Im Stummi-Universum, einem Internetforum für Modellbahnbau und Modellbahner, tauchte unlängst eine Frage auf, zu der ich hier einmal meine Ausführungen hinterlassen möchte.

Das Stummiforum besuche ich regelmäßig und konnte hier natürlich  auch viele ebenso Verrückte Gleichgesinnte treffen. Neben schönen Bauberichten, vielen Fotos und natürlich hilfreichen Tipps ergibt sich auch manch nette Unterhaltung.

Ein Mitglied hatte nun kürzlich in einem  Thread gefragt, was der Threadersteller nun wann bei seiner Modellbahn durchführen würde: erst das gesamte Schienennetz und die Verkablung, dann die gesamte Landschaft und zum Schluß die vielen kleinen Details, die eine Modellbahnanlage so lebensecht machen.

Die Reaktionen auf diese Frage waren so unterschiedlich wie es auch Modellbahnen und Modellbahner gibt. Für die Einen ist die Technik der Beweggrund, für die Anderen zählt eher das Basteln und Gestalten. Es gibt Spielbahner, denen die einzelnen Epochen egal sind und es gibt Nietenzähler, bei denen muß jede Niete am Dampfkessel wirklichkeitsgetreu vorhanden und zu sehen sein. Allen gemeinsam ist aber der Spass an der Sache.

Wie gehe ich nun in Waldesruh vor? Ganz klar: am Anfang braucht man neben einer Idee entsprechend Platz. Dann musste bei mir ein Grundgerüst, der Rahmen, her und die Schienen wurden verlegt und verkabelt. Dann die ersten Testfahrten. Mittels Spanten wurde dann gleichzeitig das Grundgerüst der Landschaft hergestellt.

So wird wohl auch ein jeder im Modellbahnbau vorgehen. Ab hier ist es dann eher eine Frage der Lust und des eigenen Anspruchs. Möchte ich die gesamte Anlage so schnell wie möglich mit einer ersten Landschaft überziehen und halte mich mit den Kleinigkeiten später auf? Oder arbeite ich eher punktuell und beende einzelne Landschaftspunkte inkl. Begrünung, Figuren, Zubehör und Elektrik, lasse dafür aber an anderen Stellen der Modellbahnanlage erst einmal eine Holzwüste?

Ich habe mich in dieser Frage für einen Mittelweg entschieden. An bestimmten Teilen kann ich mich tage- und wochenlang aufhalten. Bei anderen Bereichen verspüre ich momentan keine Lust und Freude daran zu arbeiten. Also bleiben diese erst einmal liegen.

Im Kopf und auf Schmierzetteln existiert ein Plan, welchen ich  nach und nach umsetze. Für mich selbst ist es dabei unwichtig, ob ich einen Teil fertig bearbeite, oder ob ich z.b.. nur erst einmal die vormodellierte Landschaft coloriere. Wichtig ist einzig und allein die Idee und die Richtung, was ich zeigen möchte (nicht das Waldesruh Gefahr läuft einen Flughafen zu bekommen).

Mit dieser Vorgehensweise habe ich die Möglichkeit an mehreren Punkte von Waldesruh gleichzeitig, nebenbei oder nacheinander zu arbeiten. Es ist immer etwas und immer etwas anderes zu erledigen. Für mich ist Waldesruh ein Ort der Kreativität und der Entspannung. Es soll mir Spaß machen und nicht in Zwang ausarten.

Zudem ist Modellbahnbau auch eine (kleine) Geldfrage und nicht immer sind Teile und weiteres Zubehör so vorhanden, wie man dieses gerade braucht oder möchte. Also muss man hier entweder selbst kreativ werden und basteln oder man schaut auf Börsen nach oder wartet darauf, bis der Handel etwas brauchbares anbietet.

Solange muss dann auch zwangsläufig der betreffende Bereich der Modellbahn unfertig stehen bleiben – doch wann ist eine Modellbahn jemals fertig?