Lodbjerg Fyr und Lodbjerg Klitplantage

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 27.09.2022 aktualisiert.

Lodbjerg Fyr und Lodbjerg Klitplantage

Die grossen zusammenhängenden Dünenpflanzungen und Dünenheiden um den Lodbjerg Fyr und Lodbjerg Klitplantage gehören angeblich zu den schönsten Gebieten in Dänemark. Natürlich wollen wir uns davon überzeugen und starten zu einem neuen Abenteuer im Nationalpark Thy.

Lodbjerg Fyr und Lodbjerg Klitplantage - unendliche Weiten

Unsere Tour um Lodbjerg Fyr und Lodbjerg Klitplantage

Die Tour führt uns über Dünen mit einer wahnsinnigen Aussicht und durch die Lodbjerg Klitplantage. Als unserem Startpunkt wählen wir den Parkplatz am Leuchtturm Lodbjerg Fyr. Nicht ohne Hintergedanken, denn zum Abschluss unserer Tour haben wir uns sicherlich einen leckeren Kaffee hier verdient. Heute steht der Leuchtturm unter Denkmalschutz. In den Gebäuden rund um den Leuchtturm können wir in einer kleinen Ausstellung mehr über die Geschichte und das Leben im Leuchtturm erfahren. Den Besuch des Leuchturmes heben wir uns aber für später auf.

Im Gebiet der Dünenheiden und der Pflanzungen gibt es mehrere gekennzeichnete Wanderrouten, Wir haben unsere Tour jedoch bei Komoot selbst geplant.

Lodbjerg Fyr und Lodbjerg Klitplantage - die Glockenheide blüht

Dünenheide und Schutzpflanzungen

Wir starten unsere Tour durch die einsame weite Dünenheide im südlichen Teil des Nationalpark Thy. Denn diese Dünenlandschaft ist der Höhepunkt dieser Tour. Wie in anderen Teilen des Thy wurde auch hier um 1500 herum die Gegend durch das Sandtreiben beeinflusst. Dieses Sandtreiben vertrieb die Menschen damals von Haus und Hof. Ganze Gemeinden wurden so im Lauf der Zeit zerstört. Erst um 1800 herum hatte man Methoden gefunden, das Sandtreiben aufzuhalten. Die Menschen begannen mit dem Pflanzen von Strandhafer. Diese Pflanze bindet den Sand mit ihren langen Wurzeln. Gleichzeitig fangen die grünen Teile der Pflanze den wehenden Sand auf und halten in an ihrem Platz. Ende des 19. Jahrhunderts konnte man mit den ersten Küstenschutzpflanzungen beginnen (vgl. Sandfluchten im Thy).

Neben der Verhinderung des Sandtreibens werden die Plantagen heute auch für die Gewinnung von Brennholz und Bauholz genutzt. Die Lodbjerg Klitplantage gehört zu den jüngsten Plantagen im Thy. Man fing erst 1923 hier an, Bäume anzupflanzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits wirksame Mittel zur Verhinderung des Sandtreibens gefunden. Nun konnte man es sich erlauben, auch Rücksicht auf die Ästhetik zu nehmen. So liess man weite Heidegebiete und Dünenpartien unbepflanzt. Heute gestaltet sich die Pflanzung sehr abwechslungsreich und sie bietet viele gute Aussichtsmöglichkeiten. Der gute Moränenboden im mittleren Teil des Gebietes sorgt für gute Wachstumsbedingungen der Bäume.

Lodbjerg Fyr und Lodbjerg Klitplantage - einige Gebiete sind nur eingeschränkt begehbar

Naturschutz für die Dünenheiden

Als in Europa einzigartige Heidelandschaft stehen die Dünenheiden an der jütländischen Westküste sogar als EU-Habitat unter Naturschutz. Dänemark hat deshalb eine besondere Verpflichtung, diese zu bewahren und zu pflegen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass die Heiden von den Schutzpflanzungen überwuchert werden. Deshalb werden je nach Bedarf kleiner Teile der Pflanzungen entfernt. Einige Stellen werden gemäht oder sogar abgebrannt. Angeflogene Naturverjüngung wird auf den Heidenstandorten entfernt. Ein ähnliches Vorgehen kennen wir auch aus der Lüneburger Heide oder anderen mitteleuropäischen Heidegebieten.

Für einige Bereiche der Dünenheide ist während der Brutsaison vom 01. April bis zum 15. Juli der Zugang gesperrt. Auch auf unserer Tour kommen wir an solchen Bereichen vorbei. Jetzt (im August) ist der Durchgang erlaubt. Bitte beachtet die Sperrungen bei Eurer Planung. Im Allgemeinen kann man diese Gebiete aber gut umgehen.

Lodbjerg Fyr und Lodbjerg Klitplantage - den Grabhügel Baunhøj kann man besteigen

Spuren aus der Bronzezeit

Die vielen Grabhügel hier im Südthy belegen, dass es bereits in der Bronzezeit Besiedlungen durch den Menschen gegeben hat. Allein in der Lodbjerg Klitplantage nördlich des Leuchtturms kommen wir an zwei Grabhügelgruppen mit insgesamt neun Hügeln vorbei. Das dänische Nationalmuseum hat hier Ausgrabungen vorgenommen. Aus den hierbei gefundenen Pollen weiss man, dass hier während der Steinzeit ein Laubwald aus Linden, Eichen und Hainbuchen heimisch war. Heidepollen werden erst in späteren Jahren häufiger. Dadurch wissen wir, die ersten Siedler rodeten hier den Wald und bestellten den Boden. Damit haben bereits die Menschen der Steinzeit hier die Landschaft verändert und selbst ihren Teil zu den Sandfluchten beigetragen. Aber wahrscheinlich haben die damals nicht wie wir heute über eine Klimakrise diskutiert.

Unterwegs machen wir einen Abstecher zum Aussichtspunkt Baunhøj. Auch hier finden wir einen bronzezeitlichen Grabhügel. Als wir diesen besteigen, überrascht uns eine tolle Aussicht. Wieder einmal! Die Ruhe und Natur hier verleitet uns, eine kleine Pause einzulegen.

Lodbjerg Fyr und Lodbjerg Klitplantage - die Lodbjerg Kirche ist eine der kleinsten Kirchen in ganz Dänemark

Lodbjerg Kirche

Auf unserer Tour kommen wir an der Lodbjerg Kirche vorbei. Diese stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist eine der zwei kleinsten Kirchen in Dänemark. Nur 50 – 60 Menschen finden in ihr Platz. Am Westgiebel der Kirche finden wir einen hölzernen Glockenturm. Wegen der Sandflucht musste die Kirche zweimal in ihrer Geschichte verlegt werden. Vom Friedhof der Kirche hat man einen wunderschönen Blick über den Flade Sø. In der Nähe der Kirche befindet sich ein weiterer Aussichtspunkt, der über Treppen erreichbar ist.

Lodbjerg Fyr und Lodbjerg Klitplantage - den Leuchtturm Lodbjerg Fyr kann man an unterschiedlichen Punkten der Tour sehen

Der Leuchtturm Lodbjerg Fyr

Nach knapp fünfzehn Kilometern sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt Lodbjerg Fyr angekommen. 1883 wurde der Leuchtturm aus Granitblöcken erbaut. Diese kamen aus dem schwedischen Bohus. Der Turm steht auf einem dreizehn Meter hohen Hügel und erreicht selbst eine Höhe von 35 Metern. Im 2. Weltkrieg versuchte man einen Tunnel vom Leuchtturm zu einem nahegelegenen Bunker zu graben. Dadurch neigte sich der Turm etwas. Wenn man genau hinschaut, kann man die Schieflage erkennen. Das Feuer des Turmes sieht man bis zu 35 Kilometer auf der Nordsee.

Bis 1932 erfolgte die Feuerung mit Erdöl, danach mit Elektrizität. Seit 1967 ist der Leuchtturm vollautomatisiert. Der Leuchtturm von Lodbjerg wurde 2019 restauriert und zeigt eine wunderschöne Ausstellung mit der Geschichte des Leuchtturms vom Baubeginn bis heute. Zudem gibt es im kleinen Informationszentrum über den Nationalpark Thy eine Ausstellung über die Tier- und Pflanzenwelt des Gebietes.

Gegen ein kleines Entgelt kann der Leuchtturm bestiegen werden. Uns wurde versichert, dass man von oben einen ganz fantastischen Blick über die Landschaft hat. Da wir aber auf unserer Wanderung mehrfach die tollsten Ausblicke auf die wirklich wunderschöne Landschaft geniessen konnten, sparen wir uns den Aufstieg. Stattdessen geniessen wir unsere heutige Belohnung. Denn in der Residenz des Leuchtturmwächters wird ein kleines Kaffee betrieben, welches Eis, Snacks, Kaffee und Kuchen anbietet. Bei schönen Wetter sitzen wir draussen auf den Bänken und lassen unsere Wanderung noch einmal revue passieren.

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Fotogalerie unserer Wanderung

Informationen zur Wanderung

Dauer gesamt: 5:33 Stunden

Distanz: 14,9 Kilometer

Höhenunterschied: 70 Meter

Highlights unserer Tour:

  • Leuchtturm Lodbjerg Fyr
  • Aussichtsdüne Pjenberg
  • Baunhøj
  • Lodbjerg Kirche
  • Aussichtsdüne Ræveklit

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