Einige Gerüchte werden geboren – Weihnachtsgeschichte Teil 4

Anscheinend war nicht nur das Rentier verschwunden. Auch sonst gab es heute im sonst so beschaulichen Waldesruh viel Aufregung. Wurden erste Spuren gefunden? Auf alle Fälle wurden ein paar Gerüchte geboren.

Einige Gerüchte werden geboren

Die Weihnachtsgeschichte 2017 …

Was bisher geschah: Die Waldesruher und ihre Gäste wollten am 2. Advent das Rentier vom Weihnachtsmann verabschieden. Dazu versammelten sich alle auf dem Waldesruher Weihnachtsmarkt. Lange warteten sie auf das Rentier. Doch das Rentier kam nicht. Aus Sorge lief Fräulein Krause zu Förster Grünrock. Im Forsthaus angekommen, machte sie eine erschreckende Entdeckung. Das Rentier war tatsächlich verschwunden. Fräulein Krause war total erschüttert. Doch schnell wurde klar, die Waldesruher mussten hier handeln.

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Und nun die Fortsetzung: Noch einmal nahm die Gruppe um Egon Schulze den Versuch auf. Vielleicht finden sie alle gemeinsam doch noch eine Spur. Wenigstens eine klitzekleine Spur, welche einen Anfangspunkt in der ersten Spurensuche geben könnte. Jeden Strohballen, ja jeder Strohhalm wurde umgedreht.

Während die Männer suchten, eilte Fräulein Krause zur Rukollamühle. Jemand musste die ganze Suche organisieren. Das Fräulein Krause war eine Meisterin der Organisation. Und mithilfe von  Tante Rukolla würden sie das Rentier schon wieder finden. Jetzt war jede Menge Organisation, Kommunikation und Improvisation gefragt.

Tante Rukolla sah unser Fräulein Krause schon von weitem heran laufen. So hatte sie noch Zeit schnell einen leckeren Cappuccino zuzubereiten. Denn diesen mochte Fräulein Krause. Jetzt musste sie sich erst einmal setzen und Atem schöpfen. Bei einer Tasse heissen Cappuccino erzählte sie Tante Rukolla dann von dem, was dem geneigten Leser und der geneigten Leserin bereits bekannt ist.

Die Rukollamühle wird Hauptquartier

Schnell war die Aufgabenverteilung klar. Fräulein Krause soll den Weihnachtsmann informieren. Tante Rukolla richtet inzwischen die Mühle als Hauptquartier für die Suche und Organisation ein. Schliesslich mussten Alternativen geplant werden, sollten die Waldesruher das Rentier nicht finden.

Gerade als die beiden Frauen die schweren Tische zurechtrücken wollten, ging die Tür der Rukollamühle auf. Atemlos standen Susi Bendig, der Forschtrat Tobi und der dicke Bernd im Kaffee von Tante Rukolla. „Wisst ihr, was auf dem Weihnachtsmarkt los ist?“ rief der Forschtrat den Frauen entgegen. Ohne eine Antwort abzuwarten , sprach er hastig weiter. „Da sind junge Leute aufgetaucht. Mit Transparenten und Plakaten. Die sind von ATEP oder so. Die wollen das Rentier befreien.“ Susi Bendig fiel ihm ins Wort. „Die sind von ATEP. Das ist ein Verein gegen die Zurschaustellung von Tieren im Zoo oder im Zirkus. Die haben gelesen, dass hier auf unserem Weihnachtsmarkt auch Tiere zu sehen sind.“ Es gibt Gerüchte, das die jungen Leute das Rentier und die anderen Tiere befreien wollen.

Vielleicht haben diese Tierschützer etwas mit dem Verschwinden des Rentieres vom Weihnachtsmann zu tun? – denkt sich Fräulein Krause, während die Mühlenwirtin den drei Kindern erst einmal jedem eine Brause und einen Rentierkeks anbietet. Dabei erzählt Tante Rukolla den Kindern, was passiert ist.

Bauer Heinrich erzählt über Gerüchte

Plötzlich poltert es draussen und die Tür geht auf. Bauer Heinrich steht in der Tür. „Jibb me mal an Bitterblubber. Dasch ischt ja heide ne Hegtig im Orde. So wasch bin isch jar nisch jewohnd. (Mach mir mal einen Bitterblubber auf. Das ist ja heute eine Hektik in Waldesruh. Das bin ich gar nicht gewöhnt.)“ brubbelt er zu Tante Rukolla. Diese schaut nur kurz zu Fräulein Krause herüber. Es scheint ja wirklich eine Menge passiert zu sein.

Nach dem ersten kräftigen Schluck aus der Flasche mit dem Waldesruher Bitterblubber fängt Bauer Heinrich zu erzählen an. Er war gerade auf dem Weg von seinem Stall in den Wald, um Brennholz zu holen. Da kam ihn der Bärenwirt entgegen. Der war sichtlich schlecht gelaunt. Im kurzen Gespräch erfuhr Bauer Heinrich, dass viele Gäste in der neu eröffneten Bahnhofskneipe bei Bauer Raffke essen würden. Der hatte doch diese neuen Rentierrouladen auf seiner Karte.

Gestern schon musste der Bärenwirt seine guten Rinderrouladen am Abend verschenken. „Wäre ja schade drum, die wegzuwerfen,“ soll er zum Heinrich gesagt haben. Und seit heute morgen hätte der Raffkebauer sein Angebot noch einmal günstiger gemacht. „Für das bisschen Geld kann man nichts vernünftiges kochen,“ meinte er weiter. Er wird das Gesundheitsamt einmal auf den Raffke ansprechen müssen.

Dann sei er weiter zum Raffke gefahren. Der hatte etwas Gemüse bei ihm bestellt. Das wollte er dort abliefern. Aber Bauer Raffke hatte keine Zeit. „Der olle sasch scho in seene Wajen un muschte schnelle in de Kressstadd. Da soll es billijes Fleesch jeben. (Der war auf dem Sprung und wollte schnell in die Kreisstadt fahren. Dort soll es günstiges Fleisch geben.)“, brubbelte Bauer Heinrich und nahm noch einen weiteren Schluck. „So ville Hegtig, nee“

Die Frauen sahen sich wieder verwundert an. Gerüchte nach, sei der Bärenwirt nicht gerade gut auf Bauer Raffke zu sprechen. Und andere Gerüchte besagen ja, dass der Bauer Raffke sein Fleisch aus dubiosen Quellen bezieht. In diesem Moment jedoch kamen die Männer aus dem Forsthaus mit hoffnungsvollen Mienen herein. Hatten sie eine Spur gefunden?

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Edgar Ente ist ein Kind aus Waldesruh. Er interessiert sich sehr für die Natur und die Entwicklung seiner Heimat. Als Reporter hat er großen Anteil daran, dass der Ort Waldesruh quasi von der Öffentlichkeit „wieder entdeckt“ wurde und berichtet vornehmlich vom Leben aus diesem Ort.

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