Hast du für das neue Jahr auch neue Vorsätze?

Das neue Jahr ist bereits ein paar Tage alt. Für viele Menschen bedeutet ein neues Jahr auch gleichzeitig neue Vorsätze. Mit Beginn des Jahres 2014 hatte ich mich aber dazu entschlossen, mir keine guten Vorsätze mehr vorzunehmen. Mittlerweile sind wieder ein paar Jahre vergangen. Habe ich meine Meinung in Bezug auf neue Vorsätze geändert?

Unterwegs im Urwald Hasbruch

Die Last, sich neue Vorsätze vorzunehmen

Einmal wollte ich mehr Sport treiben, mir mehr Zeit für meine Hobbies nehmen oder ganz einfach mit dem Rauchen aufhören. Jedes Jahr immer wieder fast dasselbe. Was dann jedoch rückblickend nach einem Jahr blieb, war meist nur ein schlechtes Gewissen. Wieder einmal hatte ich es nicht geschafft mit dem Rauchen aufzuhören oder ich bemerkte bei meinem persönlichen Jahresrückblick, dass ich doch wieder viel zu wenig Zeit in meine Leidenschaften investiert habe.

Darum hatte ich mir für das Jahr 2014 nur eines vorgenommen: keine neuen Vorsätze mehr zu haben! Lieber wollte ich auf das vergangene Jahr zurückschauen und mir überlegen, was ich geschafft habe und wofür ich stolz und dankbar sein kann.

Dabei geht es nicht darum, eine imaginäre Liste abzuhaken, von der sowieso nicht einmal die Hälfte der Dinge erfüllt sind. Rückblickend bin ich dankbar dafür, dass ich Gelegenheit hatte, einige schöne Fotografien zu machen. Dafür, dass ich mit Waldesruh einigen Menschen „ein Lächeln auf das Gesicht zaubern“  konnte. Dankbarkeit bedeutet Glück!

Im Auswandererhaus Bremerhaven - Abschied

Hast du für das neue Jahr auch wieder neue Vorsätze?

Vorsätze sind immer nur Absichtserklärungen. Laut Duden ist ein Vorsatz „etwas, was sich jemand bewusst, entschlossen vorgenommen hat; feste Absicht; fester Entschluss“. Wir alle kennen das: Im nächsten Jahr lebe ich meinen Traum. Im nächsten Jahr fange ich mit Sport an. Im nächsten Jahr höre ich mit dem Rauchen auf.

Jedoch bleiben diese Vorsätze oftmals schon nach wenigen Tagen auf der Strecke. Warum? Vorsätze sind keine Ziele! Vorsätze sind eher Wünsche, die wir haben, damit wir besser und glücklicher leben können.  In einem Ziel hingegen legen wir fest, was genau wir bis zu welchem Zeitpunkt erreicht haben wollen.

Morgen kündige ich und starte übermorgen meine Weltreise. Am Montag gehe ich zur Laufgruppe. Ab dem 1. Januar rauche ich nicht mehr.

Im Idealfall definieren wir unsere Ziele selbstständig. Im schlimmsten Fall werden uns die Ziele anderer aufgedrückt.

Grosser Brachvogel

Benutze deine Energie lieber dafür Ziele zu erkennen!

Ich habe es mir angewöhnt, keine Energie damit zu verschwenden, mir gute Vorsätze zu fassen und mir auszumalen, wie das Land meiner Träume aussehen würde. Vielmehr verwende ich meine Energie darauf, mir meine persönlichen Ziele zu definieren. Ich überlege mir, was mich stört und was ich ändern möchte. Dann beginne ich damit mir Wege zu suchen, um diese Störquellen auszuschalten. Ich realisiere mir quasi selbst das Land meiner Träume.

Nachdem zu Weihnachten und in der Zeit zwischen den Jahren das Leben ruhiger werden durfte, nimmt zu Beginn eines neuen Jahres das Leben wieder Fahrt auf. Vielfach ist uns heute dieses Gefühl des Innehaltens abhanden gekommen. Wir befinden uns immer mehr im Modus diverser Aktivitäten, sind ständig und überall erreichbar. Doch erst bei Null fängt der Kreislauf des Lebens im Jahr der Natur unbeirrt wieder an. Unsere Natur nutzt diese Ruhephase zum Kraft schöpfen und zum Energie sparen, bevor dann unaufhaltsam das Leben wieder beginnt.

Ruhezeit im Winter

Nutze Ruhephasen zum Definieren Deiner Ziele!

Wie in vielen anderen Bereichen können wir auch hier von der Natur lernen. Genau diese Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit können wir dazu nutzen, um für uns unsere eigenen Ziele zu definieren. Indem ich mir die Zeit nehme, darüber nachzudenken und zu begreifen, was nicht wie erwartet läuft oder was mich in meinem Leben stört. Wenn ich mir meine Wünsche visualisiere und mir einen Weg dorthin überlege, komme ich zu meinem Ziel.

Trotzdem soll die Richtung stimmen, in welche ich gehen will, wo ich ankommen will.  Dabei besteht die Kunst auch darin, die Gratwanderung zwischen den eigenen Ansprüchen und der Realität zu meistern. Meines Erachtens ist es wichtig, sich selbst nicht untreu zu werden und immer seiner eigenen Grundüberzeugung zu folgen.

Anderereits ist es aber ebenso wichtig, alte Ansichten, Meinungen und das bekannte Umfeld zu hinterfragen und ggf. zu verändern. Wer auf seinem Weg vorankommen möchte, sollte Mut zur Veränderung zu haben. Auch hier ist es nicht leicht, die Gratwanderung zwischen eigener Geschichte und der eigenen Zukunft zu meistern. Wer dieses jedoch schafft, der gewinnt nicht nur an neuen Sichtweisen, sondern auch an Stärke hinsichtlich seiner Persönlichkeit und der eigenen Entwicklung.

Alte Ansichten hinterfragen

Mindmapping für Träume und Ziele

Auch ich nutze seit mehreren Jahren die Tage zwischen den Jahren zum Nachdenken und zur Selbstreflektion. Angefangen habe ich damit, mir einfach meine „Träume“ auf ein Blatt Papier aufzuschreiben. Dabei habe ich „Träume“ für mich definiert als Erlebnisse, die ich gern machen würde, Orte, die ich gern besuchen würde und Umstände, die ich gern ändern würde. Aus diesen Notizen habe ich mir einfache Gedankenblasen in unterschiedlichen Farben und in unterschiedlichen Zeithorizonten gruppiert. Das waren meine Ziele. Ein einfaches Mindmapping, wie es in vielen Studiengängen und Lehrgängen vermittelt wird.

Kürzlich beim Aufräumen und Entrümpeln habe ich diese Aufzeichungen wieder gefunden (und entsorgt). Ehrlich gesagt, habe ich nicht einmal die Hälfte dieser „Träume“ umgesetzt. Bei den für mich wichtigsten (und existenziellsten) konnte ich einen Haken setzen. Somit sind diese Träume und Ziele für mich erledigt. Einige dieser Träume sind noch offen – und diese möchte ich in naher Zukunft auch umsetzen.

Bei anderen Träumen hingegen musste ich überlegen, warum ich diese damals aufgeschrieben habe. Aber Zeiten, Bedürfnisse und Träume ändern sich. Deshalb empfinde ich es als sehr wichtig, sich in regelmässigen Abständen seine „Träume“ wieder einmal vorzunehmen und zu überarbeiten. Ich habe diese Überprüfung nun ein paar Jahre leider nicht für mich gemacht. Dementsprechend haben sich einige meiner „Träume“ in Luft aufgelöst und neue „Träume“ konnte ich nicht für mich definieren.

... auf zu neuen Abenteuern!

Habe ich meine Meinung in Bezug auf neue Vorsätze geändert?

Auch aktuell habe ich mir für das neue Jahr keine neuen Vorsätze gesetzt. Immer noch bin ich der Meinung, dass es mit der Maßnahme neue Vorsätze nicht funktioniert. Stattdessen habe ich mich wieder darauf konzentriert, mir meine Ziele zu definieren.

Diese Ziele umfassen mein privates und persönliches Leben. Aber auch zum Beispiel meine Webseite hier. Einige Neuigkeiten habe ich bereits in meinem Jahresrückblick angerissen. Diese Ziele habe ich auch wieder schriftlich fixiert. In einem Jahr werde ich mir das Dokument wieder vornehmen und schauen, was aus meinen Zielen geworden ist. Das ist der einzige neue Vorsatz, den ich mir gesetzt habe. Anscheinend scheint es ohne neue Vorsätze auch nicht zu gehen …

Dein Leben dreht sich nur im Kreis
So voll von weggeworfener Zeit
Deine Träume schiebst du endlos vor dir her
Du willst noch leben irgendwann
Doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her

Wolfsheim in Kein Zurück

Träumst du noch oder lebst du schon? Welche Ziele hast du dir gesetzt? Was möchtest du in deinem Leben ändern? Ich wünsche dir einen guten Start in dein neues Jahr und viel Gelingen bei der Erfüllung deiner Ziele! Vielleicht kann ich dich als Leser oder Leserin meines Blogs etwas bei deinem Lebensweg begleiten? Dann solltest du dich in meinen Newsletter eintragen. So verpasst du keinen neuen Beitrag.

[Update] Peter von peterbloggt.de hat eine Blogparade zum Thema der guten Vorsätze ins Leben gerufen. Mit diesem Beitrag beteilige ich mich gern daran.

2 Replies to “Hast du für das neue Jahr auch neue Vorsätze?”

  1. Hallo Torsten,
    was die Planung und Vorsätze für ein neues Jahr Bedeuten kann, bleibt natürlich jedem einzelnen selbst überlasse.
    Ich halte es genau so wie Du, keine Vorsätze für ein neues Jahr. Mir bleibt, bei meinem fortgeschrittenen Alter nur eins, dass ich endlich mal von schweren Krankheiten verschont bleibe. Das ist für die Zukunft mein größter Wunsch.
    Fette Grüße Peter N. ….

    1. Hallo Peter, diesen Wunsch hat jeder, egal ob jung oder alt. Früher oder später ist es soweit und der Schicksalshammer schlägt zu. Wann das ist, das kann dir keiner sagen. Deshalb soll man ja auch jeden Tag bewusst LEBEN und glücklich sein.

      Ich drück die Daumen für Dich und freu mich auf das nächste Fototreffen 🙂

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