Kleine Katastrophen in Waldesruh

Kleine Katastrophen in Waldesruh

Geschrieben von Edgar Ente

Dieser Beitrag wurde am 17.03.2021 aktualisiert.

Veröffentlicht wurde er am 13.03.2014.

In Sachen fehlerhafte Internetverbindung (der Waldesruher Tagesbote berichtete am 4. März hierüber) werden die Gemeindearbeiter von Waldesruh zunehmend ratloser. Ein Hinweis an alle geneigten Leserinnen und Leser: Die Geschichte Kleine Katastrophen in Waldesruh erschien erstmalig im März 2014 in einigen kleinen Teilgeschichten. Dieser Beitrag beinhaltet eine aktualisierte Zusammenfassung.

Kleine Katastrophen in Waldesruh - finden die Gemeindearbeiter den Grund für das fehlende Internet?

Kleine Katastrophen in Waldesruh

Der Vorarbeiter Bertram Baumeister gegenüber unserer Zeitung: “Jetzt haben wir die ganze Ortslage in der das Kommunikationskabel liegt, abgesucht und wir haben keinen Fehler finden können. Sogar den neugebauten Parkplatz an der Rukollamühle haben wir wieder aufgerissen. Nichts, kein Kabelbruch und keine sonstige Beschädigung ist festzustellen. Und das Telekommunikationsunternehmen und der Serveranbieter behaupten weiterhin, dass es nicht an ihnen liegt. Das sind ja schon richtige kleine Katastrophen in Waldesruh. Früher wäre das alles nicht passiert!”

Die Gemeinde ist jetzt auf der Suche nach einem kompetenten Fachmann, welcher die gesamte Leitung einmal durchmessen würde. Egon Schulze“Wir verlassen uns lieber nicht auf die Aussagen der Anbieterfirmen, es will ja sowieso immer keiner den Schwarzen Peter auf seiner Seite haben. Es ist traurig, dass man ständig vertröstet wird!”

Kleine Katastrophen in Waldesruh - keiner ist Schuld - so wie immer

Fräulein Krause und die Computertechnik

Liegt der Fehler in der Internetverbindung gar nicht an der Telefonleitung? Bei ihrer routinemässigen Überprüfung der Buchhaltungsunterlagen ist unserem Fräulein Krause nämlich aufgefallen, dass die ganzen Buchungsdaten nicht stimmen können. “Wir haben ganz sicher im Jahr 2014 schon etliche Übernachtungsgäste gehabt! Ich habe doch einige von Ihnen mit meinen eigenen Augen gesehen!” Doch wieso sind diese Daten dann nicht mehr im System aufzufinden?

“Am besten, ich mache wieder meine eigene uralte Buchführung. Da finde ich wenigstens alles wieder. Die guten alten Karteikarten.” Entnervt gibt sie die Suche auf und bittet Egon Schulze um Rat. Als Mann hat er ja mehr Ahnung von der ganzen Computertechnik. Aber der weilt zur Zeit noch bei den Gemeindearbeitern, welche ganz ähnliche Probleme zu haben scheinen.

Kleine Katastrophen in Waldesruh

und plötzlich macht es bumms im Rathaus

“Als Fräulein Krause mich um Hilfe bat, wusste ich noch gar nicht, was da auf mich zu kommt.” erzählte Egon Schulze im Vertrauen zu Edgar Ente. “Ich war bei den Gemeindearbeitern auf der Baustelle wegen der fehlerhaften Internetverbindung. Die haben doch tatsächlich sogar den neuen Parkplatz aufgerissen! Und da die Arbeiter keinen Fehler finden konnten, war ich natürlich schon fast auf 180. Keiner will es gewesen sein und alle schieben die Schuld von sich weg. Jetzt reicht es! Wir ziehen das Internet um!”

Im Rathaus angekommen will Egon gleich an das Telefon. Er kennt in der Kreisstadt einen Fachmann, der die Leitung einmal durchmessen kann. Und dieser hat erwartungsgemäß festgestellt, dass die Leitung in Ordnung ist.

Doch Fräulein Krause kommt ihm zuvor: “Egon, ich habe ein Problem. Wir haben bisher in diesem Jahr keine Besucher in Waldesruh gehabt.” Hörbar klappt Egon die Kinnlade bis auf die Brust: “Das kann nicht sein, ich habe doch jeden einzelnen beim Begrüßungscocktail die Hand geschüttelt. Das schau ich mir jetzt genauer an!”

Langsam quält sich die Internetleitung auf den Server. Endlich im Backend angekommen, wird Egon ganz bleich: “Uschi, hast du keine Datensicherung gemacht?” und Fräulein Krause (deren Vorname nun endlich gelüftet wurde) meinte, dass dies doch automatisch gehen sollte.

“Klar, es hat ja auch automatisch alles funktioniert. Es lief jede Nacht eine Sicherung – bis zum 19.12. letzten Jahres.” vergewisserte sich Egon noch einmal. “Da muss jemand am Server rumgespielt haben, dass diese Automatik nicht mehr funktioniert. Jetzt reicht es, wir kündigen!”

Und nun begeht Egon Schulze eine Tat, die er noch bereuen wird – er zieht entnervt den Stecker der Stromversorgung. Plötzlich macht es im Rathaus bumms, Rauchschwaden quellen aus den Fenstern des Büros und Fräulein Krause und Egon Schulze stehen im Dunkeln da.

Kleine Katastrophen in Waldesruh - am Tag danach ist alles anders

Am Tag nach der Katastrophe in Waldesruh

Am Tag nach der Katastrophe in Waldesruh ist nichts mehr so wie früher. “Die Katastrophe hat die gesamte Stromversorgung lahm gelegt” berichtete Egon Schulze über Handy an die Kreisverwaltung. “Es hat einfach bumms gemacht und nachdem die Rauchschwaden sich um uns herum verzogen hatten, stand der Bärenwirt im Büro und trauerte um seinen zusammengefallenen Zitronenschmandkuchen”

Jetzt steht Waldesruh nicht nur ohne Internet, sondern auch ohne Strom da. Aber Fräulein Krause hat da schon eine tolle Idee: “Wir machen solange ein Lichterfest, bis der Strom wieder da ist. Kerzen haben wir ja alle irgendwo zu Hause.” Sobald es dem Waldesruher Tagesboten wieder möglich ist, werden wir weiter berichten.

Kleine Katastrophen in Waldesruh - immer noch ist Ruhe im Ort

Immer noch Ruhe in Waldesruh

Während einige Waldesruher ziemlich angestrengt arbeiten und vor allem organisieren müssen, können vor allem die Urlauber hier die neu entstandene Ruhe geniessen. Egon Schulze ist gleich am frühen Morgen mit Fräulein Krause in die Kreisstadt gefahren, um wenigstens die Stromversorgung für den kleinen Ort wieder herstellen zu lassen. Zum Glück hatten die dortigen Stadtwerke kurzfristig zwei Techniker frei. Diese suchen zur Zeit in Waldesruh nach dem Fehler im System.

Ein neuer Server inkl. einer neuen Internetverbindung wurde ebenfalls beauftragt. Im Zuge dessen soll ein zweites Kabel im Ort verlegt werden.

Ausser der momentan noch fehlenden Stromversorgung kommt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu Einschränkungen in der Versorgung der Urlauber und der Waldesruher Einwohner. Informationen, ab wann der Strom wieder fliessen wird, konnte uns aber bisher noch niemand geben. Die Waldesruher und ihre Gäste nehmen die Situation gelassen hin – das Essen wird offen über dem Grill gegrillt und abends sitzt man gemütlich bei Kerzenschein auf den Terrassen oder im Garten gemütlich zusammen.

Kleine Katastrophen in Waldesruh

Es gibt wieder Strom im Ort

Es ist kaum zu glauben! Am dritten Tag nach der Katastrophe, welche durch eine kleine unvorsichtige Handlung ausgelöst wurde, flammen erneut die Lichter wieder auf. Fräulein Krause zeigte sich ein bisschen enttäuscht, hatte sie doch insgeheim gehofft, dass die Lichterfeste noch ein bisschen weitergehen würden. Auch Bauer Heinrich fühlte sich an frühere Zeiten erinnert: “Wo wi noch keen Schtrom jehappt häbben, da war es och so det wi inner nacht zu huuse jekomme sind. Un mine Frau de Rosi häd dan schone jewartet mit eene Nudelholtz. (Wo wir noch keinen Strom hier kannten, mussten wir auch mitten in der Nacht im Dunkeln nach Hause. Die Rosi, meine Frau, hat dann schon immer mit dem Nudelholz auf mich gewartet.)” erzählte er verschmitzt.

Sei wie es sei, in Waldesruh ist fast wieder alles beim alten. Das Leben kann hier weitergehen. Wie es sich im kleinen Ort entwickeln wird? Das kann niemand so genau sagen, aber wer interessiert ist, kann uns gern öfters hier besuchen.

 

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