Kormorane am Weserwehr in Bremen

Kormorane entzweien oftmals die Gemüter der Menschen. Für Fischer und Angler sind diese Vögel Fischräuber, die schwarze Pest, Invasion und Plage. Für Naturfreunde sind Kormorane eindrucksvolle Flieger, intelligente Tiere und ein wertvoller Bestandteil unserer heimischen Natur oder einfach schön anzuschauen.

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2023 aktualisiert.

Erstellt wurde er am 01.02.2017 .

Kormorane am Weserwehr in Bremen

Kormorane entzweien oftmals die Gemüter der Menschen. Für Fischer und Angler sind diese Vögel Fischräuber, die schwarze Pest, Invasion und Plage. Für Naturfreunde sind Kormorane eindrucksvolle Flieger, intelligente Tiere und ein wertvoller Bestandteil unserer heimischen Natur oder einfach schön anzuschauen.

Kormorane am Weserwehr in Bremen

An der Natur interessierte Menschen können diese Vögel sehr gut beobachten. Sie kommen nicht nur in abgelegenen und unwegsamen Gebieten vor, sondern auch in der Nähe von besiedelten Bereichen. Dabei bevorzugen sie die Küsten von Meeren und großen Seen oder Flüsse. Auch in Bremen kann man die schwarzen Fischer inmitten der Stadt an der Weser erleben.

Schon vom weiten fallen fliegende Kormorane durch ihr einprägsames Flugbild auf. Oftmals schwimmen die Vögel auch auf dem Wasser , um dann im nächsten Moment abzutauchen. Kurze Zeit später tauchen sie an anderer Stelle wieder mit einem Fisch im Schnabel auf. Charakteristisch ist ebenso ihre Haltung mit ausgestreckten Flügeln an einer Stelle zu sitzen. Dann trocknen sie ihr Gefieder nach einem Tauchgang.

Kormorane am Weserwehr in Bremen

Als Nahrungskonkurrent wurde der Kormoran intensiv verfolgt und bejagt

Dank intensiver Schutzmaßnahmen konnten sich die Bestände vom Kormoran in den letzten Jahren wieder gut erholen. Als vermeintlicher Nahrungskonkurrent des Menschen wurde er intensiv bejagt und verfolgt. In Mitteleuropa war er im Binnenland bereits ausgestorben. In Deutschland sollen bereits wieder 24.000 Brutpaare heimisch sein.

Als der Kormoran 2010 Vogel des Jahres wurde, gab es nicht nur Befürworter dieser Wahl. Gerade aus dem Umfeld der Angler und deren Verbände gab es teils heftige Proteste gegen diesen Vogel.

Kormorane am Weserwehr in Bremen

Nachdem in Bremen nach gefühlten drei Wochen ohne Sonne endlich einmal wieder die Sonne scheinen sollte, musste ich hinaus in die Natur. Zwar sollte es kalt werden, jedoch sollte der Himmel wolkenlos bleiben. Gedacht, getan – ich nahm mir an diesem Tag frei vom Büro. Stattdessen packte ich meine Fotoausrüstung zusammen. Mein Ziel waren die Kormorane am Weserwehr in Bremen.

Kormorane am Weserwehr in Bremen

Sonnenaufgang am Weserwehr

Vor Ort angekommen, erwachte dort der Tag schon langsam zum Leben. Die Sonne stieg mit einem herrlichen Aufgang am Horizont auf. Die ersten Kormorane und Möwen flogen bereits am Himmel ihre Runden. Auf dem Geländer unterhalb des Wehres saß bereits eine Gruppe von Kormoranen und ließ sich durch nichts stören.

Ideale Lebensbedingungen im Bereich des Weserwehres

Hier am Weserwehr bleibt das Wasser meistens eisfrei. Zudem bildet das Wehr eine künstliche Barriere für Fische, die diese nur durch eine Fischtreppe umgehen können. Ideale Nahrungs- und Lebensbedingungen für den schwarzen Jäger. In dem in der Nähe befindlichen Naturschutzgebiet „Neue Weser“ befindet sich zudem auch die größte Brutkolonie vom Kormoran in Bremen.

Wer die Kormorane beobachten möchte, kann dies direkt vom Weserwehr. Neben den Flugkünsten dieser Vögel ist auch ihr Verhalten sehr gut zu beobachten. Dazu braucht man nicht unbedingt ein Fernglas. Einen kleinen Eindruck erhältst du bereits in der ersten Folge meines neuen Videoblogs.

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Mehr Informationen

Weitere Informationen über den Kormoran

Brutkolonie in Bremen

Nicht weit vom Weserwehr entfernt befindet sich das Naturschutzgebiet „Neue Weser“. Hier finden wir die grösste Brutkolonie der Kormorane in Bremen. Das ist nicht verwunderlich, denn hier sind die Vögel nahezu ungestört. Und der gedeckte Tisch ist nicht weit entfernt. Tip: Zum Beobachten auch hier ein Fernglas mitnehmen.

Kormorane an der Kleinen Weser und Werdersee

Auch entlang der Kleinen Weser und am Werdersee kann man Kormorane gut beobachten. Schon in der Innenstadt fallen die Vögel auf. Ich habe eine kleine Gruppe dieser imposanten Fischjäger eines Morgens gern begleitet. Hier kannst du den Bericht und die Fotos davon sehen.

Kommentieren, Anregen und Diskutieren

  1. Horst Crome 19. August 2023 at 16:08 - Reply

    Kormorane haben in Europa nichts zu suchen. Sie sind von Seeleuten mitgebracht worden. Jeder Kormoran frisst 500g Fisch pro Tag. In Hiddensee sind über 10000 Kormorane…..

    • Torsten Berg 20. August 2023 at 10:42 - Reply

      Dass der Kormoran, wissenschaftlich zweifelsfrei belegt, in Norddeutschland eine heimische Art ist, ist seit langem bekannt. Denn nicht zuletzt auf entsprechende Anfrage der Fischer wurde im Auftrag des Umweltministeriums in Kiel eine Studie „Zum vor- und frühgeschichtlichen sowie neuzeitlichen Vorkommen des Kormorans, Phalacrocorax carbo, in Schleswig-Holstein und angrenzenden Gebieten“ erstellt. In der Studie wurde aufgrund von Knochenfunden an alten Siedlungsplätzen sowie nach Auswertung historischer Dokumente und Quellen ein durchgehendes Vorkommen des Kormorans bis zu seiner Ausrottung Mitte des 19. Jhdt. bewiesen. Seit mindestens 7.000 Jahren ist der Kormoran eine in Europa heimische Vogelart, belegt u.a. durch Funde von Kormoranknochen aus der Beute steinzeitlicher Jäger in Dänemark.

      Das Rechenbeispiel könnte ich fortsetzen: Insgesamt haben die Privathaushalte in Deutschland im Jahr 2022 gesamt 434.413 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte gekauft. Die Bremerinnen und Bremer lösten mit einem Verbrauch von durchschnittlich 6,6 Kilogramm den bisherigen Spitzenreiter Schleswig-Holstein ab (6,5 Kilogramm).Der End of Fish Day 2022 war am 11. März 2022, in 2023 schon am 06. März 2023. An diesem Tag verbraucht Deutschland für das laufende Jahr rein rechnerisch die letzten, unter deutscher Flagge gefangenen oder in Aquakultur erzeugten Fische und Meeresfrüchte. Das Problem liegt sicher beim Kormoran?