Mein Fototip zum Fotografieren im Nebel

Vor kurzem weilte ich einige Tage auf dem Brocken. Wer das rauhe Klima dort kennt, wird wissen, dass es dort oben an knapp 330 Tagen im Jahr Nebel gibt. Deshalb möchte ich hier ein paar Tipps zum Fotografieren im Nebel vorstellen.

Mein Fototip zum Fotografieren im Nebel

Fotografieren im Nebel hoch oben auf dem Brocken

Der Brocken ist der höchste Berg des Harzes. Mit seinen 1143 Metern überragt er den Nationalpark Harz. Hier am Brocken herrschen extreme Witterungsbedingungen. Das Klima auf dem Brocken ähnelt dem Klima in Island. Kennzeichnend sind die kurzen Sommer und sehr langen Winter, viele Monate mit geschlossener Schneedecke, schwere Stürme und niedrige Temperaturen selbst im Sommer.

Es überraschte mich nicht, dass bei der Ankunft auf dem Brockenplateau die Temperatur am Nachmittag bei -12 Grad lag. Gefühlt sollen es sogar -21 Grad gewesen sein. Zusätzlich lag ein Grossteil des Berges in dichten Nebel. Oben auf dem Brocken hatten wir eine Sichtweite von fünf bis 10 Metern. Der feuchte Nebel gefror an Kleidung. Sogar meine Kamera war binnen weniger Minuten oberflächlich vereist.

Für gute Fotos also nicht die idealen Bedingungen. Trotzdem bekommen Fotografen geile und vor allem stimmungsvolle Bilder von diesem beeindruckenden Naturschauspiel zustande.

Während sich in den Sommer- und Herbstmonaten Nebel vor allem in den Morgen- und Abendstunden bildet, hat man auf dem Brocken theoretisch ca. 330 Tage im Jahr diese Gelegenheit. Im Winter haben die Nebelschwaden im Zusammenspiel mit Eis und Schnee noch einmal ihren besonderen Reiz!

Mein Fototip zum Fotografieren im Nebel

Grundsätzliches zum Fotografieren im Nebel

Das Fotografieren im Nebel ist nicht besonders einfach. Nebelschwaden schlucken viele Konturen und die Automatik der meisten Kameras hat mit den schwachen Kontrasten zu kämpfen. Der Nebel dämpft das Licht und verändert Farben.

Wie in vielen Situationen sollte man auf ein Stativ nicht verzichten. Gerade bei längeren Belichtungszeiten bringt ein Stativ Ruhe und Stabilität. Ein Fernauslöser leistet zudem hier weitere gute Dienste. Da Nebel aus feinen Wassertröpfchen besteht, kann es passieren, dass dein Objektiv beschlägt. Für solche Fälle nutze ich ein Mikrofaser-Reinigungstuch. Zigarettenpapierblättchen sollen ebenfalls helfen.

Ich versuche beim Fotografieren im Nebel immer ein scharf zu erkennendes Motiv mit aufzunehmen. Hier auf dem Brocken boten sich die schneebedeckten und gebeugten Fichten an. Da diese Fichten auch in unterschiedlichen Entfernungen stehen, verleihen diese dem Foto weitere Tiefe. Diesen Effekt kannst du auch mit Steinen oder anderen Motiven erhalten.

Mein Fototip zum Fotografieren im Nebel

Belichtung, Blende und ISO

Die Schwierigkeit beim Fotografieren im Nebel sind wohl die Belichtungseinstellungen. Aufgrund der trüben Aussichten wird die Automatik tendenziell unterbelichten. Dem steuere ich entgegen, indem ich die Belichtungskorrektur um einen LW nach oben stelle.

Da die Konturen bei Nebel mehr oder weniger stark verblassen hat es in solchen Situationen der Autofokus schwer. Ich fokussiere deshalb mit einer Spotmessung auf ein einzelnes Objekt im Bild und stelle dann in den manuellen Modus um. Idealerweise befindet sich das fokussierte Objekt vor oder über dem Nebel.

Die ISO kannst du ruhig etwas höher wählen, da bei Nebel ein Bildrauschen nicht so schnell sichtbar ist. Ebenfalls für mehr Licht sorgt eine offene Blende (kleine Blendenzahl). Du kannst gern (je nach Gegebenheiten) länger belichten. Gerade bei wabernden Nebelschwaden erreichst du so tolle Effekte.

Neben den Bildern vom Brocken habe ich dir noch einige Beispiele aus dem Sommer angefügt. Gerade im Spiel mit der aufgehenden Sonne entstehen hier stimmungsvolle Nebelbilder. Wenn du auf die Fotos klickst, kannst du in der Galerie die dazugehörigen Exif-Werte sehen.

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Hallo, ich bin Torsten. Das Leben machte mich zum Optimisten mit Lebenserfahrung, Abenteurer, Naturschützer, Forstarbeiter, Logistiker, Journalist, Eurovisionär, Sammler, Schriftsteller, Künstler …

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