In die alte Heimat zurück?

Was ist Heimat für mich? Es gibt einige begriffliche Definitionen dieses Wortes. Ständig wird der Begriff für Diskussionen bemüht. 2018 gibt es in Deutschland sogar einen Minister dafür –  nämlich den Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat. Immer wieder wird Heimat auch für irgendwelche absurden Gedanken für Propaganda ausgeschlachtet. Doch was bedeutet Heimat für mich?

In die alte Heimat zurück?

Heimat ist für mich ein Gefühl

Es gibt Menschen, die sind überall zu Hause. Für einige Menschen ist Heimat der Geburts- und Wohnort und ungern wird diese verlassen. Es gibt Menschen, die sie ablehnen und es gibt Menschen, die ohne sie nicht leben können. Heimat ist ein Gefühl und jeder verspürt dieses Gefühl unterschiedlich. Es gibt Menschen, die flüchten wegen Krieg, Verfolgung oder der schlechten Wirtschaftslage.

Seit Jahren lebe ich nicht mehr in meiner Geburtsheimat. Auch nicht in der Heimat, in der ich einen Grossteil meiner Kindheit und Jugend verbrachte. Durch eigene Entscheidungen aufgrund zeitlicher Geschehnisse und Entwicklungen habe ich sie verlassen. 1989 fiel die Mauer und die DDR wurde abgeschafft.

Doch bin ich damit glücklich geworden? Sicher, es geht mir wirtschaftlich gut. Hier habe ich einen Job, der mir Flexibilität bietet. Ebenso habe ich mir hier in Bremen einen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut. Doch es ist nicht wie früher. Früher war irgendwie alles besser (hier sollte jetzt ein lachender Smiley stehen). Die alten Freundschaften, die Bekanntschaften und Netzwerke fehlen mir. Früher konnte ich aus dem Haus fallen und bin im Wald gelandet. Die ganze Gegend war Natur. Egal, ob Feld oder Wald. Der Badeteich fehlt mir, an dem ich schon als Kid gebadet habe. Der Wald fehlt mir, die Berge und die Naturbeobachtungen. Die kleinen und grösseren Orte, an denen es von Geschichte und Geschichten wimmelt.

In die alte Heimat zurück?

Heimat ist für mich ein Bedürfnis

Die – meine – Familie fehlt mir, meine Wurzeln. Allesamt zu weit weg, um schnell einmal zum Kaffee vorbeizufahren. Deshalb fühle ich mich etwas heimatlos. Oder wie ein Wanderer. Die alte Heimat verlassen und in der neuen noch lange nicht angekommen. Heimat ist für mich mehr als der Ort, an dem ich wohne. Sie ist für mich ein Bedürfnis.

Bremen hat nicht das zu bieten, was mir fehlt. Um die Hansestadt ist alles flach und eintönig. Hier gibt es Hafenanlagen und Kuhweiden. Sonst nichts. Was die Bremer als Wald bezeichnen … ähm … sorry. Wald ist etwas ganz anderes. Geschichtlich scheint es hier auch nur die Hansezeit gegeben zu haben. Zumindest erinnern die alten Gebäude daran. Aber sonst?

Bremen ist nicht schlecht, im Gegenteil. Es hat sicher auch seine gemütlichen Ecken. Aber es ist eintönig. Landschaftlich, kulturell und historisch langweilig. Ein Dorf mit Straßenbahn. Das sagen die Bremer selber. Bremen sollte sich selbst neu erfinden. Wäre ich sarkastisch, würde ich jetzt frei nach den Bremer Stadtmusikanten ausrufen: „Etwas Besseres als Bremen findet man überall.“

Will man Natur sehen, muss man raus fahren. Dann wird es wieder interessant. Der Hasbruch ist schön. Die Gegend um den Syker Berg ist schön. In der Diepholzer Moorniederung kann man tausende Kraniche beobachten. Bis zur Nordsee ist es auch nicht weit. Trotzdem ist da immer noch flaches Land. Und die Eintönigkeit.

In die alte Heimat zurück?

Zurück in die alte Heimat?

Mein Trost ist, ich habe die Möglichkeit, meine alte Heimat wieder zu besuchen. Eventuell sogar zurückzukehren. Die Verbindungen zur alten Heimat habe ich noch nicht abgebrochen. Eine Rückkehr zu den alten Wurzeln. Mittlerweile gibt es auch Rückkehrerprogramme. Ob ich aber mit einer Rückkehr glücklich wäre?

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