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Kraniche fotografieren und beobachten kann man sehr gut in der Diepholzer Moorniederung. Hier sammeln sich jedes Jahr im Oktober und November die Kraniche. Unverkennbar naht der Herbst. Zeit für die Vögel, die es hier in Deutschland über den Winter nicht mehr hält, sich zu sammeln und gen Süden zu reisen. Beeindruckende große Vogelschwärme sind eines der Naturwunder mit denen unsere Heimat aufwarten kann und welches sich seit Jahrzehnten immer wiederholt. Noch einmal das Konzert hören, bevor der deutsche Winter die Natur mehr oder weniger mit eisigem Atem lähmt.

Auf ihrem Zug in die Überwinterungsgebiete in Südeuropa machen dann bis zu 100.000 dieser schönen Vögel Rast. Für Naturfreunde ist diese Zeit eine der schönsten Möglichkeiten, unserem Wildem Deutschland ganz nah zu sein. Ich möchte hier ein paar Tipps zum Kraniche fotografieren und beobachten geben.

Kraniche fotografieren in der Diepholzer Moorniederung zum Kranichzug mit Beobachtungstipps

Dieser Beitrag wurde am 30.09.2019 aktualisiert. Der ursprüngliche Beitrag ist am 02.11.2016 veröffentlicht wurden.

Zeit für die Vögel des Glücks – der Kranich

Auch den Kranich – einer der größten Vögel unserer Heimat – zieht es in den Süden. Langsam sammeln sich diese Tiere zu großen Gruppen und bereiten sich so auf die Reise in den Süden vor. Gerade Norddeutschland besitzt mehrere große Sammel- und Rastorte, auf denen die Vögel Kraft und Energie tanken bevor sie sich auf die große Reise machen. In Deutschland existieren drei grosse bekannte Rastgebiete:

  • die Darß-Zingster-Boddenkette und Rügen
  • die Diepholzer Moorniederung bei Bremen
  • das Rhin-Havelluch bei Berlin

Das Gebiet der Diepholzer Moorniederung stellt Europas drittgrößtes Kranichrastgebiet dar! Dementsprechend bedeutsam ist es für den Naturschutz und den Schutz dieser prächtigen Vögel. Während die Kraniche in den umliegenden Moorgebieten geschützte Schlafplätze finden, bieten tagsüber die abgeernteten Stoppelfelder und Wiesen genügend Nahrung für die Tiere. Diese brauchen die Kraniche dann auch, wenn sie später in Richtung Süden weiter ziehen.

Hier in der Diepholzer Moorniederung sammeln sich neben einheimischen Kranichen auch mehr als zehntausend Vögel aus Skandinavien und Russland. Vorerst bleiben diese schönen Vögel einige Tage in unseren heimatlichen Gefilden. Während sie sich auf den Feldern genügend Kraftreserven anfressen, kann der aufmerksame Naturbetrachter diese ca. 1,20 m großen Vögel relativ leicht erspähen. Mit etwas Glück und unter Beachtung einiger Verhaltensrichtlinien lassen sich die Kraniche fotografieren.

Nur das Anpirschen ist nicht ganz so einfach. Die Tiere besitzen eine relativ große Fluchtdistanz von ca 250 m. Auch lassen sie sich gern in der Mitte der Felder nieder, so daß sie rundum eine freie Sicht auf eventuelle Gefahren haben. Nur wenn die Nahrung knapper wird, kommen sie auch näher an die Wege und Straßen heran.

Kraniche fotografieren in der Diepholzer Moorniederung zum Kranichzug mit Beobachtungstipps

Unvergessliche Momente im Leben der Kraniche

Wenn die Tiere auf den Feldern stehen und äsen, kann der Beobachter unvergessliche Kranichmomente erleben. Vielfach sieht man die Kraniche Tanzen, Hüpfen und Stolzieren. Neben Altvögeln, die u.a. erkennbar an der typischen bunten Schwanzschleppe sind, trifft man auch Jungvögel aus diesem Jahr an. Diese erkennt man leicht an ihren einfarbig grau bis braun gezeichnetem Kopf und Halsgefieder. Auch fehlt ihnen noch die ausgeprägte Schwanzschleppe.

Im Gebiet der Diepholzer Moorniederung können auf eigene Faust die gut ausgeschilderten und aufgebauten Aussichtstürme und die mobilen Beobachtungsstationen genutzt werden. Oder man nutzt ganz einfach seinen eigenen PKW. Ebenso werden unter anderen  geführte Exkursionen, Planwagentouren, Vorträge und Ausstellungen angeboten. Auch dabei können wir Kraniche fotografieren.

Kraniche fotografieren in der Diepholzer Moorniederung zum Kranichzug mit Beobachtungstipps

Tipps zum Beobachten der Kraniche

Zur Beobachtung empfiehlt es sich bereits vor Sonnenaufgang an einem der Aussichtsstürme zu sein. Gerade zur Hauptsaison sind diese Punkte aber oftmals schon von Menschen überlaufen. Also lohnt es sich rechtzeitig vor Ort zu sein. Sehr oft hört man noch in der Dunkelheit dann schon das Konzert der Kranichtruppen. Mit zunehmender Helligkeit kann der Abflug der Kraniche zu den Äsungsflächen miterlebt werden.

Ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sieht man auch meist ganze Schwärme gleichzeitig aufsteigen und abfliegen. Wenn ein Großteil der Kraniche abgeflogen ist, lohnt es sich, die einzelnen Äsungsflächen zu besuchen. Vielfach kann man hier die Kraniche direkt aus geschützter Umgebung betrachten.

Bei der Beobachtung der Kraniche sollte es sich von selbst verstehen, daß die Tiere nicht zu beunruhigen, zu stören oder gar zu jagen sind. Verhalten Sie sich bitte unauffällig und achten Sie zudem auf den Straßen- und Wirtschaftsverkehr. Bitte beobachten Sie die Tiere mit ausreichenden Abstand, um sie nicht zu beunruhigen. Jeder Aufflug kostet zusätzliche Kraft und Energie.

Es empfiehlt sich, ein Fernglas oder ein Spektiv zur Beobachtung mitzuführen. Wer sich bei der Beobachtung der Kraniche in der Diepholzer Moorniederung die Zeit nimmt,  wird  garantiert mit besonderen Einblicken und Momenten belohnt!

Kraniche fotografieren in der Diepholzer Moorniederung zum Kranichzug mit Beobachtungstipps

Tipps zum Kraniche fotografieren

Vielerorts machen sich naturbegeisterte Menschen nun auf, um diese schönen Vögel in der Natur anzuschauen. Vielfach wird für spezielle Kranichtouren geworben – teils von Naturverbänden aber auch von kommerzieller Seite. Dabei benötigen die Vögel aber Ruhe, um sich entspechend auf die Reise vorbereiten zu können. Jede Störung beunruhigt die Tiere und kosten ihnen zusätzliche Energie. Trotzdem soll niemanden das Beobachten und Fotografieren dieser auch als Vögel des Glücks bezeichneten Tiere verboten werden. Deshalb die Bitte an jeden Naturfreund folgende Regeln einzuhalten:

  1. Kraniche sind am besten aus dem Auto zu beobachten und zu fotografieren. Da Kraniche vielerorts in Europa und auch in Deutschland aus Angst vor Schäden oder unbedacht gescheucht werden, sind sie gegenüber Menschen sehr scheu. Die Fluchtdistanz liegt dann bei mehr als 300 Metern. Parken sie bitte nur auf den dafür vorgesehenen Plätzen und steigen Sie nicht aus.
  2. Bleiben Sie bitte auf den öffentlichen Wegen. Benutzen Sie keine Feld- oder Wirtschaftswege, um abgelegene Regionen zu erreichen. Diese können als Rückzugsgebiete für die Rastvögel dienen. Wenn es die Witterung bzw. Helligkeit erlaubt, fahren Sie bitte ohne Licht.
  3. Spätestens wenn alle Kraniche die Köpfe heben, zeigen sie, dass sie sich gestört fühlen. Die Kraniche sehen Sie als Gefahr an und werden bei weiterer Annäherung auffliegen. Dabei verbrauchen sie unnötige Energie, die sie dringend für den weiteren Zug benötigen.
  4. Kranichbeobachtung bedeutet Sehen und Hören. Leises Verhalten ermöglicht allen Besuchern das ungestörte Erlebnis der beeindruckenden Kranichrufe. Unauffällige und warme Kleidung ist für die Kranichbeobachtung wichtig. Hunde dürfen nicht frei herumlaufen. Sie werden von den Kranichen als Gefahr angesehen und weiträumig gemieden.
  5. Zur Beobachtung empfehlen wir ein Fernglas, besser noch ein Spektiv.
  6. Bitte fotografieren Sie die Vögel bei ihrem Flug zum Schlafplatz nie mit Blitzlicht. Die Kraniche werden dadurch verunsichert. Für gute Aufnahmen werden Teleobjektive von mindestens 500 mm Brennweite benötigt. Hiermit kann auch ein gutes Foto aus dem Auto gelingen.

Möglichkeiten zur Kranichbeobachtung in der Diepholzer Moorniederung können der folgenden Karte entnommen werden. Diese Karte wurde herausgegeben vom Verein DümmerWeserLand e.V.. Diese Information liegt zum Beispiel an den Aussichtstürmen aus.

uebersichtskarte-kranichbeobachtung-duemmerweserland

Mehr Informationen über die Kraniche und deren Schutz in der Diepholzer Moorniederung erhält man zum Beispiel unter diesem Link. Hier werden unter anderen auch die aktuellen Ergebnisse der Zählungen im Gebiet angegeben.

Weitere Kranichbeiträge von mir

Die Diepholzer Moorniederung als Zentrum der Kranichrast

Kurzfilm: Dem Kranich auf der Spur

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