Kevin und Jakkeline am Mühlenbach

Wieder einmal weilen Kevin und Jakkeline in Waldesruh. Kevin hatte es doch wirklich geschafft seine teure Angetraute zu überreden, seine Eltern zu besuchen.

In Waldesruh angekommen, warteten auf beide auch schon die Eltern und ein liebevoll gedeckter Kaffeetisch mit noch warmen Streuselkuchen.

Noch artig setzte sich Jakkeline zu Kevin und seinen Eltern an den Couchtisch mit dem weißen Spitzendeckchen und den Sammeltassen. Heiß dampfte leckerer Kakao unter einem Sahnehäubchen hervor.

Doch schon bald wurde Jakkeline die anfängliche Wiedersehensfreude zu langweilig und demonstrativ fragte sie ihren Kevin, ob beide denn nicht etwas bei dem schönen Wetter draußen etwas spazieren gehen wollten.

Und da Kevin seiner teuren Angetrauten selten einen Wunsch abschlagen kann, willigte er mit sehnsüchtigen Blick auf Mamas Streuselkuchen ein. „Am Mühlenbach soll das Schilf so schön wachsen, lass uns dort einmal hingehen“, schlug er vor.

Jakkeline willigte bereitwillig ein, war doch die Aussicht auf ein Abenteuer tausendmal spektakulärer als hier am Kaffeetisch in Waldesruh zu sitzen und sich zu langweilen.

So flanierten die beiden den neu angelegten Wanderweg entlang in Richtung des Hirschkopfwasserfalls. Jakkeline hatte in ihren teuren Designersandalen zwar etwas Mühe beim Spazieren, jedoch die Aussicht auf ein Abenteuer ließ ihr Flügel wachsen.

Endlich standen beide auf der Brücke am Wasserfall und ließen ihren Blick über den mit frischen grünen Schilf bewachsenen Bachsaum gleiten. „Ist das schön?“ fragte Kevin seine Angetraute und diese blickte ihn fragend an. „Schön? Hier ist doch nichts los; rein gar nichts, noch nicht einmal andere Leute sind hier, lass uns weitergehen!“

Kevin seufzte nur tief und ließ sich in sein Schicksal fallen. Da sah Jakkeline ein paar gelber Blumen am Schilfrand stehen und wollte sich diese näher anschauen.

„Du kannst da nicht …“ wollte Kevin noch sagen, aber da war es schon zu spät. Bis über die Knöchel stand Jakkeline eingesunken im Schlamm des Bachufers und rief angewidert nach Kevin. Der konnte sein Lachen nur knapp verkneifen und reichte Jakkeline einen Ast. So konnte sich Jakkeline aus ihrer misslichen Lage befreien.

Zeternd beklagte sie den Verlust ihrer Designersandalen und ihr neues Designerkleid war nun auch hinüber. Doch was machen? Beide gingen schleunigst zurück zu Kevins Eltern und Jakkeline hoffte inständig, daß den beiden kein Mensch entgegenkommen würde.

Bei den Eltern angekommen, musste sich Jakkeline erst einmal duschen und bekam eine Hose und eine Bluse von Kevins Mutter zum Anziehen. Abends im Dunkeln fuhren beide dann wieder nach Hause in die Stadt.

So erlebten Kevin und Jakkeline wieder einmal ein Abenteuer in Waldesruh, auch wenn dieses Abenteuer ganz anders verlief als es sich Jakkeline erhofft hatte.

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