Nordpfad Haxloher Erde

Der Nordpfad Haxloher Erde führt uns entlang grüner Wiesen, Weiden und Felder. Der kleine Heidefluss Fintau schlängelt sich durch die Landschaft. Die abwechslungsreiche Kulturlandschaft lädt uns zum Entschleunigen ein.

Nordpfad Haxloher Erde - Wanderung durch sonnendurchflutete grüne Alleen

Unsere Wanderung auf dem Nordpfad Haxloher Erde

Das erste Mal wanderten wir in einem März auf diesem Nordpfad. Damals waren die Bäume noch kahl und von der übrigen grünen Landschaft war auch noch nicht viel zu sehen. Trotz der zu dieser Zeit noch herrschenden Tristesse machte der Nordpfad einen interessanten Eindruck. Der zu erwartende Frühling zeigte sich schon in prallen Knospen. Nur wenige Büsche und Bäume zeigten aber die ersten Blattspitzen. Beeindruckend fanden wir dennoch die Alleen, unter denen wir wanderten. So landete der Nordpfad Haxloher Erde im vorderen Mittelfeld meiner persönlichen Nordpfade-Liste.

Nordpfad Haxloher Erde - Start- und Zielpunkt: das Melkhus Fintel

Der Wanderweg besitzt nur einen offiziellen Startpunkt. Hier steht die obligatorische Nordpfade-Wandertafel. Ein Motiv, welches wohl die meisten Nordpfade-Wanderer für ihren Wanderpass verwenden. Unsere Tour beginnt am Melkhus in Fintel. Hier stehen Parkplätze für PKW zur Verfügung.

Melkhus (Milchhaus) ist die rechtlich geschützte Bezeichnung für Raststätten, die im Norden und Westen Niedersachsens sowie in Schleswig-Holstein zumeist auf landwirtschaftlichen Betrieben liegen und in denen Landfrauen Milchspezialitäten anbieten. Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger können sich auf diese Weise bei einem Glas frischer Milch, Milchmixgetränken, Quarkspeisen oder auch bei einem Kaffee stärken und erhalten nebenbei Einblick in die heutige Landwirtschaft sowie touristische Tipps. Die „offiziellen“ Melkhüs, die von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e. V. betreut werden, sind in der Regel von April bis Ende September täglich zwischen 11 und 18 Uhr geöffnet und am grünen Holzhaus mit rotem Ziegeldach erkennbar. (Quelle: wikipedia)

Das Melkhus bietet sich nach der Wanderung für eine Einkehr an. Am kleinen Spielplatz steht sogar ein Holztraktor mit Rutsche für die Kinder zum Spielen bereit. Im März hat das Melkhus leider noch geschlossen.

Fotogalerie Nordpfad Haxloher Erde im März 2022

Jetzt im Wonnemonat Mai 2026 überrascht uns dieser Nordpfad. Es grünt in allen Grüntönen, die die Natur uns bieten kann. Die Landschaft wirkt nun gar nicht mehr eintönig und grau.

Vom Parkplatz am Melkhus wandern wir auf naturnahen Wegen durch die weiträumige Feld- und Wiesenlandschaft der Fintauniederung. So kommen wir zur idyllischen Fintaubrücke. Hier überqueren wir den Fluss auf einer Holzbrücke. Die rund achtzehn Kilometer lange Fintau entspringt in der Lüneburger Heide und mündet nahe Lauenbrück in die Wümme.

Nordpfad Haxloher Erde - die Fintau-Brücke

Es bietet sich an, hier auf der Brücke einen Moment inne zu halten. Der Fluss fliesst gemächlich dahin. Wir lassen die Eindrücke auf uns wirken und erfreuen uns am Flug der Gebänderten Prachtlibelle, die wir auch hier beobachten können. Schwer nur können wir uns losreissen. Weiter geht es mitten durch die Felder bis wir auf die unvermeidlichen Asphaltstraßen treffen. Im Mai nun steht das Grün schon hoch. Im Sommer, wenn die Straßenränder gemäht sind, kann man hier auf dem Grünstreifen laufen. Die Asphaltstraße geht aber bald in ein historisches Kopfsteinpflaster über.

Wir folgen den „unverlaufbaren“ Nordpfad-Wegweisern und biegen wieder auf einen Wanderweg ab. Kurz darauf passieren wir Feienbuschs Moor. Vom Moor selbst sehen wir nicht viel, die Route führt nur am Moorwald entlang. Nach dem Überqueren der Strasse Tostedter Damm (K221) erreichen wir den Rastplatz Wiesenblick. Vor uns liegt nun weites Grünland. Hier am Südrand des Hammoores am Waldrand ist Gelegenheit für eine Rast. Immerhin haben wir nun die Hälfte des Nordpfades hinter uns. Wir sind erfreut, dass der Touristikverband des Landkreises Rotenburg hier eine neue und originale Nordpfade-Rastbank aufgestellt hat. Während unserer Märzwanderung stand hier noch das klapprige Vormodell.

Nordpfad Haxloher Erde - Naturbeobachtung mit einem Reh

Nach unserer Pause wandern wir weiter am Waldstück Hammoor entlang, bis wir auf eine Kopfsteinpflasterstrasse abbiegen müssen. Unterwegs sehen wir viele der kleinen Gartenlaubkäfer, die jetzt in ihrer Hochzeitsflugphase sind. Vor dem Naturschutzgebiet Oberes Fintautal biegen wir leider nach rechts ab. Vor uns liegt eine asphaltierte Straße, die an einer Biogasanlage entlang führt. Das ist der nicht so schöne Teil des Nordpfades. Links von der Straße können wir im Gehölz des Bruchwaldes die Fintau nur erahnen. Aufmunternd dagegen sind die Rufe eines Pirols. Leider können wir diesen schönen und markanten Vogel nicht erblicken.

Wir queren erneut die K221 und passieren eine Hofstelle. Glücklicherweise wird die Straße nun zu einem Feinschotterweg. Für diesen Wegeabschnitt würde ich mir eine Neuplanung des Wanderweges wünschen. Schön wäre es natürlich direkt an der Fintau entlang. Das Naturschutzgebiet endet lt. Karte auf Höhe der Biogasanlage.

Wir wandern weiter an den Mühlenbachswiesen mit den versteckten Fischteichen entlang. Nach dem weiteren Überqueren der Fintau gelangen wir wieder zu unserem Ausgangsort der Wanderung zurück. Jetzt im Mai hat das Melkhus geöffnet. Natürlich kehren wir ein und probieren von den selbstgemachten Milchgetränken, Auch Eis, Kaffee und selbstgemachter Kuchen sind im Angebot.

Gemeinde Fintel

Den Ort Fintel selbst erleben wir auf unserer Wanderung nicht. Wer aber Zeit und Musse hat, aknn den 1,5 Kilometer entfernten Abstecher in den Ort machen. Er wurde im Jahr 1105 das erste Mal urkundlich erwähnt. Ausgrabungen belegen aber ein weit früheres Siedlungsgebiet. Der damalige Name Wintla bezeichnete sumpfiges Gelände. Wahrscheinlich ist damit die Niederung der Ruschwede und der Fintau gemeint. Ende des 14. Jahrhunderts gründete der Verdener Bischof hier eine Antoniuskapelle. Am Ende des 15. Jhd. lockte eine scheinbar wundertätige Quelle kranke Menschen zu Wallfahrten nach Fintel. Die Antoniter begannen mit der Krankenpflege am Ort und begannen eine Niederlassung aufzubauen. Während der Reformation wurde aber das Mutterhaus des Antoniterordens in Grünberg 1527 aufgelöst. Die in Fintel ansässigen Ordensbrüder verließen den Ort und die Gebäude zerfielen. Die sogenannte Klosterkirche stand noch bis in den 30jährigen Krieg. 1648 wurde hier eine strohbedeckte Fachwerkkirche gebaut, die nach dem Neubau der jetzigen Kirche 1884 abgebrochen wurde.

In Fintel lebte auch der niederdeutsche Dichter Friedrich Freudenthal, der hier im März 1929 verstarb. In der Nähe von Fintel befindet sich noch ein weiterer Nordpfad, der Nordpfad Osterberg.

Im Gegensatz zum Heute bestand die Landschaft überwiegend aus grossen Heide- und Moorflächen. Herden von Heidschnucken mit mehr als 200 Tieren wurden hier gehalten. 1885 entstand in Fintel auch die erste Imkerschule Deutschland. Heute erleben wir eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft, die landwirtschaftlich geprägt ist.

Fotoimpressionen vom Nordpfad Haxloher Erde im Mai 2026

Informationen zur Wanderung

Dauer gesamt: 3:15 Stunden

Distanz: 10,6 Kilometer

Höhenunterschied: 10 Meter

Link zur Tour mit Trackdownload

Mit freundlicher Unterstützung von Komoot *

Wanderung im Mai 2026

Wanderung im März 2022

Startpunkt:

27389 Fintel, Melkhus Fintel, Wohlsberg 81

Naturerlebnis-Highlights unserer Tour:

  • Vogelstimmenkonzert im Frühlingswald
  • Brücke über die Fintau
  • Wege über die Felder

weitere Highlights:

  • Melkhus Fintel
  • Rastplatz Wiesenblick

Hinweis:

Das Melkhus ist vom Mai bis Anfang Oktober geöffnet. Montags ist Ruhetag. Öffnungszeiten Mo – Fr 14 Uhr bis 18 Uhr; Sa und So 11 Uhr bis 18 Uhr;

Speisen rund um die Milch, frisch vom Land – von einem Glas frischer Milch, leckeren Milchshakes und Quarkspeisen, selbstgebackenen Kuchen, Milchkaffee bis hin zu erfrischenden Eis.

weitere Informationen: Melkhus Fintel

Überblick

Nordpfad Haxloher Erde

Der Nordpfad Haxloher Erde führt uns entlang grüner Wiesen, Weiden und Felder. Der kleine Heidefluss Fintau schlängelt sich durch die Landschaft. Die abwechslungsreiche Kulturlandschaft lädt uns zum Entschleunigen ein.

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 03.06.2026 aktualisiert.

Erstellt wurde er am 04.06.2026 .

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