Bauer Raffke, der zwar nicht in Waldesruh heimisch ist, jedoch hier einige Flächen Land besitzt, wirft dem Waldesruher Ortschaftsrat und vor allem seinem Vorsitzenden Egon Schulze schwere Korruption im Amt vor.

So soll zum Beispiel bei der Restauration des Rathauses unter Zahlung von Bestechungsgeldern der Auftrag nicht an den günstigsten, sondern teuersten Anbieter vergeben worden sein.

Auf Nachfragen im Rathaus antwortete Egon Schulze: “ Wir haben nicht den teuersten, aber auch nicht den günstigsten Anbieter genommen. Entsprechend der Geschäftsordnung unserer Gemeinde haben wir unter allen eingegangenen Angeboten sehr genau abgewägt. Dabei haben wir auch sogenannte weiche Faktoren wie die Herkunft der Firma, gerechte Entlohnung und die Verwendung von ökologischen und für die Gesundheit unbedenklichen Werkstoffen berücksichtigt.

Die Vergabe für die Arbeiten am Rathaus erfolgte an eine in der Kreisstadt ansässige Firma, welche auch Mitarbeiter aus Waldesruh beschäftigt. Zudem verarbeitet diese Firma auch Holz und Holzprodukte aus Waldesruh. Die dadurch eingesparten Kosten liegen höher als die Mehrkosten für die eigentliche Arbeit am Rathaus, so daß in Summe das Angebot wesentlich günstiger als das abgegebene günstigste Angebot des Wettbewerbers war.“

Den Vorwurf der Annahme eines Bestechungsgeldes wies Schulze energisch zurück: „Wenn die Firma anbietet, für unsere Gemeinde einen Kinderabenteuerspielplatz zu erbauen, dann kann man das nicht als Bestechung bezeichnen. Bestechung ist, wenn sich eine Person das angebotene Geld in die eigene Tasche steckt! So profitieren unsere Gemeinde und die Urlauber, welche nach Waldesruh kommen, zusätzlich von der Vergabe an diese Firma.“

Wie es seitens Bauer Raffke zu diesen Vorwürfen kam, kann sich Egon Schulze nicht erklären, will aber die Querelen um das Tourismusprojekt ausschließen. Raffke gilt als Befürworter des geplanten Megahotels. Er selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.