Die Fläche der deutschen Privatgärten entspricht in etwa der aller deutschen Naturschutzgebiete und Nationalparks zusammen. Jedoch finden hier die meisten heimischen Tierarten aufgrund übertriebenen Ordnungssinn und der Pflanzung fremdländischer Gehölze und Stauden weder Nahrung noch Unterschlupf.

Fremdländische Pflanzen sind oftmals zwar schön anzusehen, aber für die heimische Tierwelt völlig wertlos. Vielmehr sind Gärten heute für viele Menschen ein Aushängeschild und Visitenkarte für Ordnung und Sauberkeit.

So auch der zu unserer Wohnung gehörende Garten. Mit der Übernahme der Wohnung stand schon fest, diesen mit einfachen, preiswerten und erfolgversprechenden Massnahmen in ein Naturparadies umzuwandeln, ohne gleich von der Gartenarbeit erschlagen zu werden.

Rücksicht wurde auf schon vorhandene Gehölze und Stauden genommen, mit den Nachbarn wurde abgeklärt, inwieweit diese mehr Grünem positiv gegenüber stehen würden. Da wir nicht so sicher waren, was in diesem Garten so alles wachsen würde, beschränkten wir uns zunächst auf einige Pflanzen in geringer Stückzahl. So können wir sehen, ob diese Pflanzen geeignet sind oder nicht. Bei der Pflege meinen wir weniger ist hier mehr: der Rasen wird nicht mehr jede Woche gemäht, es gibt Unkraut- (auf neudeutsch auch Wildkraut-) ecken, Stauden und Gehölze werden sukzessiv durch einheimische Pflanzen ersetzt und die vorhandenen Sträucher werden auch nicht mehr regelmässig gestutzt.

Im Frühjahr pflanzten wir einige Stauden um das Nahrungsangebot für Insekten und damit für Vögel und die zwei vorhandenen Igel zu verbessern. Unsere Wahl fiel auf Lupine, Königskerze, Eisenhut und die bekannte Stockrose. Die Pflanzen kauften wir in einer regionalen Gärtnerei, die diese noch selbst zieht. Somit kann man sichergehen, woher die Pflanzen kommen und der Transportweg so gering wie möglich gehalten wird. Der Boden wurde zunächst aufgelockert und umgegraben, nach dem Pflanzen entschieden wir uns eine Auflage aus Rindenmulch aufzubringen. Damit verhindern wir einerseits, dass der Boden zu stark austrocknet und wir giessen müssen, andererseits wird dadurch das Aufkommen von Unkraut an nicht gewünschten Stellen unterdrückt und die Arbeit so reduziert!