Uralte Kratt-Eichen bei Buchholz

Uralte Kratt-Eichen bei Buchholz

Dieser Beitrag wurde am 04.08.2021 veröffentlicht.

Er wurde am 04.08.2021 aktualisiert.

Geschrieben von Torsten Berg

Verbogen, verwachsen und verdreht sind sie – die uralten Kratt-Eichen bei Buchholz in der Nähe von Bremen. Gefunden hatte ich diesen mystischen Ort anhand einiger Fotos. Diese weckten mein Interesse und ich begann eine neue Wanderung zu planen.

Uralte Kratt-Eichen bei Buchholz - verbogen, verwachsen, verdreht, mystisch

Uralte Kratt-Eichen bei Buchholz

Zwischen 200 und 400 Jahre sollen diese Bäume alt sein. Genaues weiss man nicht. Regional ist dieses Naturdenkmal bereits ein kleines touristisches Highlight. Das Erscheinungsbild dieser Bäume wird auf die damals weit und dauerhaft verbreitete Bewirtschaftung des Waldes als Waldweide zurückgeführt. Damals wurden die Schafe und Ziegen in den Wald getrieben, um sich dort ihr Futter selbst suchen zu können. Immer wieder auch frassen die Tiere die jungen Blätter und Triebe der Eichen hier ab. So ist wohl am wahrscheinlichsten die heutige Gestalt der Kratt-Eichen zu erklären.

KRATT – das heisst übrigens auf Norddeutsch Eichengestrüpp. Mit den fünf Buchstaben ist es oft eine Lösung in Kreuzworträtseln.

Der krüppelige Wuchse erinnert an Korkenzieher oder auch an einen mehrköpfigen Drachen. Er soll die Eichen auch vor dem Fällen bewahrt haben. Denn die krummen Stämme konnte man ausser als Brennholz kaum verwerten. Vielleicht war an dieser Stelle aber auch ein Heiliger Ort der alten Germanen, der später in Vergessenheit geriet? Wer weiss das heute schon? Auf dem Holzberg hier bei Buchholz wurde schon immer Forstwirtschaft betrieben. Bis heute werden gerade nach oben wachsende Bäume gepflanzt und abgeholzt.

Mag etwas dran sein an dem Gerücht, dass sich hier einst Druiden und andere Schamanen trafen? Neben Botanikern und interessierten Naturfreunden sollen sich hier auch alljährlich ortsfremde Esoteriker treffen. Gerade in Mittsommernächten und zur Walpurgisnacht geht von den Bäumen eine gewisse Magie aus. Es ist ein besonderer Ort. Soviel steht fest. Das mag auch an den Hügelgräbern liegen, die sich hier rund im Wald finden lassen.

Die Kratt-Eichen dienten auch schon mindestens einmal als Filmkulisse. Radio Bremen drehte hier die Szenen für das Feendorf im Märchenfilm „Prinz Himmelblau und Fee Lupine“. Auch für Hochzeitsfotografen ist dieser Ort ein schöner Fotospot. Die dicken Äste der Bäume wachsen tief über den Boden und die Braut kann dort fotogen Platz nehmen. Letzteres ist allerdings zum Schutz der Bäume eigentlich verboten. Das Klettern übrigens auch. Wie du dich am besten im Wald verhältst, habe ich dir übrigens in meinem Beitrag Tipps und Wissenswertes für einen Waldbesuch aufgeschrieben.

Wie alles, was durch die Anwesenheit des Menschen entstanden ist, benötigen auch die uralten Eichen hier eine gewisse Pflege. Sonst wird das Naturdenkmal schnell von Büschen und anderen Baumarten überwuchert und verdrängt. Früher haben diese Arbeiten regelmässig die Schafe und Ziegen übernommen. Heute muss der Mensch wohl selbst die Hand anlegen.

Unsere Wanderung zu den Kratt-Eichen

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Kleine Foto-Galerie

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