Letzte Aktualisierung am 9. Februar 2021

Alljährlich fliegen während des Vogelzuges viele Vögel Richtung Süden und verlassen damit ihre Brutreviere in Deutschland. Wieder andere Vögel überwintern dafür als Wintergäste in Deutschland. Einige von ihnen kann man mitunter in grossen Gruppen in der Landschaft beobachten.

Vögel als Wintergäste in Deutschland beobachten: eine Gruppe Singschwäne in der Nähe von Bremen

Vögel als Wintergäste in Deutschland beobachten

Schon während des eigentlichen Vogelzugs kannst du viele verschiedene Vogelbeobachtungen machen. In meinem Beitrag Faszinierende Vogelbeobachtungen beim Vogelzug habe ich dir bereits einen kleinen Eindruck über dieses erstaunliche Naturerlebnis gegeben. Aber nicht alle Vögel verlassen ihre Brutgebiete im Winter. Und einige Arten kommen extra zu uns, um hier den Winter zu verbringen. Um Vögel als Wintergäste in Deutschland beobachten zu können, brauchst du manchmal gar nicht hinaus in die Natur zu gehen.

Für Vögel aus den nördlichen Gefilden, aus Skandinavien oder Sibirien sind unsere gewöhnlichen Wintertemperaturen eher mild. In ihren heimischen Breitengraden herrschen da ganz andere Zustände. Auf der Flucht vor der Kälte und auf der Suche nach Futter kommen sie als Wintergäste in Deutschland auf Urlaub. Manche finden wir unter unseren alten Bekannten am Futterhaus. Andere Arten bilden grosse und kaum zu übersehende gruppen auf unseren Feldern, an Gewässern oder auch in den Städten. Und manche überfallen sogar invasionsartig unsere heimischen Landschaften.

Vögel als Wintergäste in Deutschland beobachten: auch Kraniche überwintern mittlerweile in unseren Breitengraden

Welche Vögel kommen als Wintergäste?

Vögel, die unsere Region als Überwinterungsquartier oder auch als kurzzeitigen Zwischenhalt auf ihrem Zug in den Süden und zurück in den Norden nutzen, sind unter anderem die Wacholderdrossel, der Seidenschwanz, der Bergfink und die Nonnengans. Es gibt natürlich noch viele andere interessante Arten, die bei uns in den Wintermonaten zu sichten sind – aber diese Vögel fallen in Siedlungsräumen oder bei Fahrten an die nähere Küste immer wieder auf.

Wirklich nicht zu übersehen und zu überhören sind die grossen Gruppen der Kraniche und der Enten- und Gänsevögel. Vielfach auf Durchreise, verweilen sie auch gern längere Zeit hier in Norddeutschland. Oft sieht man bereits aus dem Auto von der Straße her im Vorbeifahren diese Tiere. Wenn es möglich ist, halte ich dann gern am Straßenrand an und beobachte und fotografiere die Tiere aus dem Auto heraus. Für solche Zwecke gibt es eigentlich keine bessere Tarnung. Das Auto betrachten die Tiere nicht als Gefahr. Allerdings muss man sich auch im Auto ruhig verhalten.
Kleinere Vogelarten wie Erlenzeisig oder Bergfinken treten ebenfalls teilweise in grossen Schwärmen auf. Dann sollte man diese Vögel auch nicht übersehen können. Allerdings bin ich nicht so fit, dass ich aus jedem grossen Vogelschwarm die Art erkennen kann. Mit anderen Worten: bewusst habe ich noch keinen Vogel dieser beiden Arten gesehen.
Wacholderdrosseln sehe ich öfter bei uns auf dem Firmengelände an den Hagebuttensträuchern. Leider habe ich hier aus verständlichen Gründen meine Fotokamera nicht zur Hand. Also bleibt mir nur, zu warten bis ich diese Vögel einmal in freier Natur erblicke. Mit den Seidenschwänzen ist es noch schlimmer. Gerade bei diesen Vögel kommt es immer wieder einmal unregelmässig zu invasionsartigen Einflügen. Als im Winter 2019/2020 auch für Bremen Seidenschwänze in den ornithologischen Netzwerken gemeldet wurden, machte ich mich natürlich auch auf die Suche – leider ohne Erfolg. Bis heute konnte ich diesen schönen Vogel, dessen Auftauchen in Mitteleuropa oft als Unheilsbote verschrieen wurde, noch nicht beobachten.
Vögel als Wintergäste in Deutschland beobachten: Waldohreulen sammeln sich in Überwinterungsgruppen auch in Städten

Beobachten und Lernen

Vor kurzem traf ich mehr zufällig in der Nähe von Bremen auf eine Gruppe von Singschwänen. Das Licht am Abend konnte ich noch für ein paar Fotos nutzen. Meiner Meinung und meiner Kenntnis nach handelte es sich um Singschwäne. Vom allbekannten Höckerschwan unterscheidet er sich auf den ersten Blick durch den gerade gehaltenen Hals und die ganz anders gestaltete gelbe Schnabelpartie. Singschwäne sind Brutvögel der osteuropäischen und sibirischen Taiga. Im Herbst und Winter sind diese Schwäne aber auch in Mitteleuropa zu beobachten. In Küstengebieten und im norddeutschen Tiefland sind sie regelmäßige Wintergäste.
Bei der Veröffentlichung einiger Fotos in einer Naturfotografengruppe erhielt ich dann aber schnell (und erfreulicherweise) die Rückmeldung, dass auf den Fotos auch Zwergschwäne zu sehen sind. Ich hatte also zwei verschiedene Arten von Schwänen „geschossen“. Wäre ich aber nicht darauf hingewiesen worden, hätte ich nicht gewusst, dass zwei verschiedene Arten auf den Bildern zu sehen sind. Das ist für mich ein weiterer positiver Grund, weshalb ich meine Fotos veröffentliche. Ich habe wieder einmal etwas im Bereich Artenkenntnis gelernt, was ich sonst leicht übersehen hätte.
Aber es ist wie im normalen Leben auch: es gehört ein ständiges Beobachten und Lernen dazu. Wenn ich unterwegs bin und die Möglichkeiten dazu habe, ist die Fotokamera dabei. Wenn möglich auch mit dem grossen  TAMRON SP 150-600mm F/5-6.3 Di VC USD* (Werbung, weil Marken- und Produktnennung) Teleobjektiv. Oder wahlweise auch mit einem Fernglas. Eigentlich immer dabei ist heute das Handy mit einer Bestimmungs-App, zum Beispiel die runderneuerte APP „Vogelwelt“ mit Bestimmungshilfen.
Vögel als Wintergäste in Deutschland beobachten: Gänse wie die Graugänse und Nonnengänse hier kann man aufgrund ihrer Menge gar nicht übersehen oder überhören
Klassische analoge Bestimmungsliteratur steht bei mir zu Hause im Bücherregal und wird auch entsprechend noch oft genutzt. Im Handel gibt es eine grosse Auswahl an Bestimmungsbüchern für Laien oder auch Fortgeschrittene. Für ganz ornithologisch begeisterte Mitmenschen empfehle ich auch gern eine Fachzeitschrift, zum Beispiel „Der Falke“ (Werbung, weil Marken- und Produktnennung). Bereits seit 1954 erscheint Deutschlands führendes Monatsjournal für alle, die an den Vögeln, ihrer Schönheit, ihrer Ökologie und ihrem Schutz interessiert sind!
Bist du ein aktiver Birder? Hast du schon einen Wintergast entdeckt? Weisst du auch, wen du da gesehen hast?
Das Interesse an der hobbymäßigen Vogelbeobachtung ist in den letzten Jahren gestiegen. Es wird auch als Vogelgucken oder als Birding bezeichnet. Als Vogelgucker oder Birder sind sowohl Männer als auch Frauen unterwegs. Manche führen akribisch Listen mit den gesehenen oder gehörten Vogelarten, sogenannte Artenlisten. Andere beobachten Vögel zur Entspannung.

Quelle: Wiki: Vogelbeobachtung

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