Von Mägdesprung nach Alexisbad HWN 195 – HWN 177

Auf unserer Wanderung um Mägdesprung nach Alexisbad und Harzgerode erleben wir tolle Aussichten, interessante Geschichten und finden Feuersalamander. Dabei sammeln wir die Stempel der Harzer Wandernadel HWN 195 und HWN 177.

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 26.10.2023 aktualisiert.

Erstellt wurde er am 26.10.2023 .

Von Mägdesprung nach Alexisbad HWN 195 – HWN 177

Das Selketal haben wir bereits auf einigen Touren durchwandert. Dieses Mal wollen wir die Gegend um Mägdesprung nach Alexisbad und Harzgerode erkunden. Dabei sammeln wir die Stempel der Harzer Wandernadel HWN 195 und HWN 177.

Von Mägdesprung nach Alexisbad HWN 195 - 177 - Blick von der Verlobungsurne auf Alexisbad

Vergessener Ort Mägdesprung

Der Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung von Mägdesprung nach Alexisbad ist uns bereits bekannt. Den Parkplatz am Carlswerk wählten wir vor einem Jahr für unsere Wanderung durch das obere Selketal bei Mägdesprung. Hier kannst du den Bericht unserer Wanderung noch einmal lesen. Dieses Mal jedoch geht es in eine anderer Richtung. Wir durchwanderten den kleinen Ort Mägdesprung. Einst war dieser kleine Ort Standort für eine prosperierende Eisenverarbeitung. Davon zeugen noch einige Standbilder im Ort.

Ursprünglich wurde der alte Flecken noch nicht Mägdesprung genannt, sondern Schalckenburg. Hier nahe dem Gelände der einstigen Burg befand sich eine Mahlmühle. Erst allmählich setzte sich der Name Mägdesprung durch. 1646 wurde durch Fürst Friedrich von Anhalt-Harzgerode die Eisenhütte unterm Mägdesprung errichtet.

Ab 1769 wurde die Hütte beträchtlich erweitert  und war bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts besonders auf dem Gebiet des Kunstgusses sehr erfolgreich. Der schnelle Aufschwung der Hütte hatte die Ansiedlung zahlreicher Beschäftigter und ihrer Familien zur Folge. Schnell kamen noch eine Schule, eine Kirche und ein Friedhof hinzu. Auch die Standorte der ehemaligen Hammerwerke an der Selke erweiterten sich in diesen Zeiten. (siehe dazu auch: Unsere Wanderung durch das obere Selketal bei Mägdesprung)

Nach der deutschen Wiedervereinigung setzte der wirtschaftliche Niedergang ein. Besonders in Mägdesprung zeugen viele lost places davon. Der größte Teil des alten Hüttengeländes bietet jetzt das Bild einer Industriebrache. Ende 2016 zählte der Harzgeröder Ortsteil Mägdesprung nur noch 54 Einwohner.

Unser Wanderung von Mägdesprung nach Alexisbad

Wir verlassen den Ort und steigen steil bergauf. Oben am Gipfel angekommen, erreichen wir bald die Mägdetrappe und das Alexiuskreuz. Belohnt werden wir mit atemberaubenden Ausblicken auf das Harzgebiet.  Auf unserer Wanderung erleben wir vielfach geschichtliche Spuren aus den Zeiten des anhaltinischen Landes.

Die Felsformation der Mägdetrappe liefert Stoff für eine alte Sage. Eine Variante davon wird auf einer Tafel vor Ort erklärt. Weitere Versionen und auch hübsche colorierte alte Postkarten habe ich hier gefunden. Wir wandern weiter durch den bunten Herbstharzwald und genießen die Sonnenstrahlen. Toll, wie das Licht durch die noch bunten Blätter fällt. Oftmals begegnen uns auch Feuersalamander, die jetzt auf dem Weg in ihre Winterquartiere sind.

Von Mägdesprung nach Alexisbad HWN 195 - 177 - Feuersalamander eine Charakterart des Selketals

Köthener Hütte – HWN 195

Entlang des Selketalstieg erreichen wir schliesslich die Köthener Hütte und damit den Stempel HWN 195 der Harzer Wandernadel. Auf dem sogenannten Kapellenfelsen, 385 Meter ü. NN errichtete 1897 der Harzklub-Zweigverein Köthen diese Schutzhütte.  Durch den kleinen Glockenturm und dem weissen Anstrich wirkt der Bau wie eine kleine Kapelle. Die schöne Aussicht in das Selketal und auf den Ramberg erhielt man, indem der Wald hier abgeholzt wurde. Durch das Ramberg-Massiv führte uns übrigens unsere Wanderung bei Friedrichsbrunn – hier nachzulesen.

Von Mägdesprung nach Alexisbad HWN 195 - 177 - Blick von der Köthener Hütte HWN 195 auf den Ramberg

Über den Pionierweg steigen wir wieder ab in das Tal in Richtung Selke und dem Ort Alexisbad. Dabei müssen wir durch den sogenannten Pioniertunnel gehen, den einst Pioniere der anhaltinischen Armee angelegt haben.  Unten im Tal an der Klostermühle angekommen, können wir uns etwas umschauen. Wer mag, der nimmt den kurzen Abstecher in den Ort Alexisbad auf sich oder schaut sich die Sehenswürdigkeiten an der Selke an. In Alexisbad wird zur Zeit versucht, im Ort den Erholungs- und Kurbetrieb wiederaufzubauen. Vielleicht kommen ja die guten Zeiten wieder?

Für uns führt der Weg aber wieder bergauf zum Luisentempel und dem Friedensdenkmal. Beide Bauwerke zeugen wieder vom gesellschaftlichen Engagement der anhaltinischen Fürsten. Wir kreuzen den (Wander-)Weg deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz. Hier am Klostermühlenweg finden wir noch die im Plattenschiefer eingeschliffenen Abdrücke von gebremsten, bergabfahrender Handelskarren. Eine Tafel gibt uns Aufschluß darüber. Auch, daß hier bereits mit dem Radabstand von 1435 mm der Grundstein für den heutigen Gleisabstand der Eisenbahn ersichtlich ist. 

Besonders das Friedensdenkmal ist interessant zu erwähnen, da hier neben dem historischen Sockel von 1813 auch ein sozialistisches Relikt von 1954 erhalten geblieben ist.  Vom Plateau des Denkmals haben wir noch einmal einen wunderschönen Blick über Alexisbad.

Von Mägdesprung nach Alexisbad HWN 195 - 177 - am Friedensdenkmal bei Alexisbad

Verlobungsurne – HWN 177

Unser Weg führt uns weiter vorbei an das Birkenhäuschen zur Verlobungsurne. Hier erhalten wir den Stempel HWN 177 und gönnen uns eine Rast. Hier auf dem Habichtsstein wurde das Denkmal Verlobungsurne 1845 / 1846 von sechs Paaren junger würtembergischer Adliger errichtet. Damit wollten die jungen Herrschaften an ihren unbeschwerten Kuraufenthalt im September 1845 erinnern. Der Name Verlobungsurne entstand im Volksmund und wird heute sowohl amtlich als auch im Fremdenverkehr verwendet. Eine tatsächliche Verlobung ist für das Treffen des Jahres 1845 jedoch nicht überliefert.

An der Verlobungsurne befindet sich auch ein Fotospot #derwaldruft . Hier kann man im Internet anhand vieler Fotos die Umwandlung und Entwicklung des Waldes hier vor Ort live mit erleben.

Von Mägdesprung zur Köthener Hütte und zur Verlobungsurne HWN 195 - 177 - Fotospot #derwaldruft

Nach unserer Pause und dem Anfertigen einiger Fotos wandern wir weiter entlang des Klippenweges über die Alte Rodelbahn. Dabei erkunden wir alte Spuren des Bergbaus. Sogenannte Bergbautannen weisen auf solche Orte hin. (siehe auch hier)

Schließlich zweigen wir am Harzgeröder Naturlehrpfad auf diesen ab und wandern den Pfad entlang. Durch lehrreiche Tafeln erfährt der Besucher viel Wissenswertes über die hier anzutreffende Flora und Fauna. Und am Ende gibt es auch einen kleinen Quiz, den wir natürlich erfolgreich lösen. :-)

Am Ende des Naturlehrpfades erreichen wir die Alte Mägdesprunger Straße, welche wir an der nächsten Abzweigung wieder verlassen. Weiter führt der Weg wieder an der Mägdetrappe vorbei und wir gelangen schließlich zum Ausgangspunkt unserer Wanderung am Carlswerk zurück.

Fazit der Tour

Beindruckende Aussichten wechseln sich ab mit Wissensvermittlung über Land und Leute. Es war schön, wieder einmal im alten Revier unterwegs zu sein. Leider ist es nicht gelungen, hier Muffelwild zu beobachten. Dafür haben wir einige Feuersalamander angetroffen. 

Fotoimpressionen unserer Wanderung

Weitere Wanderungen im Selketal

Hier zeigen wir weiter Wanderungen durch das Selketal:

Unsere Videoimpression der Wanderung

Informationen zur Wanderung

Dauer gesamt: 5:00 Stunden

Distanz: 11 Kilometer

Höhenunterschied: 240 Meter

Link zur Tour mit Trackdownload

Mit freundlicher Unterstützung von Komoot *

Startpunkt:

Parkplatz Maschinenfabrik Carlswerk

Kreisstraße 21, 06493 Harzgerode

Highlights unserer Tour:

  • lost place Mägdesprung
  • Mägdetrappe
  • Pioniertunnel
  • Friedensdenkmal
  • Verlobungsurne
  • tolle Aussichten
  • schmale Pfade

(dieses Mal wirklich nur eine Auswahl; es waren zuviele tolle Punkte auf unserer Wanderung)

Unsere Herausforderung für die Harzer Wandernadel

Challenge erfüllt zu 23%

Wir haben

53 Stempel

von 222 Stempeln erwandert!

  • Harzer Wandernadel in Bronze – 8 Stempel

  • Harzer Wandernadel in Silber – 16 Stempel

  • Harzer Wandernadel in Gold – 24 Stempel

  • Harzer Wanderkönig – 50 Stempel

  • Harzer Kaiserrucksack – 100 Stempel

  • Harzer Steiger – 111 Stempel

  • Harzer Kaiserschuh – 150 Stempel

  • Harzer Wanderkaiser – 222 Stempel

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