Der NABU ruft bundesweit zum Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel auf. Seit 2011 wird deutschlandweit alljährlich diese Mitmachaktion durchgeführt. Ohne grossen Aufwand zu betreiben, kann man dabei unser Wildes Deutschland erleben. Unter allen Teilnehmern werden auch wertvolle Preise verlost.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel

Wildes Deutschland am Küchenfenster

Bereits als kleiner Junge sass ich im Winter fasziniert in unserer Küche. Vor dem Fenster hatten meine Eltern ein Vogelfutterhaus aufgehängt. Dieses füllte ich eifrig jeden Tag nach und säuberte es. Stundenlang konnte ich davor sitzen und die Vögel beobachten. Das war für mich spannender als jedes Fernsehen. Auch heute noch füttere ich meine gefiederten Freunde bei uns im Garten. Nicht nur im Winter. Natürlich blieb mir dabei eine Veränderung in der Vogelwelt nicht verborgen. Damals gab es aber noch keine Stunde der Wintervögel.

Die NABU-Aktion soll möglichst aktuelle Zahlen über Häufigkeit und Vorkommen unserer heimischen Vogelwelt liefern. Spannend im Winter wird natürlich das eventuelle Vorkommen von Wintergästen sein. Im Sommer gibt es übrigens eine ähnliche Aktion: die Stunde der Gartenvögel.

Viele wissenschaftliche Studien beschäftigen sich auch mit unserer heimischen Vogelwelt. Die Mitmachaktion des NABU bei der Stunde der Wintervögel ist zwar keine wissenschaftliche Studie, aber durch die hohe Anzahl an Meldungen wird sie aussagekräftiger. Neudeutsch hat sich für solche Aktionen auch der Begriff der Citizen Science eingebürgert.

Generell sind Projekte aus dem Bereich Citizen Science aufgrund der Teilnahme von Laien fehlerbehaftet. Solche Aktionen können kein Ersatz für fundierte, wissenschaftliche Untersuchungen sein. Sie werden jedoch aussagekräftig, wenn eine große Zahl Meldungen eingehen. Die Veranstalter versuchen, diese Fehlerquellen durch Steigerung der Teilnehmerzahl, Information durch Führungen, Informationsmaterial und Internetangebote wie Steckbriefe der wichtigsten Arten zu verringern.

Quelle: Wikipedia

Neben der grossen Anzahl an Meldungen über die gezählten Vogelarten hat die Aktion Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel noch einen weiteren positiven Effekt: viele Menschen interessieren sich wieder für die Natur. Auch für mich war wohl die Beobachtung der Vögel an unserem Futterhaus einer der Auslösefaktoren für meine Naturliebe.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel

Mitmachaktion Stunde der Wintervögel

Mitmachen kann jeder, der sich für unsere Natur interessiert, denn die Aktion findet in unserem direkten Umfeld statt: im Garten oder im Stadtpark, auf dem Balkon oder am Fenster. Wichtig ist eigentlich nur ein Platz, von dem aus man gut unsere gefiederten Freunde beobachten kann.

Eine Stunde lang sollen die Vögel beobachtet werden. Dabei wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Beobachtungszeitraum gleichzeitig zu sehen war. So sollen Doppelzählungen vermieden werden. Beispielsweise tummeln sich bei uns im Garten immer eine Gruppe von rund zwanzig Haussperlingen. Diese zähle ich natürlich nur einmal, auch wenn die Gruppe fünfmal in der Stunde auftaucht. Zähle ich einmal fünfundzwanzig Sperlinge, melde ich auch fünfundzwanzig Sperlinge an den NABU.

Die Aktion läuft vom 04. Januar bis zum 06. Januar 2019. Während dieser Tage braucht ihr natürlich nur eine Stunde zu beobachten. Eine besondere Artenkenntnis braucht ihr am Anfang nicht mitzubringen. Schnell lassen sich die häufigsten Vogelarten erlernen. Vielleicht habt ihr im Bekanntenkreis einen erfahrenen Ornithologen, der euch auch bei den selteneren Arten unterstützen kann.

Der NABU bietet auf seiner Webseite zudem vielfältiges Bestimmungsmaterial an. Neben Fotos und Videos gibt es auch die runderneuerte APP „Vogelwelt“ mit Bestimmungshilfen. So können auch smartphoneaffine Kinder zur Beschäftigung mit unserer Natur begeistert werden.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der diesjährigen Zählung. In den letzten Jahren zeigte sich, dass der Haussperling wieder zugenommen hat. Lange Zeit war der Spatz nicht mehr in unserem Viertel zu sehen. Nun haben wir wieder regelmässig diesen schönen Vogel zu Gast. Besonders gespannt bin ich auf die Zahl der Amseln. Auch wir hatten im Sommer keine dieser Vögel mehr bei uns im Garten. Anscheinend wurde aber das Revier wieder von einzelnen Amseln inspiziert.

Eine weitere Möglichkeit zum Mitmachen – speziell beim NABU Bremen – habe ich übrigens hier für dich: