Schneeglöckchen sind meine liebsten Frühlingsboten. Wenn der Schnee beginnt zu tauen und die ersten Sonnenstrahlen den noch kalten Winterboden streicheln, dann beginnen sie bereits auszutreiben. Für mich bedeutet das Erblicken der ersten Blumen immer, dass es langsam und sicher Frühling wird.

Meine liebsten Frühlingsboten - die Schneeglöckchen

Schneeglöckchen sind meine liebsten Frühlingsboten

Neben den ebenfalls verwilderten Winterlingen sind die Schneeglöckchen die ersten Frühblüher des Jahres.. Wenn ich die zarten weissen Blüten in den Parks und Vorgärten sehe, weiß ich – mit dem Frühling kann es nicht mehr lange dauern! Die ersten ganz Harten wagen sich hervor. Dabei reicht die Kraft der Sonne in unseren Breiten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, um daraus genügend Energien zum Wachsen zu ziehen.

Die Frühblüher haben daher vorgesorgt und Energie in Form von Stärke in Zwiebeln und Knollen gespeichert. Wer so früh loslegt, wie das Schneeglöckchen, muss verhindern, dass die Flüssigkeit in seinen Zellen einfriert und diese dadurch zum Platzen bringt. Dazu haben diese Frühblüher einfach eine Art Frostschutzmittel eingelagert.

Der Frühstart hat für die Schneeglöckchen und andere Frühblüher viele Vorteile. Wer so früh blühen kann, bekommt mehr Licht ab. Viele Pflanzen haben um diese Zeit noch keine Blätter, die Laubbäume zum Beispiel. Schon früh im Jahr überziehen daher auch gelbe Winterlinge, später Buschwindröschen und Leberblümchen den Waldboden. Krokusse färben grüne Wiesen bunt, Narzissen und Tulpen blühen.

Tiere und Pflanzen wissen auch ohne einen Kalender, wann es Zeit ist, richtig durchzustarten. Bald gibt es gibt es kein Halten mehr: Krokusse verwandeln Wiesen in bunte Blumenteppiche. Hungrige Hummeln machen sich über ihre Blüten her, Singvögel geben ihre ersten Konzerte, es riecht nach feuchter Erde. Die Natur ist erwacht, der Frühling ist da! Man kann ihn riechen, sehen, fühlen und hören.

Meine liebsten Frühlingsboten - die Schneeglöckchen

Kindheitserinnerungen an das Schneeglöckchen

Schon seit Kindheitstagen gefielen mir die Schneeglöckchen und spannend erwartete ich jedes Jahr deren Aufblühen. Viele schöne Erinnerungen sind mit ihnen verbunden. So blühten auf den Gräbern meiner damaligen Haustiere immer diese Blumen. Meine Eltern meinten, diese Blümchen würden aus den liebsten Haustieren entstehen. Aber wenn man älter geworden ist, weiss man es dann doch besser. Auch hier in unserem Garten wurde einer der letzten Wellensittiche begraben und auch hier wachsen diese Blumen auf dem Grab.

Ursprünglich wurden wohl ein paar Zwiebeln dieser Blumen von der damaligen Hauseigentümerin gesteckt. Seit dieser Zeit können die Schneeglöckchen sich frei entfalten und nehmen auch immer weitere Bereiche ein.  Aber Schneeglöckchen kommen auch wild blühend in Deutschland vor. In Europa heimisch ist das sogenannte Kleine oder Gewöhnliche Schneeglöckchen.

In Deutschland gelten wildwachsende Bestände von Schneeglöckchen übrigens als besonders geschützt laut der Bundesartenschutzverordnung und sind in der Roten Liste im Anhang 3 als “gefährdet” aufgeführt. Hauptgefährdung ist vor allen die Anpflanzung von Nadelgehölzen an den Wuchsstandorten und das Ausgraben und Abpflücken.

Allerdings sei vor dem Kauf von Zwiebeln aus dem Bau- oder Supermarkt abzuraten. Viele der dort erhältlichen Schneeglöckchenzwiebeln stammen aus der Türkei, wo diese aus Wildbeständen geplündert werden. Dementsprechend sind die dortigen Vorkommen schon stark dezimiert. Der beste, einfachste und kostengünstigste Weg ist der, einfach den Nachbarn zu fragen, ob er im Herbst eventuell ein paar der Zwiebeln entbehren kann.

Meine liebsten Frühlingsboten - die Schneeglöckchen

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