Waldarbeiter von Förster Grünrock sind bereits gestern mit einem Fuhrwagen voller duftendem Heu hinausgefahren.

Der Anstieg am Ramberg lässt die Kinder schnaufen und so legen sie erst einmal eine kleine Pause ein. Jetzt tippen sie, welche Tiere sie wohl heute zu sehen bekommen. Wird es Hirsch Heinrich sein oder Hadrian, den alten Keiler mit seiner Familie? Oder gar den Luchs, den bisher nur der Förster gesehen hat?

Nachdem sie sich erholt haben, ziehen die Kinder und der Förster weiter. Endlich sind sie an der Futterstelle angekommen. Von den Tieren ist jedoch nichts zu sehen. Nur einige Vögel springen an den Futterstellen herum.

Ganz leise füllen die Kinder die Futterraufen mit den mitgebrachten Geschenken. Eicheln und Kastanien für die Hirsche und die Rehe und knackige Möhren für die Hasen. Auch die Vogelfütterungen werden mit Sonnenblumenkernen und anderen Körnern befüllt. An die am Rand stehenden Bäume und Büsche spießen die Kinder noch Äpfel an den Ästen auf.

Nachdem die Rucksäcke leer sind und alles Futter verteilt wurde, ziehen sich die Kinder und der Förster leise in den Wald zurück. Hier sitzen sie nun und warten. Dabei müssen sie aber ganz leise sein!

Nach einer halben Stunde hören sie es rascheln. Siehe da, ein Eichhörnchen kommt die Futterraufe hinaufgeklettert. Fast hätten die Kinder es übersehen. Das putzige rote Tierchen mit den schwarzen Knopfaugen und dem buschigen Schwanz interessiert sich für die Nüsse aus Tante Rukollas Garten. Schon sitzt es mitten drin und knabbert sich die erste Nuss auf. Sichtlich schmeckt es ihm.

Doch was ist das? Erschreckt schaut das Eichhörnchen auf und blickt in Richtung Wald. Schnell schnappt es sich noch eine Nuss und weg ist es! Und nun hören die Kinder auch ein Schnaufen und Brechen.

„Das ist Hadrian“ flüstert Forschtrat Tobi ganz aufgeregt und bemüht sich ruhig zu bleiben. „Ich höre es an den Geräuschen, das können nur die Wildschweine sein!“ Und er hat recht. In diesem Augenblick tritt der alte Keiler aus dem Wald und trabt langsam auf die Futterstelle zu. Bei ihm sind seine Bachen und auch der fast erwachsene Nachwuchs aus diesem Jahr. 28 Wildschweine zählen die Kinder.

Die Wildschweine lassen sich die bereitgelegten Eicheln und Kastanien schmecken. Einige der jungen Wildschweine versuchen sogar an die in den Büschen aufgehängten Äpfeln zu kommen. Bei einigen klappt es und sobald ein Apfel herab fällt, streiten sich die kleinen darum.

Auf einmal muss der Forschtrat ganz laut niesen. Die Wildschweine stellen ihre Teller, die Ohren, auf und Hadrain lässt ein kurzes Schnaufen hören. Innerhalb weniger Sekunden sind alle Wildschweine wieder im Wald verschwunden.

Forschtrat Tobi wird rot und murmelt ein kurzes „Entschuldigung!“ Doch die Kinder und Förster Grünrock lachen nur und Susi Bendig meint zu ihm: „Das dir so etwas passiert … „

Die Kinder bleiben noch etwas im Wald sitzen, doch nichts regt sich mehr. Daraufhin schlägt der Förster vor, den Rückweg anzutreten. Da es ja eher dunkel wird, können die Kinder nicht so lange verweilen. Schliesslich müssen sie ja noch den Natternstieg wieder herunter wandern.