Teufelsmauer bei Blankenburg und Timmenrode HWN 76, 74

Teufelsmauer bei Blankenburg und Timmenrode HWN 76, 74

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 09.02.2022 aktualisiert.

Veröffentlicht wurde er am 09.02.2022.

Eigentlich kann eine Wanderung an der Teufelsmauer bei Blankenburg und Timmenrode nicht wirklich als Wanderung gelten. Vielmehr ist es ein Spaziergang. Denn viele Besucher kommen hierher und vertreten sich mal kurz die Beine. Sogar einen ausgewiesenen Kinderwagenrundweg Teufelsmauer gibt es. Immerhin hat der noch eine Länge von 6,8 Kilometern.

An der Teufelsmauer bei Blankenburg und Timmenrode HWN 76, 74

Ok, diese Tour ist wirklich touristisch abgedroschen! Dennoch: die Landschaft hier ist eine der schönsten, die ich kenne. Schon als kleiner Junge war ich hier mit meinen Eltern und Großeltern unterwegs. Ich liebte es, zwischen den Felsen herumzustrolchen.  Heute, knapp 40 Jahre später, bin ich wieder vor Ort. Die Landschaft scheint sich nicht verändert zu haben. Die Felsen sind vielleicht kleiner geworden – oder ich grösser? Die Teufelsmauer bei Blankenburg, aber auch die anderen Felsen dieser Formation wecken in mir Erinnerungen.

Bizarre Felsformationen

Die gesamte Teufelsmauer verläuft in nördlichen Harzvorland. Angefangen bei Ballenstedt, über Rieder, Weddersleben und Timmerode endet sie bei Blankenburg. Die Felsformation weist eine Länge von rund zwanzig Kilometern auf. Heute prägen etliche hochaufragende Felsen das Bild der Teufelsmauer. Geologisch sind diese Sandsteinformationen vor ca. 85 Millionen Jahre entstanden. Damals, als noch die Dinosaurier die Erde bevölkerten, lagerten sich Sedimente in den Meeren der Oberkreide ab. Am Ende der Kreidezeit und im Tertiär wurden diese Ablagerungsschichten durch Hebung der Harzscholle steil aufgerichtet. Somit entstand entlang des nördlichen Harzrandes die heute einmalige Schichtrippenlandschaft. Wasser und Wind formten heute die charakteristischen Felsen.

Der Sandstein der Felsen war bereits zu früheren Jahren begehrtes Baumaterial. Auch Mahlsteine für Mühlen wurden hier gebrochen. Am Königsstein bei Weddersleben finden wir sogar eine noch im Fels befindliche, unfertige Steinscheibe. Jedoch schon früh bemerkte man den Raubbau an der Natur. So kam es, dass der damalige Landrat schon in den Jahren 1833 und 1852 Teile der Felsrippen unter Schutz stellte. 1935 entstand mit der Teufelsmauer eines der ersten Naturschutzgebiete in Deutschland.

Das Aussehen der Teufelsmauer beflügelte schon damals die Fantasie der Menschen. Der Sage nach ist die Teufelsmauer entstanden, nachdem Gott die Erde erschaffen hatte und der Teufel sich von dieser einen Anteil erhoffte. Besonders hatte es der Teufel auf den Harz abgesehen. Denn dieser war sein Lieblingsgebirge. Lange stritten sich Gott und der Teufel darum. Schliesslich einigten sie sich darauf, dass der Teufel das Gebirge erhalten sollte und Gott dafür das fruchtbare Land vor dem Harz bewirtschaften konnte. Bedingung war allerdings, dass der Teufel eine Grenzmauer ziehen sollte. Diese sollte beide Herrschaftsgebiete voneinander trennen. Wenn der Teufel es schaffen sollte, diese Mauer in einer Nacht vor dem ersten Krähen eines Hahnes zu vollendne, so sollte ihm das Harzgebirge gehören.

Der Teufel schlug in den Pakt ein und machte sich sofort an die Arbeit. Er schaffte die ganze Nacht. Nur noch einen grossen Stein musste er in die Mauerkrone einfügen, dann schien das Werk vollbracht. Genau zu dieser Minute kam eine Bauersfrau aus Timmenrode des Weges. Sie wollte zum Markt nach Blankenburg und dort einen Hahn verkaufen, welchen sie in der Tragekiepe auf ihrem Rücken bei sich hatte. Da es noch dunkel war, stolperte die Frau über eine Wurzel, der Deckel ihrer Kiepe sprang auf und der begann erschreckt zu krähen.

Da bemerkte der Teufel, dass er die Aufgabe nicht erfüllt hatte. Sein Harzgebirge war für ihn nun für immer verloren. Wütend darüber nahm er den letzten noch fehlenden Stein und schleuderte in mit seiner ganzen Kraft gegen die fast fertige Mauer. Mit viel Getöse stürzten die Steinlagen ein. Die Steine zerschellten am Boden und liegen heute noch dort.

An der Teufelsmauer bei Blankenburg und Timmenrode - bizarre Felsformationen

Teufelsmauer zwischen Blankenburg und Timmenrode

Wir wollen auf unserer Wanderung den Teil der Teufelsmauer bei Blankenburg und Timmenrode entdecken. Wir parken am Parkplatz Schnappelberg in Blankenburg. Quasi direkt gegenüber dem Schloss und einstigem Wohnsitz der Grafen von Blankenburg-Wernigerode. Vom Parkplatz sind es nur knapp 5 Minuten zu Fuss zum Einstieg in das Abenteuer. Vorher jedoch gilt es, die viel befahrene Hasselfelder Straße zu überqueren. Zumindest hat der Harzklub hier ein kleines Hinweis-Achtungs-Schild am Baum angebracht. Warum- verdammt – gibt es hier noch keine Ampelanlage?! Das ist ja lebensgefährlich! Nachdem wir lebend über die Straße gekommen waren, war der ganze Ärger schon wieder vergessen.

Jetzt geht es hinein ins Märchenland. Oder die Teufelsmauer. Bizarre Felsformationen, von der Natur geformt. Viel schöner ist natürlich die Entstehung der Teufelsmauer durch die Sage erklärt.  Wir laufen zum berühmten Großvaterfelsen. Natürlich machen wir Fotos und Jens steht immer öfter mit staunenden Augen und offenem Mund neben mir. Der Felsen befindet sich direkt am Ortsrand von Blankenburg. Ein gleichnamiges Restaurant befindet sich unweit des Felsens. Hier am Felsen beginnen auch viele Wanderungen. Schöne Aussichten in den Harz und das Vorland gibt es hier auch schon. Für Kinder ist das ein wirklicher Abenteuerspielplatz.

Wir nehmen den Nördlichen Hangweg unterhalb der Teufelsmauer und wandern Richtung Timmenrode. Immer wieder sehen wir durch den herbstlichen Wald die bizarren Felsformationen. Etwa in der Mitte unseres Weges wird die Teufelsmauer durch einen Pass, dem Sautrog, zerschnitten. Durch den Sautrog kommen wir zur Gewittergrotte und zum Fuchsbau. Fuchsbau ist der Name für einen künstlichen und begehbaren Felsenkeller. Richtige Abenteuerspielplätze für Kinder und jung gebliebene Erwachsene! Wir sehen die ganzen Einschriften ehemaliger Wanderer, deutscher und russischer Soldaten aus den Kriegen. Viele haben sich hier verewigt. Irgendetwas wird in diesen Steinen überdauern.

An der Teufelsmauer bei Blankenburg und Timmenrode - Blick auf das Hamburger Wappen vom Teufelsloch

Am Hamburger Wappen

Schliesslich gelangen wir kurz vor Timmenrode zum Hamburger Wappen. Gerade wir als Bremer freuen uns, an diesem Ort zu sein. Auch wenn Hamburg das Tor zur Welt ist, wir als Bremer haben den Schlüssel dafür. :-) Hier am Hamburger Wappen befindet sich auch das Teufelsloch, eine Höhle an der Seite des Talkessels. Diese Felsformation und ihr Umfeld gab schon vielfach die Bühne für Märchen- und andere Filme. Kennst du einige? Wir verweilen an diesem schönen Ort, geniessen die Zeit und die Sonne. Unterhalb der Felsen finden wir die Stempelstelle 74 der Harzer Wandernadel.

Nach einiger Zeit treten wir den Rückweg an. An der Heidelbergwarte nehmen wir den Kammweg oder Löbbeckestieg, wie der Weg auch genannt wird. Der führt durch enge Felsen, über Felsen und Schluchten den Kamm der Teufelsmauer entlang. Eltern sollten aufpassen, dass ihre Kinder hier nicht abrutschen. Was machen junggebliebene Erwachsene? Die kraxeln natürlich ebenfalls hier rum! Dabei muss ich aufpassen: mit dem Fotorucksack verlagert sich der Schwerpunkt des Körpers. Glücklicherweise sind genügend dieser Eisengitterhalterungen vorhanden. Auch wenn diese teilweise wackeln, man hat etwas, woran man sich festhalten kann!

Auf diesem Höhenweg haben wir vielfach die herrlichsten Ausblicke auf den Harz und in die Landschaft. “Kamerakind” Jens entdeckt seine alpine Ader und erklimmt wirklich jeden Klettersteig. Unterhalb des Großvaterfelsen (dieses Mal von der anderen Seite) finden wir den Stempel 76 der Harzer Wandernadel. Auch den nehmen wir mit – natürlich nur als Abbild in unserem Stempelheft! Wir sehen nun schon wieder das Blankenburger Schloss und sind bald wieder zurück am Parkplatz.

Unser Wanderung bei Komoot

Die Teufelsmauer muss man hier gesehen haben. Auch wenn man hier nie wirklich allein ist. Auf dieser Wanderung kannst du zwei Stempel der Harzer Wandernadel erwandern: die Nummer 79 und 74. Am Parkplatz Am Schnappelberg befindet sich mit der Tourismusinformation auch eine Vertriebsstelle der Harzer Wandernadel. Hier können Pässe, Abzeichen und weiteres Zubehör erworben werden.  Weitere Tipps im Harz findest du auf meiner Webseite unterwegs im Harz 


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  1. Netreisetagebuch 16. Februar 2022 at 14:44 - Reply

    Das klingt nach einem spannenden Ausflugsziel, auch wenn der Teufel seine Finger mit im Spiel hatte. Solche bizarren Felsformationen gibt es übrigens auch in NRW, nämlich die Externsteine im Teutoburger Wald.
    Da der Harz auf meiner Bucketlist steht, werde ich die Teufelsmauer mal im Hinterkopf behalten. Vielen Dank für den Tipp.
    Liebe Grüße Annette

    • Torsten Berg 17. Februar 2022 at 13:23 - Reply

      Die Externsteine kenne ich auch schon :-) aber ich denke, da gibt es noch jede Menge anderer Sachen zu entdecken!

      Viel Spass im Harz!

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