Baubericht: die Spielzeugwarenmanufaktur Waldesruh entsteht

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Waldesruh ist auch durch seine Spielzeugwarenmanufaktur bekannt. Hier werden die begehrten Holzspielzeuge und viele Dekoartikel für das Weihnachts- und Osterfest hergestellt. Mittlerweile hat die kleine Spielzeugindustrie in unserem beschaulichen Örtchen eine lange und gute Tradition. Spielzeug aus Waldesruh ist gefragt. Denn heir wird es noch manuell und mit viel Liebe hergestellt. Dieser Bericht soll einen kleinen Einblick in die Baugeschichte dieses Modells geben.

Die Spielzeugwarenmanufaktur Waldesruh entsteht - Baubericht

Die Spielzeugherstellung hat eine lange Tradition in Waldesruh

Die Herstellung von Spielzeug hat in Waldesruh eine lange Tradition. Als Holzkohle immer weniger gefragt war, mussten sich die Waldesruher nach etwas neuem umsehen. So entdeckten sie, daß sich das Spielzeug, welches die Köhler in den Wintermonaten für ihre Kinder schnitzten, auch gut verkaufen ließ. So wuchs hier ein neuer Wirtschaftszweig heran. Mit den Spielzeugen waren die Waldesruher ebenso erfolgreich wie mit ihrer Holzkohle. Bald bildete sich die Gilde der Spielzeugmacher heraus. Als Zeichen ihrer Kunstfertigkeit bauten sie auch bald ihr Gildehaus, welches unweit des Rathauses zu finden ist.

Für das Haus, in dem auch heute noch die Spielzeugwarenmanufaktur untergebracht ist, wählte ich das Modell 3749 Zunfthaus von Vollmer. Dieses brachte ich mir bei einem Besuch im Miwula mit und nun mit dem Zusammenbau begonnen. Erstmals baue ich ein Haus nicht nur nach dem Bauplan. Die einzelnen Teile bearbeite ich vor dem Zusammenbau noch einmal farblich, um hier ein einzigartiges Gebäude entstehen zu lassen.

Dementsprechend dauert der Zusammenbau auch länger, aber die ersten Ergebnisse gefallen mir schon! Der Putz wurde farblich gestaltet, die Holzbalken gealtert und einige Holzteile erhileten bereits eine individuelle Färbung. Ganz wie es alten Fachwerkhäusern eigen ist.

Die Spielzeugwarenmanufaktur Waldesruh entsteht - Modell 3749 Zunfthaus von Vollmer

Der Innenausbau kann starten

Mittlerweile wurde an der Spielzeugwarenmanufaktur weiter gebaut. Auch wenn die Waldesruher momentan andere Sorgen haben, irgendwie muß es weitergehen. Die Wände des Gebäudes stehen und wurden farblich bearbeitet. Hier soll später das begehrte Waldesruher Spielzeug hergestellt werden und auch zu erwerben sein.

Nachdem am Gebäude eigentlich nur noch die Dächer fehlen, kann bereits mit dem Innenausbau begonnen werden. Vorab gesagt: ich bin von diesem Gebäude mehr als überrascht und erfreut. Der Zusammenbau sah auf dem Bauplan schwieriger aus, als er schließlich war. Das Gebäude ist schon von Haus aus sehr detailreich gestaltet. Seine vier Stockwerke lassen eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten zu. Durch die zusätzliche farbliche Gestaltung und Alterung gefällt es mir noch besser!

Mit dem jetzigen Stand am Bau wurde auch bereits eine Stellprobe auf der Anlage vorgenommen. Daraus ergeben sich weitere Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. In den hinteren Räumlichkeiten und im ersten Geschoß sind die Werkstätten der Spielzeugschnitzer und -bemaler anzutreffen. Im zweiten Obergeschoss gibt es Ferienwohnungen – was gibt es schöneres als sich im historischen Ambiente zu erholen? Das Dachgeschoß dient vorläufig noch zur Lagerung wie es in alten Gebäuden noch üblich ist. Was dort wohl noch für Schätze zu finden sind?

Die Spielzeugwarenmanufaktur Waldesruh entsteht - der Innenausbau kann starten

Im Erdgeschoß des Hauses ist genügend Platz für Verkaufsräume. Große Fensterscheiben wurden wohl irgendwann nach 1900 hier eingebaut. Hier wird dementsprechend ein repräsentativer Verkaufsraum für die Spielwaren der Spielzeugwarenmanufaktur entstehen. Da diese vor allem zu Weihnachten gefragt sind, ist dieser Raum natürlich auch im Sommer weihnachtlich geschmückt.

Um diesen Verkaufsraum entsprechend gestalten zu können, wurden von mir die benötigten Maße auf einen Pappkarton übertragen und ein Quader gebastelt. Dieser wird dann zu einem Raum zusammen geklebt, bemalt und entsprechend ausdekoriert. Somit erhalte ich einen separaten Raum, der von innen beleuchtet werden kann, ohne das gesamte Haus zu erleuchten. Zum anderen kann ich bei Bedarf diesen Raum inklusive Inhalt auch wieder aus dem Gebäude entfernen, austauschen und umdekorieren.

Über das Umfeld der Manufaktur bin ich mir noch im Unklaren. Sicherlich: es wird im Ortskern stehen und eine entsprechende Straßenanbindung (eher Gassenanbindung) haben. Der Ortskern von Waldesruh wurde bekanntlich nicht für LKW gebaut. Zudem ist der gesamte Ortskern eine Fußgängerzone. Anlieferungen von Schnittholz sind aber problemlos per LKW möglich. Die Waldesruher Logistikgesellschaft WLG kann es eben! Angeliefertes Holz kann im Haus gelagert werden. Dementsprechend wird es wohl keinen Lagerplatz an der Manufaktur geben.

Die Spielzeugwarenmanufaktur Waldesruh entsteht - Behandlung der Dachplatten des Modells

Nach dem Innenausbau kann das Dach aufgesetzt werden

Das Gebäude der Spielzeugwarenmanufaktur ist fast fertig gebaut. Mit dem Anbringen der Dächer und Verzierungen ist das Modell fertig zusammen gebaut. Auch alle Lichtquellen wurden mit montiert. Nun braucht es nur noch abschliessend farblich dekorationsmäßig gestaltet werden. Die Dächer wurden wie alle anderen Bauteile bereits vor dem Einbau farblich noch einmal behandelt und gealtert. Einige der Ziegel malte ich in einem helleren Rotton an. An diesen Stellen haben die Gemeindearbeiter zusammen mit den Dachdeckern kaputte Ziegel ausgetauscht. Die neuen Ziegel haben noch ihre helle Farbe aus der Fabrik und müssen natürlich noch durch Wind und Wetter alt werden.

Das Modell selbst ist kein Produkt aus DDR-Produktion. Als ich es aber während eines Besuches im Miwula Hamburg im dortigen Shop gesehen habe, gefiel es mir sofort auf Anhieb. Von der Bauweise passt es auch wunderbar in das Ensemble nach Waldesruh. Die Teile waren gut gegossen und ließen sich leicht be- und verarbeiten. Mit dem Zusammenbau gab es keine Probleme. Als einzig negatives zu erwähnen wäre, daß man diesem Modell ansieht, daß es nicht wirklich eine Formneuheit der Firma Vollmer war. Blickt man hinter die Fassade, so erkennt man neben den Fachwerk gemauerte Giebel. Dies rührt daher, daß viele Hersteller ihre Spritzlinge für verschiedene Modelle verwenden.

Als erstes meiner Modelle habe ich die einzelnen Bauteile Stück für Stück noch einmal farbig bearbeitet. Sei es mit einer Grundierung, um eine andere Wandfarbe zu erhalten oder sei es, um einzelne Bauteile stärker hervorzuheben. Gerade in alten deutschen Fachwerkstädten sieht man Holzschnitzereien, Balkenenden oder Verzierungen in bunten Farben an den Häuserwänden. So etwas wollte ich auch am Gebäude der Spielzeugwarenmanufaktur erreichen. Möge der geneigte Leser und die geneigte Leserin selbst urteilen, inwieweit mir dies gelungen ist.

Nun wird das Gebäude an kleinen Stellen noch farblich bearbeitet und gealtert. Auch dies ist Neuland für mich. Dann kann das Gebäude in Waldesruh aufgestellt und das Umfeld entsprechend gestaltet werden. Spätestens dann gibt es auch etwas über die Geschichte dieses Bauwerkes zu erfahren.

Im Präsentationsraum in der Spielzeugwarenmanufaktur

Präsentationsraum in der Spielzeugwarenmanufaktur

Über Weihnachten wurde auch der Präsentationsraum in der Spielzeugwarenmanufaktur für die Öffentlichkeit eröffnet. In diesem – neudeutsch auch Showroom genannten – Geschäft präsentiert die Spielzeugwarenmanufaktur Waldesruh in repräsentativer Einrichtung ihre Kollektion und ihre Neuheiten rund um das Waldesruher Spielzeug.

Durch die jahrhundertelange Tradition hat sich in Waldesruh die Kunst der Spielwarenproduktion und der traditionellen Dekorationsartikel für das ganze Jahr als wirtschaftliches Standbein entwickelt. Auch in unserer schnelllebigen und konsumorientierten Zeit sind die pädagogisch wertvollen und auch in Sammlerkreisen gefragten Spielwaren sehr begehrt. Zudem wird die Nachfrage nach beständigen Werten wieder größer.

Im Sortiment der Spielzeugwarenmanufaktur findet der Interessierte neben den bekannten Holzspielwaren auch weihnachtliche und österliche Schnitzereien aus der Region. Allesamt geschnitzt und liebevoll bemalt durch die begabten Hände der Waldesruher Handwerker. Ab Frühjahr des nächsten Jahres sind auch Puppen und Teddybären im Sortiment zu finden. Erste Modelle können bereits im Präsentationsraum besichtigt werden.

Die Wände des Präsentationsraumes sind in einem ockerfarbenen Putz gehalten. Der Fußboden wurde aus robusten Eichenparkett verlegt. Den Handwerkern ist es sogar gelungen, die jahrhundertealte Stuckdecke im neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Besonders stolz sind die Waldesruher darauf, hier in diesem Präsentationsraum zwei weitere Bilder aus dem Zyklus der Waldesruher Kulturbilder zur Besichtigung freizugeben.