Insel Fur – sanfte Hügel und Steilküste im Limfjord

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 06.10.2022 aktualisiert.

Erstellt wurde er am 06.10.2022 .

Insel Fur – sanfte Hügel und Steilküste im Limfjord

Nachdem wir bereits die Ufer des Limfjord auf der Insel Morsø kennengelernt haben, wollten wir uns das Pedant auf der Insel Fur anschauen. Nachdem wir die Fähre von Branden zur Insel genommen haben sind wir in knapp einer Viertelstunde mit unserem Auto am Ausgangspunkt unserer Wanderung über die Insel Fur über sanfte grüne Hügel und entlang der Steilküste im Limfjord.

Insel Fur - sanfte Hügel und Steilküste im Limfjord

Insel Fur – sanfte Hügel und Steilküste im Limfjord

Fur erinnert uns an Irland und an die Toskana. Beim Betrachten der Landschaft kommt uns unweigerlich der Gedanke daran auf.  Auf der Insel Fur selbst leben nur rund 750 Einwohner lt. Wikipedia. Im Sommer ist hier aber mehr los, denn Fur ist eine typische Ferienhausinsel und beherbergt dann noch rund 1000 Feriengäste. Hinzu kommen noch die Tagestouristen, denen wir auch auf unserer kurzen Fährfahrt begegneten. 

Die Anreise mit der Fähre läuft problemlos. Im Zeitraum von 5 Uhr bis 19 Uhr verkehrt die Fähre alle 15 Minuten, danach halbstündlich / stündlich. Die Fahrkarten kann man bequem an Bord kaufen.

Neben der Landwirtschaft, dem Tourismus und der Muschelfischerei leben die Menschen hier auch noch von der Molerindustrie. Moler ist ein tonartiges, leichtes Mineral, welches nur hier in der Region vorkommt. Unter anderem wird es noch heute in Industrieofenanlagen verwendet. Fur ist unter geologischen Gesichtspunkten von herausragendem Interesse. In der ganz überwiegend aus Moler aufgebauten Steilküste im Norden der Insel ist nahezu die gesamte Schichtfolge des Moler mit ihren zahlreichen Aschelagen aufgeschlossen. Und hierhin führt uns auch unsere Wanderung.

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Unsere Wanderung

Vom Parkplatz Rødstenen machen wir uns auf den Weg und erkunden die Natur der Insel auf dem Weg zum Strand. Auf festen Wegen und Pfaden gelangen wir zur Manhøje. Hier besteigen wir den Grabhügel und haben eine tolle Aussicht über die Landschaft bis hin zum Limfjord.  Wir kommen vorbei am Hwistelstow, einer kleinen ringförmigen Wallanlage. Ich bin mir sicher, dass wir hier an einem Ort sind, an dem auch Trolle und andere Waldgeister wohnen. Dieser Ort hat seine eigenen Magie!

Insel Fur - sanfte Hügel und Steilküste im Limfjord - Hwistelstow - hier leben Trolle und andere Waldgeister

Über Viehweiden und durch die hügelige Landschaft führt unser Weg weiter. Wir passieren den wunderschön angelegten Campingplatz Råkilde und gelangen schliesslich zum Restaurant Fur Bryghus, wo wir nach wenigen Schritten an den Strand des Limfjordes gelangen. Wir entschliessen uns, direkt am Strand weiter zuwandern. Es besteht aber auch die Möglichkeit, auf der Steilküste hinauf und entlang zu wandern. So verpassen wir zwar einige der ausgezeichneten Sehenswürdigkeiten, aber es gibt Dinge, da muss man sich eben entscheiden.  Bei schlechtem Wetter und hohen Wasserstand kann es allerdings passieren, dass der Strandweg nicht passierbar ist, dann muss man eben zurücklaufen. Aber für uns war heute alles in Ordnung.

Hinter der grössten roten Sandsteinklippe, der Den Røde Sten, wählten wir den Weg oberhalb der Steilküste, um noch einmal ind en Genuss der tollen Aussichten zu kommen. Schliesslich wandern wir wieder über Viehweiden und durch die hügelige Landschaft zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Insel Fur - sanfte Hügel und Steilküste im Limfjord - die Bischofsmütze auf Fur

Tip für geologisch Interessierte

Unweit unserer Tour, direkt am Rødstenvej, hat man Einblick in das Stendalgraven. Hier wurde / wird das Molergestein abgebaut. Als Besucher kann man hier die abwechselnden Schichten von Molergestein und Vulkanasche in den nackten Wänden sehen. Eine Tafel weist auf hier mögliche Fossilienfunde hin. Ob man den Steinbruch betreten kann, kann ich allerdings nicht mit Gewissheit sagen. Absperrungen waren an der Straße nicht ersichtlich.

Vom Parkplatz am Molermanden hat man ebenfalls eine wunderschöne Aussicht über den Steinbruch. Der Molermanden ist eine 180 cm grosse Bronzeskulptur und stellt einen Maler dar. Die Bronzefigur wurde von Erik Dahl Nygaar im Jahr 2014 geschaffen. Der Maler blickt von seinem Standort über die grösste Moler-Grube von Fur.

Im Ergebnis des Abbaus des Molers wurde hier eine beeindruckende Säule gefalteter Molererde stehen gelassen. Aufgrund ihrer Form wir diese Säule Bispehuen (Bischofsmütze) genannt. Auch hier sieht man eindrucksvoll die Schichtung der Erdzeitalter.

Fotogalerie der Wanderung

Unsere Videoimpression der Wanderung

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Informationen zur Wanderung

Dauer gesamt: 5:15 Stunden

Distanz: 12,5 Kilometer

Höhenunterschied: 110 Meter

Startpunkt:

Parkplatz Rødstenen

Highlights unserer Tour:

  • Manhøje
  • Hwistelstow
  • Limfjord Strand
  • Den Røde Sten

Kommentieren, Anregen und Diskutieren

  1. Lisa 28. Oktober 2022 at 13:55 - Reply

    Sieht nach einer wirklich entspannten, aber irgendwie auch abenteuerlichen Wanderung aus. Danke fürs Mitnehmen.

    Liebe Grüsse
    Lisa

  2. Ilona 11. Oktober 2022 at 16:29 - Reply

    Ha, den Limfjord kenne ich tatsächlich nur vom Limfjords Porter – ein gutes Bier, falls ihr es noch nicht probiert habt ;) Man sollte allerdings kräftigschmeckende Biere mögen.

    Ich bin ja irgendwie nie wirklich in den Norden gekommen, obwohl mein Freund Däne ist und aus Jütland kommt. Aber jetzt sind wir gemeinsam in den Süden gezogen und die nächste Dänemark-Reise wird wohl auf sich warten lassen. Und wenn, dann kommen wir fast immer nur in die Städte… Ja, irgendwann muss ich mir den Rest mal vornehmen. Gerade mit alten Gräberstätten und so kann ich mich immer sehr anfreunden :D

  3. Lena 11. Oktober 2022 at 15:33 - Reply

    Das klingt super spannend! Es gibt noch sooo viele Ecken von Dänemark, die wir noch gar nicht kennen… Fur steht jetzt auch auf unserer Liste…

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