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Besonders im Frühling und im Frühsommer bemerkt der aufmerksame Naturbeobachter, wie an den Eichenstämmen prozessionsartige Züge von Raupen entlangzeihen. Diese sind auf der Suche nach Nahrung, welche sie in den grünen Blättern der Eichen finden.

Diese Raupen sind die Jungtiere des Eichenprozessionsspinners, ein unscheinbar, vorwiegend in den Nachtstunden fliegender Schmetterling.

Dieser Spinner ist keineswegs neu in unserer Natur. Er gehörte schon immer zu unserer Fauna. Jahrelang bereitete er keine Probleme in der Forstwirtschaft. Doch dieses Jahr sind die Förster des Landes besorgt. Im trockenen letzten Jahr haben diese Spinner sich unverhältnismäßig vermehrt und sehr viele Eier an den Eichen abgelegt. Nun befürchten die Forstleute einen Kahlfrass durch die Raupen.

„Die Eichen werden durch die Raupen zwar geschädigt, aber weil die Bäume noch einmal im Juli mit dem sogenannten Johannistrieb austreiben können, hält sich dieser Schaden für die Bäume in Grenzen!“, erklärte Förster Grünrock gegenüber dem Waldesruher Tagesboten. „Gefährlich werden könnten die Raupen allerdings für die Waldbesucher.“ Die Raupen haben ein dichtes Haarkleid, welches aus sogenannten Brennhaaren besteht. Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge, die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.

Gefährdete Personen sollten in solchen Zeiten den Wald meiden. Die örtlichen Forstbehörden werden die Situation überwachen und gegebenenfalls die betroffenen Waldgebiete sperren.

„Normalerweise brauchen wir uns für Waldesruh keine Sorgen zu machen,“ – so Förster Grünrock – „in unserem reichen Ökosystem haben wir genügend natürliche Feinde, die den Prozessionsspinner in Schach halten“. Auch die natürliche Altersstruktur und die Artenvielfalt im Wald sorgen für einen Ausgleich, so der Förster weiter.