Meine Gedanken im Juni 2022 – turbulent und chaotisch

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 29.06.2022 aktualisiert.

Meine Gedanken im Juni 2022 – turbulent und chaotisch

Turbulent und chaotisch war nicht nur das Wetter im Juni 2022. Wir leben in turbulenten und chaotischen Zeiten. Vielfach komme ich mir vor wie bei einer Achterbahnfahrt. Lies hier meine Gedanken im Juni 2022.

Turbulent und chaotisch - meine Gedanken im Juni 2022 - der Autor an der Delme

Sommer im Juni 2022

Im Juni ist Sommeranfang. Auf die Jahreszeiten ist eigentlich immer Verlass. Es steht jedenfalls im Kalender, dass am 21.06. jedes Jahr Sommeranfang ist. Wenigstens eine stabile Regelmässigkeit. Auf die Natur und das Klima kann man sich ja auch nicht mehr wirklich verlassen. Und wenn jetzt jemand den blöden Spruch vom Schnee im August bringt: ich wäre mir da auch nicht mehr so sicher. Es fühlt sich eher an wie Ende September, wenn wir hier im Büro mittags die volle Deckenbeleuchtung anschalten müssen, weil es draussen wieder bewölkt und grau ist. Da muss man schon auf das Thermometer schauen und sich vergewissern, dass es wirklich draussen 20 Grad sind.

Ja, es gab heisse Tage, es gab aber auch graue und stürmische Tage. Hier im Nordwesten wohl eher zu wenig Regen – im Gegensatz zum Süden Deutschlands womöglich. Aus unseren Wetteraufzeichnungen in der Firma ersehe ich, dass die im Zeitraum vom 04.06. bis rund zum 20.06. anfallende Schafskälte wohl in diesem Jahr eher ausgefallen ist. Die Temperatur lag im Mittelwert an diesen Tagen rund 5 Grad über denen der Zeiträume davor. Über den Siebenschäfer (Zeitraum vom 27.06. bis zum 07.07.) schweigen wir lieber noch. Es ist aktuell hier zwar warm, aber bedeckt, bewölkt, mal grau, mal sonnig und wenig Regen. Danach wird es wohl ein warmer, aber durchwachsene Sommer. Wir sprechen darüber mal wieder im Oktober.

Turbulent und chaotisch - meine Gedanken im Juni 2022 - Wiesenpieper auf einem Weidezaunpfahl im Teufelsmoor

Politik

Auch wenn mein Schwerpunkt nicht unbedingt auf den weltpolitischen Themen liegt, man kommt nicht um die Politik herum. Ein Ausblenden ist gar nicht möglich. Das merkt man schon beim Blick in die Geldbörse beim Einkaufen. Am 03.06. sind seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine nun schon 100 Tage vergangen. Ein Ende ist nicht in Sicht und weiterhin wird gekämpft und es sterben Menschen. Immer weiter lässt man die Situation eskalieren. Und obwohl hier im Westen noch keine Raketen fliegen, wirtschaftlich ist der Krieg auch bei uns im Gang. Durch den Krieg galoppiert die Inflation nur noch schneller. Steigende Energiepreise treiben weiter an. Zusätzlich werden wir spätestens im Winter von einem russischem Gas-Stopp betroffen sein.

Hinzu kommt: die Coronapandemie ist nicht wirklich vorbei. Wir stecken in einer Sommerwelle mit BA5 und es zeichnet sich eine weitere Welle im Herbst ab. Dazu gibt es keine Garantie, dass das Virus nicht wieder gefährlicher wird. Aber die zu erwartenden Personalausfälle werden die allgemeine Lage weiter verschärfen. Klimakrise und Artensterben wage ich gar nicht zu erwähnen. Es zeichnet sich eine zunehmende Wasserknappheit auch in Deutschland ab.

Ich darf nicht an die Verwerfungen denken, die gerade im Entstehen sind. Das, was sich abzeichnet, entwickelt sich nicht zum Besseren. Im Zuge der Pandemie hat das Fischgeschäft Strothoff in der Pappelstraße aufgegeben. Das Süsse Kaufhaus und einige gastronomische Einrichtungen ebenfalls. In den letzten Tagen sind bei uns im schönen Flüsseviertel zwei kleinere Bäckereien geschlossen wurden. Diese haben hier noch ihre Backstuben gehabt und selbst gebacken. Die Bäckerei Schmieder bestand an diesem Standort 96 Jahre! Brotmomente in der Lahnstraße war der erste Brotsommelier in Deutschland. So fängt das Sterben an und es bleiben nur die grossen Ketten übrig. Meine kleine heile Welt fängt an einzustürzen. Langsam werden wieder Erinnerungen wach an die Jahre nach der Wende, als alles den Bach runterging.

Turbulent und chaotisch - meine Gedanken im Juni 2022 - Früh am Morgen im Bremer Schnoor

Das Leben wird immer schneller und die Dinge entwickeln sich dynamischer. Planen kann und möchte man vielfach gar nicht mehr. Die Stabilität, wie ich sie früher kannte und nach der Wende wiederfand, verabschiedet sich zusehends. Das merkt man auch daran, dass unsere einstigen Stabilitätsanker immer weniger und immer älter werden. Egal, ob das die grossen oder kleinen Leute sind. Queen Elisabeth II. feierte ihr 70jähriges Thronjubiläum und ihren 96. Geburtstag. Seit 70 Jahren steht die Frau der königlichen Familie vor und führte erfolgreich ein einstiges Weltreich. Unsere Bundeskanzlerin a.D. macht jetzt nur noch Wohlfühltermine und freut sich darüber. Aus unserer Familie feierte Oma Meier den 100. Geburtstag! Ob sie in ihrer eigenen Welt etwas davon mitbekommen hat? Die Welt wandelt sich und wir müssen damit klarkommen. Ich glaube, wir Ostdeutsche haben damit schon mehr als ausreichend Erfahrungen. Lies hier zum Beispiel: Jammerossi oder Besserwessi – mein Leben 30 Jahre nach dem Mauerfall

Turbulent und chaotisch - meine Gedanken im Juni 2022 - Natur geniessen auf einer Wanderung in der Waldlewitz

Arbeiten an und für die Webseite

Ideen habe ich viele und auch mehr als genügend Beiträge zum Schreiben. Irgendwie fehlt es aber aus bekannten Gründen an Zeit oder Lust. So geht es nur in kleinen Schritten voran. Zumindest habe ich es bis jetzt geschafft, mein Ziel von mindestens einem Beitrag pro Woche einzuhalten. Nebenbei gab es noch ein paar kleinere Änderungen, die ich nach und nach weiter führe. Ältere Beiträge bearbeite ich wie gehabt an ihren Jahrestagen. Da ich aber nicht von der Webseite leben muss, kann ich solche Dinge ganz entspannt sehen. Das gibt mir genügend Zeit, meine Vision zu verwirklichen. Und wenn es nicht klappt, dann ist das eben so.

Ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommer, Sonnenschein und der Natur ab und zu etwas Regen.

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