Rund um die Thülsfelder Talsperre bei Garrel

Hier im Nordwesten soll es tatsächlich auch eine Talsperre im Flachland geben. Grund genug uns einmal die Thülsfelder Talsperre bei Garrel anzuschauen.

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 18.03.2024 aktualisiert.

Erstellt wurde er am 14.03.2024 .

Rund um die Thülsfelder Talsperre bei Garrel

Talsperren kenne ich nur aus den Bergregionen. Hier im Nordwesten soll es tatsächlich aber auch die einzige Talsperre im niedersächsischen Flachland geben. Grund genug uns einmal die Thülsfelder Talsperre bei Garrel anzuschauen.

Rund um die Thülsfelder Talsperre bei Garrel

Die Thülsfelder Talsperre

Die Talsperre ist ein Stausee zwischen Cloppenburg und Friesoythe im Oldenburger Münsterland. Mit rund 10,8 Millionen Kubikmeter Stauraum zählt sie zu den großen Talsperren. Der kleine Fluß Soeste konnte bei starken Regen oder Schneeschmelze das anfallende Wasser nicht schnell genug durch das schmale Flußbett abführen. Die Folge waren regelmäßige Überschwemmungen der Uferbereiche. 1923 beschloß deshalb der Oldenburger Landtag den Bau einer Talsperre. Bei Thülsfeld an einer schmalen Geeststelle begannen die Bauarbeiten 1924.

Dabei wurde der 3,1 Kilometer lange Staudamm errichtet. Die Sohlenbreite des Dammes beträgt 70 Meter. Dabei erreicht der Damm eine Höhe von 9 Meter. Die erreichbare Wassertiefe bei Vollstau beläuft sich auf 5 Meter. Als Hochwasserschutzraum können so 3,52 Millionen m³ vorgehalten werden.

Neben den Hochwasserschutz dient die Talsperre heute vor allem auch der Niedrigwasseraufhöhung, der Naherholung, der Sportfischerei und dem Naturschutz. Der Stausee, die umliegenden Wälder und vor allem die Heideflächen westlich der Talsperre stehen seit 1937 als Naturschutzgebiet und Schutz.

Rund um die Thülsfelder Talsperre bei Garrel - in der Heide unterwegs

Unsere Wanderung um die Thülsfelder Talsperre bei Garrel

Wir starten unsere Wanderung am Wanderparkplatz am Drei-Brücken-Weg südlich des Stausees. Eine gute Wahl, denn so haben wir die für uns interessanten Bereiche am Anfang und am Ende des Weges.

Nach wenigen Schritten geht es auch gleich hinein in das FFH-Gebiet Heiden und Moore an der Talsperre Thülsfeld. Hier erwartet uns eine tolle Heidelandschaft. Dieser Teil ist für uns eindeutig das Highlight der Wanderung! Zwar blüht jetzt im Frühjahr noch nicht die Heide. Aber wir merken, der Frühling steht schon in den Startlöchern. Vor allem die Singvögel legen sich schon kräftig ins Zeug. Für Kreuzottern und andere Reptilien ist es noch zu kalt. Frösche oder Kröten sehen wir auch noch nicht. Dafür freuen wir uns über eine Ziegenherde. Die Ziegen arbeiten hier für den Naturschutz und halten die Heide frei. 

Wir kommen an einem alten, mit Reet gedecktem Stall vorbei. Der Stall ist restauriert und wird noch heute genutzt. Vielleicht werden hier die Ziegen in der Nacht untergebracht. Wir fühlen uns fast in die Lüneburger Heide versetzte.

Rund um die Thülsfelder Talsperre bei Garrel - Zeigen als Helfer im Naturschutz

Mittels Brücken geht es über die Große und die Kleine Lagune des Stausees weiter bis wir zur Nord-West-Lagune kommen. Ab hier wird es voller und touristischer. Unser Weg führt uns über die Staumauer. Diese ist natürlich kein Vergleich mit den bekannten Talsperren aus dem Harz. Hier an der Staumauer tobt jetzt schon der Bär. Wie voll mag es im Sommer hier sein. Dann hat auch der Klettergarten geöffnet. Schnell geht es weiter, es vorbei an zwei Dauer-Campingplätzen. Langsam werden die Spaziergänger wieder weniger.

Hinter dem Campingplatz Einhaus geht es wieder auf naturnahen Wegen durch den Wald entlang der Soeste, die für die Talsperre aufgestaut wurde. Das gesamte Talsperrengebiet lädt zur Vogelbeobachtung ein. Das Naturerlebnis am See wird durch die vielen Gänse dominiert, die hier während der Zugzeit rasten und ggf. auch brüten. Vor allem Graugänse und Kanadagänse beobachten wir. 

Rund um die Thülsfelder Talsperre bei Garrel - Graugans bei Lockerungsübungen

Wir verlassen schließlich den befestigten Deichweg und können naturnahe Pfade durch den Wald nehmen. Pfade können wir hier teilweise wörtlich nehmen. Die schmalen Wege entschädigen uns für den Touristenrummel. Auch hier jubilieren die Vögel kräftig. Die Salweide zeigt ihre wunderhübschen Blüten. Ab und zu gewährt uns das Gehölz einen Ausblick auf den Stausee. Der Weg wird breiter und es bieten sich uns wunderschöne Ausblicke auf das Wasser. Bänke sind hier reichlich aufgestellt und auch Bademöglichkeiten gibt es hier reichlich. Im Sommer sollte man das Badezeug nicht vergessen.

Bald erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt am Wanderparkplatz.

Fotoimpressionen unserer Wanderung

Unsere Videoimpression der Wanderung

Informationen zur Wanderung

Dauer gesamt: 3:30 Stunden

Distanz: 11,0 Kilometer

Höhenunterschied: 30 Meter

gut begehbare Waldwege bzw. gepflasterte Fußgängerwege

Link zur Tour mit Trackdownload

Mit freundlicher Unterstützung von Komoot *

Startpunkt:

Wanderparkplatz Talsperre Süd

Drei-Brücken-Weg ; 49681 Garrel

alternativ:

Bus Parkplatz Kletterwald

Am Stausee 22, 26169 Friesoythe

Naturerlebnis-Highlights unserer Tour:

  • Heidelandschaft
  • Lagunenlandschaft
  • „Auwald“-gebiet im Zuflußbereich

weitere Highlights:

  • alter Schafstall
  • Brücken über die Lagunen
  • Badestellen im Südbereich

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