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Plastik ist Ausdruck unseres Wohlstandes. Plastikmüll ist Ausdruck unseres vermeintlichen Wohlstandes. In den 1970er Jahren war es schick mit bunten Plastikbeuteln herumzulaufen. Doch nun holt uns der Plastikboom dieser Jahre unaufhaltsam ein, vor allem in Form von Plastikmüll.

Ich selbst kann mich daran erinnern, daß in der DDR der  1970er Jahre gerade die bunten Plastiktüten aus dem westlichen Ausland sehr begehrt waren. Produkte aus Plastik waren formschön, haltbar, unverwüstlich und zweckmäßig.

Meistens gleich von Anfang an Müll: Plastikmüll!

Plastikmüll auf dem Lummenfelsen von Helgoland

Plastikmüll auf dem Lummenfelsen von Helgoland

Plastik im Boden, Microplastik im Grundwasser, Plastik in Lebensmitteln, Plastik als Müll in den Straßen, den Wäldern und Feldern, im Meer. Ganze Plastikinseln, teilweise größer als Europa, sind bereits in den Ozeanen entstanden. Täglich produzieren wir gewaltige Mengen an Plastikmüll. Vor allem Verpackungen aus diversen Plaststoffen bilden einen Großteil der Müllmenge. Der überwiegende Teil des Plastikmülls stammt aus den wohlhabenden und aufgeklärten Industrienationen. Die Mengen dieses Plastikmülls sind unübersehbar. Ebenso riesig sind die Mengen an Plastik, welches bereits im Boden, in der Nahrung, am Meeresboden oder anderweitig als Microplastik verborgen, für uns nicht mehr sichtbar ist.

Welche Auswirkungen hat der Plastikmüll?

Plastik verrottet nicht so schnell. 400 Jahre, so geben Wissenschaftler an, soll es dauern, bis eine heutige Plastiktüte sich zersetzt hat und abgebaut ist. Während dieser Zeit wird das Stück Plastik beständig kleiner und kontaminiert weiter Tiere, Pflanzen und Umwelt. Statt einem wirksamen Recyceln wird Plastikmüll vielfach geschreddert und der thermischen Verwertung zugeführt. Im allerschlimmsten Fall jedoch landet unser Plastikmüll in der Natur. Die Auswirkungen davon zeigt zum Beispiel der Trailer zum Film „Midway – Message from the Gyre“:

https://vimeo.com/25563376

Wirksame Verfahren oder gar ein wirksames Handeln, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind nicht zu erkennen. Weder von der Politik, der Industrie oder den Verbrauchern. Während zum Beispiel Plastiktüten in einigen Ländern – unter anderen in Australien, in Butan und sogar in Bangladesh! – per Gesetz verboten sind, setzt man in Deutschland auf freiwillige Regelungen im Handel. Positiv ist mir dabei REWE aufgefallen. Durch die Auslistung der Plastiktüte bei REWE will man jährlich 140 Millionen Tüten vermeiden.

Die meisten Händler verlangen jedoch eine kleine Gebühr von 0,20 – 0,50 Euro für die Tragetaschen aus Plastik. Verglichen mit den Herstellkosten einer solchen Plastiktüte drängt sich hier bereits der Gedanke an einer zusätzlichen Einnahmequelle auf. Ein echter Wille zur Müllvermeidung ist nicht zu erkennen. Deshalb liegt es an jedem einzelnen verantwortungsbewußten Menschen selbst, etwas gegen die Plastikflut und die damit verbundene Ressourcenverschwendung und Umweltbelastung zu unternehmen!

Wie langweilig war in früheren Zeiten doch das Einkaufen? Langweilige, bedruckte Papier- und Pappverpackungen in der Kaufhalle, beim Fleischer wurde die Wurst in Butterbrotpapier verpackt und zum Schluss mit einem Bogen Packpapier eingeschlagen und beim Obst- und Gemüsehändler gab es allerhöchstens nur eine Papiertüte in die Hand.

Ich selbst habe diese Zeiten noch erlebt und trotzdem habe ich sie überlebt. Ich bin auch nicht mangels Angebot verhungert oder aufgrund fehlender Inhaltsangaben oder bunter Bildchen auf den Verpackungen zugrunde gegangen. Überhaupt war früher doch wohl vieles besser, zumindest wohl gesünder.

Wie kann ich selbst für weniger Plastikmüll sorgen?

Plastikmüll in der Arktis: Installation im Klimahaus Bremerhaven

Plastikmüll in der Arktis: Installation im Klimahaus Bremerhaven

Heutzutage ist vieles bunter und schriller. Mit vielen Effekten wird um Käufer geworben. Super-Sonder-Sparangebots-Packungen verlocken zum Zugreifen. Vielfach doppelt und dreifach verpackt. Was kann ich dagegen tun?

Am effektivsten ist es generell Müll zu vermeiden! Ich selbst habe fast immer einen Baumwollbeutel in der Tasche. So brauche ich beim Einkauf keine Einwegbeutel – egal, ob aus Plastik oder Papier. Ein leichter und effektiver Weg, um sinnlosen Plastikmüll zu vermeiden! Müllvermeidung beim Einkaufen ist Minimalismus pur!

Verzichte weiter auf Einwegverpackungen und Ex- und-Hopp-Produkte. Kaufe möglichst unverpackte und unverarbeitete Lebensmittel. Doppelt und dreifach verpackte Produkte sollten gleich ganz im Regal der Händler stehen bleiben. Warum zwei Flaschen Duschgel im eingeschweißten Doppelpack kaufen, wenn es das gleiche Angebot auch für zwei einzelne Flaschen gibt? Am besten ist es natürlich, Produkte gänzlich ohne Verpackung zu kaufen. Vielleicht hast du einen Unverpackt-Laden in deiner Stadt?

Kaufe und verwende haltbare Produkte. Verwende Produkte mehrmals und öfters. Statt Frischhaltefolie benutze die allbekannte Tupperware. Die sind zwar auch aus Plastik, aber bedeutend länger zu verwenden. Eine Alternative zum Aufbewahren sind ebenfalls  Gläser. Erinnerst du dich noch an die alte Brotbüchse von früher?

Möglichkeiten zum verantwortungsvollen und müllfreien Einkaufen gibt es vielfach! Im Internet und in den Medien werden ständig Trends und Tips veröffentlicht (zum Beispiel hier). Wir als Verbraucher sollten uns endlich überwinden und einmal unsere Bequemlichkeit ablegen. Auch wenn es jeweils nur 20 Cent sind, die du für eine Plastiktüte sparst.

Wie stehst du zu unnötigem Müll? Gern würde mich deine Meinung interessieren. Schreib sie mir doch einfach!