Ich möchte immer noch die Welt und auch das Klima retten! Wenigstens ein bisschen. Denn schon seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Tiere und Natur. Ich lernte den Beruf eines Forstfacharbeiters und wollte später Förster werden. Durch diverse Umleitungen in meinem Lebensweg bin ich im Büro eines grossen Lebensmittelherstellers gelandet. Geblieben ist das Interesse an der Natur, die Mitgliedschaft in einem Naturschutzverein und der Wunsch etwas zum Erhalt unserer Natur und Umwelt beizutragen.

Dieser Beitrag wurde im Juni 2019 aktualisiert. Der ursprüngliche Beitrag wurde erstmalig am 30. Mai 2011 veröffentlicht.

Sollen andere doch das Klima retten ...

Die Klimakatasptohe ist nur ein Teil der globalen ökologischen Katastrope

„Wir alle lieben es, Wirtschaft und Industrie für die Fehlentwicklungen auf unserem Planeten verantwortlich zu machen. Aber wir befinden uns im Irrtum: Wir selbst sind die Bösen.“ sagte der Dokumentarfilmer John Webster in seiner Dokumentation „Kein Öl mehr! – Übung für den Ernstfall“ (Finnland 2008).

2011 lief unter anderen diese Doku wieder einmal im Fernsehen und war mehr oder weniger der Auslösefaktor für dieses Blog. Wir leben in einer Zeit, in der es uns so gut geht wie nie zuvor (meinen wir) – wir können kaufen was und wann wir wollen; reisen wohin wir wollen; denken und sagen was wir wollen. Wir sind frei in unseren Gedanken und unserem Handeln.

Aber gleichzeitig haben wir mit Problemen zu kämpfen, die wir vorher so gar nicht kannten und deren Auswirkungen noch lange nicht abzusehen sind: Klimakatastrophen, Überfischung der Meere, Lebensraumvernichtung, Ausbeutung von Rohstoffreserven, Versiegelung der Landschaft, unsichere Lebensmittel, Atomkatastrophen. Diese gesamt besehene ökologische Katastrophe bedroht vielleicht noch nicht direkt unser eigenes Leben oder das unserer Kinder. Jedoch werden Klimaveränderung, Artensterben und andere Katastrophen enorme Auswirkungen auf das Leben dieses Planeten haben.

Was bist du bereit, für deine Umwelt zu tun

Jeder einzelne von uns (mich eingeschlossen) begeht tagtäglich jene kleinen Fehler, die scheinbar unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens sind, aber die in Summe gesehen im Mittelpunkt der Katastrophe stehen. Nicht DIE ANDEREN sind schuld und verantwortlich, sondern WIR ALLE! Jeder kann für sich selbst entscheiden, was und wieviel er bereit ist, für den Schutz unserer Umwelt zu tun. In der Theorie klingt das alles sicher einfacher als es in der Praxis ist. Aus diesem Grund wollte ich dieses Blog führen – es soll ein Anstoss sein, mit weiteren gleichdenkenden Menschen in Kontakt zu kommen, zu Diskussionen anzuregen, Tips für ein ökologischeres Verhalten zu geben und zu bekommen. Ja! – Ich will immer noch die Welt retten!

Dieses neue Verhalten soll nicht zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen, sondern vielmehr Wege aufzeigen zu einer Verbesserung des Lebens, welches wir heute führen. Die Möglichkeit eines totalen Aussteigens aus der heutigen modernen Welt ist kein Ziel, jedoch eine Entschleunigung wünschenswert. Wer möchte ist recht herzlich eingeladen, sich mit zu beteiligen!

Sollen andere doch das Klima retten ...

Sollen andere doch das Klima retten

Vor einigen Tagen veröffentlichte die Wirtschaftswoche einen Artikel zum Thema „Klimaschutz: Rettet ihr gefälligst das Klima“Zusammengefasst geht es in diesem Artikel darum, dass der Konsument an sich selbst verantwortlich für die Klimakatastrophe ist. Dementsprechend soll er auch selbst das Klima retten! Eine Verantwortung von Politik oder Wirtschaft wird ausgeschlossen. [Anmerkung: Die Klimakatastrophe ist nur ein Teil der gesamten ökologischen Katastrophe, vor der wir stehen.] Klar ist, jeder kann und muss etwas tun! Aber klar ist auch, allein durch freiwillige Selbstverpflichtungen können wir die ökologische Katastrophe nicht aufhalten. Auch dann nicht, wenn wir immer mit einem Baumwollbeutel zum Einkaufen gehen. Die Zeit läuft immer schneller ab.

Bereits jetzt beginnt der Permafrostboden in Sibirien zu tauen. Im Jahr 2017 wölben sich bereits über 7000 Methangasblasen auf. Explodiert solch eine Blase, gelangt ein weiteres Treibhausgas in unsere Atmosphäre. Das Methangas ist allerdings rund 30mal klimawirksamer als Kohlendioxid. Der laufende Prozess der Erderwärmung nimmt an Geschwindigkeit zu. Bald ist eines der Kippelemente erreicht, an denen es kein Zurück mehr gibt. Und Politik und Wirtschaft diskutieren immer noch, ob es überhaupt eine Klimakatastrophe gibt!?! Nein, mit Baumwollbeuteln, Mehrweg-to-GO-bechern und anderen freiwilligen Selbstverpflichtungen können wir die Welt nicht mehr retten. Auch nicht mit den hippen Fleischlosburgern von LIDL.

Schluss mit den freiwilligen Selbstverpflichtungen. Das wird eh nichts! Was wir brauchen, sind Menschen mit Visionen. Die auch mal den Mut haben und unpopuläre Sachen durchdrücken. Denen das Diskutieren, Zögern und Verhandeln zuwider ist. Menschen, die einfach mal machen! Politiker, die ihre gesamtgesellschaftliche Verantwortung erkennen und die nicht nur für ihre Interessengruppen Gesetzte erlassen.

Umweltfreundliche Technologien können Hoffnung machen

Stammzellenforschung, die Fleisch im Labor züchten lässt. Bakterien, die umweltneutralen Treibstoff produzieren. Intelligente Logistiksysteme, die notwendigen Warenverkehr bündeln. Erste Ansätze sind vorhanden. Hoffnungen können neue umweltfreundliche Technologien machen. Das alles sind aber nur Hilfsmittel, um die globale Katastrophe noch abzumildern. Aber Technologien reichen allein nicht aus. Sonst finden wir uns nur allzu schnell in einer hochtechnologisierten Welt wieder, in der Natur überhaupt keinen Platz mehr hat. Solange es zu keinem gesellschaftlichen Wandel kommt, solange werden wir die Welt nicht retten können. Ein Ausweg kann eine Postwachstumsökonomie sein. Denn wir müssen uns vom unendlichen und unbegrenzten Wachstum verabschieden. Aber immer wieder sollen andere doch das Klima retten.

Doch anscheinend ist es noch ein langer Weg, bis Politik und Wirtschaft die Notwendigkeit für ein Handeln erkennen. Wahrscheinlich erst, „wenn der letzte Baum gefällt ist, der letzte Fluss vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist“. Dann, wenn man feststellt, „dass man Geld nicht essen kann.“. Bis dahin bleibt es wohl wirklich nur im Interesse jedes Einzelnen aktiv zu werden. Doch eines ist sicher: ohne Verzicht und tiefe Einschnitte in unser gewohntes Luxusleben ist die weltweite ökologische Katastrophe nicht abzuwenden. Nur gibt es noch viel zu wenige Menschen, die diese Situation erkannt haben. Und noch viel weniger Menschen haben den Mut, sich dahingehend zu äussern. Vor allem unsere Politiker nicht.

Sollen andere doch das Klima retten ...