Seit 2012 wird das Nistkastenprojekt vom NABU Bremen durchgeführt. In mehreren öffentlichen Bremer Parks wurden dafür Nistkästen aufgehängt und Betreuer für diese Kästen gefunden. Das wichtigste Anliegen dieses NABU-Projektes ist die Öffentlichkeit für die Natur zu begeistern. Durch die Verteilung der Kästen innerhalb der zentral gelegenen Grünanlagen der Stadt besteht nun die Möglichkeit, diese Vögel in ihren Jahreszyklus zu beobachten.

Staatlich gefördertes Wohnungsbauprogramm für Singvögel - Nistkastenprojekt vom NABU Bremen

Warum ein Nistkastenprojekt vom NABU Bremen?

Ziel dieses Projektes ist es – neben der Bereitstellung von Wohnraum für unsere Vogelwelt – der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, Natur direkt vor Ort in der Stadt zu erleben. Zu Projektbeginn im Februar 2012 haben sich rund 17 Freiwillige, NABU-Mitglieder und Interessierte gemeldet und nun die Patenschaft für „ihre“ Parks übernommen. Die Resonanz auf diesen Aufruf war größer als gedacht.

Durch Förderung der Stadt Bremen wurden in mehreren öffentlichen Parks wie den Neustadtswallanlagen verschiedene Nistkästen aufgehängt. Damit wird das Wohnraumangebot für die Vogelwelt erhöht. Dadurch werden zwar vorrangig Vögel gefördert, die eigentlich keine direkte Hilfe benötigen, da deren Bestandsentwicklung durchweg positiv ist – wie Kohl- und Blaumeise oder der Kleiber. Dennoch ist dieses Projekt meiner Meinung nach ein wichtiger Anfangspunkt, damit die Städter sich wieder mit der Natur beschäftigen können.

Wer Familie Meise bei der Brut und Jungenaufzucht zusehen möchte, hat hier nun die besten Chancen. Rückmeldungen nimmt der NABU Bremen gern entgegen. Mehr Informationen zum Nistkastenprojekt, zur Mitarbeit oder zum Naturschutz gibt es beim NABU Bremen.

Staatlich gefördertes Wohnungsbauprogramm für Singvögel - Nistkastenprojekt vom NABU Bremen

Nistkästen im Herbst winterfest machen

Die Reinigung der Nistkästen sollte vor Einbruch der Frostperiode durchgeführt werden, da sich spätestens dann noch viele Tiere einen Unterschlupf für den Winter suchen. Dazu gehören neben den im Winter hier bleibenden Vögeln auch viele Insekten, aber auch kleinere Säugetiere wie die Haselmaus.

Die in den Neustadtswall aufgehängten NABU – Nistkästen wurden in diesem Jahr wieder gut von den hier lebenden Singvögeln angenommen. Überwiegend nutzten Kohl- und Blaumeisen die Kästen, um hier ihre Nester zu bauen und die Jungen aufzuziehen. Teilweise – auch bedingt durch das gute Wetter – konnten sogar Zweitbruten verzeichnet werden. Leider wurden aber nicht alle Eier ausgebrütet und auch nicht alle Jungvögel konnten erfolgreich aufgezogen werden.

Die Gründe für den Verlust können verschieden sein. Störungen, bedingt durch Baustellen und andere Beunruhigungen oder das Sterben der Elternvögel durch Fressfeinde, Tod an Glasscheiben oder Verkehr führen vielfach dazu, dass die Jungvögel in den Nestern verhungern bzw. die Eier nicht weiter bebrütet werden. Deshalb sollte man sich nicht wundern, wenn man bei Reinigen der Nistkästen auf Eier oder mumifizierte Jungvögel stößt. Die Reproduktionsrate (d.h. die Anzahl der Jungtiere) ist bei unseren Singvögeln so hoch, dass diese Verluste gut ausgeglichen werden können. Probleme bekommen unsere Singvogelpopulationen durch ein fehlendes Angebot an Nistmöglichkeiten und einem mangelnden Nahrungsangebot.

Staatlich gefördertes Wohnungsbauprogramm für Singvögel - Nistkastenprojekt vom NABU Bremen - tote junge Blaumeisen in einem Nistkasten

Spätestens im Frühjahr die Nistkästen reinigen

Unverkennbar – der Frühling naht. Die Schneeglöckchen blühen schon, die ersten Krokusse und Narzissen schauen schon aus der Erde hervor. Auch bei der Vogelwelt ist es erkennbar: die ersten Zugvögel sind wieder da und die hier gebliebenen sind ebenfalls auf Wohnungs- und Partnersuche. Jetzt wird es allerhöchste Zeit die Nistkästen im Garten oder im Park zu inspizieren. Wer es im Herbst nicht geschafft hat seine Nistkästen im Garten oder im öffentlichen Raum zu reinigen , der sollte sich beeilen.

Viele Singvögel halten jetzt schon Ausschau nach einem ansprechenden Eigenheim. Allen voran Blau- und Kohlmeisen fliegen einem quasi schon über die Schulter in den frisch aufgehängten Kasten. Auch in den Neustadtswallanlagen hängen seitdem einige der Kästen des NABU. An diesem Wochenende wurde dann der notwendige Frühjahrsputz bei Familie Meise durchgeführt. Der ein oder andere Bewohner beobachtete schon argwöhnisch die Reinigungs- und Renovierungsarbeiten.

Bei der Reinigung wurde auch gleich die Statistik mit aufgenommen.  Bis auf zwei der Kästen waren alle im letzten Jahr belegt und bebrütet. Allerdings schien zum Beispiel das Jahr 2015 für die Vogelwelt eher ein schlechtes Jahr gewesen zu sein. In den Kästen fanden wir überwiegend tote Jungvögel der verschiedensten Altersklassen. Ich persönlich führe dies auf das feuchte Wetter während der Aufzucht zurück.

Video über die Nistkasten-AG

Für meine erste Folge Unterwegs im Wilden Deutschland habe ich mit Claudia Benz und Bodo Röver vom NABU Bremen die Nistkästen in einem Bremer Park kontrolliert. Hier finden wir die Natur vor unserer Haustür. Gleichzeitig führen wir auch aktive Naturschutzarbeit durch. Wir leisten Hilfestellung für das wilde Deutschland.

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