Ort Waldesruh ist wieder erreichbar für die Außenwelt

Der beschauliche Ort Waldesruh ist wieder erreichbar für die Außenwelt. Diese erfreuliche Mitteilung erreichte die Anzeigenticker der Presseorgane heute morgen. Aufgrund eines heftigen und länger anhaltenden Wintereinbruchs war das Örtchen einige Zeit von der Außenwelt abgeschnitten.

Der beliebte Erholungsort Waldesruh (hier ein Archivfoto) ist wieder für die Außenwelt erreichbar.

Unser Reporter Edgar Ente vom Waldesruher Tagesboten schilderte per Telefon die Ereignisse, welche zu dieser Situation führten. „Seit knapp einhundert Jahren ist in Waldesruh nicht mehr derartiges geschehen.Wir waren selbst überrascht, wie schnell das alles gehen konnte.“

Seit Mitte Januar hatte es im abgelegenen Teil des Gebirges, in dem der Ort Waldesruh liegt, geschneit. Erst ganz langsam und gemächlich. Zu der Zeit kamen die Urlauber hierher, um die schöne Winterlandschaft zu genießen. Nachdem die neue Woche begonnen hatte, drehte der Wind und kam nun aus dem Osten. Es wurde kälter und es schneite mehr und mehr.  Ein Großteil der Urlauber hatte wie gewöhnlich mit dem Ende des Wochenendes bereits ihren Kurzurlaub beendet. Einige blieben noch, um die schönsten Wochen des Jahres im beschaulichen Örtchen zu verleben.

Schneekatastrophe im Ort Waldesruh

Und es schneite und es schneite. Immer neue Wolkengruppen schoben sich aus Richtung Osten herbei. Es wollte gar nicht wieder aufhören zu schneien. Selbst der Postbote aus der Kreisstadt hatte immer mehr Schwierigkeiten die einzige Zufahrtsstraße in den Ort zu passieren.

Als erstes kapitulierte die Bahn. Die Schneemassen auf den Gleisen waren einfach zu gewaltig. Zudem kam es durch die Last des Schnees zu vielen umgebrochenen Bäumen, die sich über die Schienen legten. „Wir kamen einfach nicht mehr durch!“ berichtete der Bahnhofsvorsteher Egbert Müller„Hatten wir vorn einen Schritt geräumt, war hinter dir wieder alles zugeschneit und zugeweht.“ Angesicht der winterlichen Überlegenheit habe man sich der Notwendigkeit ergeben und den Bahnverkehr eingestellt. Auch der Zugverkehr der Waldesruher Logistikgesellschaft WLG war von der Einstellung des Betriebes betroffen.

Als nächstes erreichten den Ortsvorsteher Egon Schulze die schlechten Nachrichten der Gemeindarbeiter. „Der Straßenräumdienst vom Landkreis kommt nicht mehr die verwehte Straße zu uns. Und mit unseren kleinen Maschinen hier schaffen wir das Räumen auch nicht.“ Zudem wurde die Straße durch weiteren Schneebruch versperrt.

Nach Bahn und Straßenräumdienst auch kein Telefon mehr

Egon Schulze telefonierte noch mit der Kreisstadt, um weitere Hilfe anzufordern. Jedoch mitten im Gespräch knackte und rauschte es in der Leitung und auf einmal war da Stille. Nur das Rauschen des Windes war zu hören. Und das Schneetreiben zu sehen, wenn man aus dem Fenster sah. Das war die letzte Nachricht, die aus Waldesruh in die Außenwelt drang.

Wie wir im Nachhinein von Förster Grünrock erfuhren, war zu diesem Zeitpunkt die Telefonleitung durch ein paar gebrochene Bäume durchgetrennt wurden. Somit hatte Waldesruh kein Telefon mehr und auch kein Internet. Der Ort Waldesruh war von der Außenwelt abgeschnitten. Keiner kam mehr hinein in den Ort und niemand mehr heraus.

Das alte Wissen war plötzlich wieder gefragt

Doch die Waldesruher wären keine Waldesruher, wenn sie nicht mit solch einer Situation fertig werden würden! Zwar konnten sich nur die allerältesten Waldesruher noch an eine solche Katastrophe erinnern. Jedoch das alte Wissen aus der früheren Zeit, als es noch keine Kaufhallen, Supermärkte, Gasheizungen und Autos gab, war noch vorhanden. Auch Vorratshaltung betreibt man glücklicherweise heutzutage noch in Waldesruh. So konnten alle Waldesruher und auch die mit eingeschlossenen Urlauber diese Tage überleben.

Mittlerweile ist der Schnee bereits wieder zu einem großen Teil getaut. Langsam beginnen die Waldarbeiter die Bahnstrecken und die Wege wieder freizuräumen. Die Gemeindearbeiter konnten bereits heute morgen die Telefonleitung wieder reparieren. Das Leben im Ort Waldesruh scheint sich zu normalisieren. Gespannt warten wir auf weitere Details unseres Reporters Edgar Ente.

Edgar Ente ist ein Kind aus Waldesruh. Er interessiert sich sehr für die Natur und die Entwicklung seiner Heimat. Als Reporter hat er großen Anteil daran, dass der Ort Waldesruh quasi von der Öffentlichkeit „wieder entdeckt“ wurde und berichtet vornehmlich vom Leben aus diesem Ort.

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