Generalstabsmässig stehen Egon Schulze, Fräulein Krause und einige andere Waldesruher im Rathaus über den neuen Flächennutzungsplan für Waldesruh gebeugt.

„Jetzt spinnt unser Erschaffer aber total!“ ist sich Ortsvorsteher Egon Schulze sicher. „Das kann er doch gar nicht machen, das ist nicht so vorgesehen.“ Ratlos sehen sich alle Anwesenden an und verstehen ihre kleine Welt nicht mehr.

Fräulein Krause hat schon fast Tränen in den Augen und Bauer Heinrich nuschelt „Dat jeht nich, dat gann nich jehen! (Das gibt es nicht, das kann es nicht geben!)“ Einzig Egbert Müller, in seiner Eigenschaft als Bahnhofsvorsteher und Geschäftsführer der Waldesruher Logistikgesellschaft WLG, ist von den Vorteilen, die vor ihnen auf dem Tisch liegen überzeugt. Und auch Bertram Baumeister meint: „Das könnte klappen!“

Hintergrund der Verwirrung ist der neue Flächennutzungsplan für Teile von Waldesruh. Und zwar geht es speziell um das Hagental. Hier im Hagental, vor dem Zugang zum Alten Steinbruch, befindet sich seit dem die Waldesruher denken können, das Sägewerk der Firma Emil Holzbrett & Co. Bis jetzt noch.

„Aber wenn er jetzt das Sägewerk wegnimmt, dann kommt doch unsere ganze Geschichte durcheinander. Nichts wird so sein, wie es einmal war.“ schluchzt Fräulein Krause und sucht Deckung an der starken Brust von Egon Schulze.

Dieser redet beruhigend auf das Fräulein Krause ein: „Uschi, beruhige dich. Es sind erst einmal nur die Gedanken. Noch ist gar nichts entschieden. Und ich bin mir sicher, egal wie unser Erschaffer entscheidet, es wird gut für uns werden.“

Stellprobe vom Sägewerk im HagentalWas ist geschehen? Ich habe mir über die weitere Gestaltung von Waldesruh Gedanken gemacht. Es war geplant, das Sägewerk im Hagental anzusiedeln – daß die dafür vorgesehene Fläche dazu etwas knapp ist, ist mir bewußt. LKW-Fahrer, welche hier das geschnittene Holz abholen wollen, müssen ganz schön fahren können, um rückwärts auf das Gelände zu kommen.

Zudem müsste für eine Bahnverladung immer über die jetzige Durchgangsstraße gefahren werden. Auf Dauer ist dies auch keine Lösung.

Auf der anderen Seite ist jedoch das Sägewerk eine der tragenden Säulen der Waldesruher Gesellschaft und somit unverzichtbar für eine nachhaltige, ökologische und sozialverträgliche Entwicklung des beschaulichen Örtchens.

So gehen meine Gedanken dahin, das Sägewerk aus dem Hagental heraus zu nehmen und es auf einem anderen Modul einzufügen. Wo genau, steht noch nicht fest; gedanklich wird es aber in Nähe des Bahnhofes sein. Hier möchte ich dann ebenfalls die Flächen für die Logistikgesellschaft schaffen.

Luftbildaufnahmen von WaldesruhIm Hagental wird es dann eine Wohnbebauung mit Mehrfamilien-häusern geben. Diese sollen maximal dreistöckig werden und jeweils einen Hinterhof bzw. Garten erhalten. In den Erdgeschossen könnte es einige Läden geben, evtl eine weitere gastronomische Einrichtung. Eine kleine Straße wird zum Steinbruch führen. Ich werde demnächst einige Stellproben durchführen.