In der Bremer Schweiz bei Leuchtenberg

Die Bremer Schweiz ist eine hügelige Geestlandschaft im Norden von Bremen. Im Vergleich zum flachen Stadtgebiet von Bremen und der Marsch und dem Moor im Bremer Umland erreichen wir in der Bremer Schweiz durchaus Höhen von 49 Metern. 

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 12.04.2024 aktualisiert.

Erstellt wurde er am 12.04.2023 .

In der Bremer Schweiz bei Leuchtenberg

Die Bremer Schweiz ist eine hügelige Geestlandschaft im Norden von Bremen. Es wird begrenzt von der Lesum im Süden und der Weser im Westen. Im Norden bildet das Waldgebiet des Düngel die Grenze. Im Osten endet das Gebiet an der Langen Heide.

In der Bremer Schweiz - Pferdeweiden bei Vollers Busch

Die Bremer Schweiz als Landschaft

Im Vergleich zum flachen Stadtgebiet von Bremen und der Marsch und dem Moor im Bremer Umland erreichen wir in der Bremer Schweiz durchaus „Berge“ mit Höhen von 49 Metern. Wiesen, Felder, Heideflächen und Niederungen bilden das Landschaftsbild. Die Täler der Schönebecker Aue, der Blumentaler Aue und die Beckedorfer Beeke bilden teilweise noch kleinere Auelandschaften.

In der Bremer Schweiz - im Frühjahr finden wir unter den noch lichten Bäumen viele Frühblüher im Wald

Ab dem 18. Jahrhundert bereits lockte das liebliche Landschaftsbild viele Bremer Kaufleute herbei. Zunächst baute man sich hier seinen Sommersitz, um mal aus der Stadt herauszukommen. Später wurden die Bauten üppiger. Villen und sogar kleine Schlösser repräsentierten den Wohlstand der Besitzer. Anfangs wurden die hohen Ufer der Lesum und der Weser bebaut. Mit der Zeit erweiterte man die Bebauung auch in das bewaldete Hinterland.

Wenn man vom Areal absieht, welches heute um den Vegesacker Hafen liegt, stand das Gebiet unter preußischer Verwaltung. Jedoch setzte sich der Name Bremer Schweiz durch, weil hier viele Bremer Kaufleute Grund und Boden erwarben.

Die Landschaft ist hier noch sehr plattdeutsch. Die norddeutsche Grundmoränenlandschaft,  die Geest genannt wird, ist durch zahlreiche Bäche mit der dazugehörigen Auenlandschaft gegliedert. Oft wird dafür die alte plattdeutsche Bezeichnung Beek mit im Namen angeführt. Zwischen den Beeken finden wir alte Waldbestände, die hier Horst heißen. Wo die flache, fruchtbare Marsch auf das Geestland trifft, entstanden häufig Moore.

In der Bremer Schweiz - heute Kulturlandschaft und Erholungsraum

Heute sind die Gezeiten der Flüsse durch Deiche gebändigt und viele der Moore entwässert. Geblieben ist das Landschaftsbild, wie es die Eiszeiten geschaffen haben. Und wie es der Mensch in den Jahren seiner Existenz umgewandelt hat.

Zwischen Leuchtenburg und Platjenwerbe

Wir sind unterwegs im südlichen Teil der Bremer Schweiz. Leuchtenburg ist das Zentrum der Bremer Schweiz. Ein wenig mehr als tausend Einwohner leben noch hier. Heute ist der Ort ein beliebtes Ziel für Wochenendausflüge für das benachbarte Bremen. Wie Platjenwerbe, welches wir am westlichen Ortsrand streifen, liegt es schon in Niedersachsen.

Unsere Tour startet aber an der Ökologiestation in Schönebeck. Schönebeck ist u.a. ein Stadtteil von Bremen und die Ländergrenze zu Niedersachsen ist hier nicht weit entfernt. Der Ort liegt im Tal der Schönebecker Aue, einem über den Vegesacker Hafen in die Weser einmündenden Geestbach. Bekannt ist das Schloß Schönebeck, ein in norddeutschem Fachwerk erbautes Wasserschloss. Es dient heute als Heimatmuseum und Veranstaltungsort. Im Laufe unserer Tour kommen wir auch daran vorbei.

In der Bremer Schweiz - Schloß Schönebeck

Wir durchwandern das Tal der Schönebecker Aue und die umliegenden Felder und Wälder. Die leicht hügelige Landschaft entstand hier während der letzten Eiszeiten. Trotz der landwirtschaftlichen Nutzung haben sich erstaunlich viele verschiedene Biotope erhalten können. Man könnte glauben, wir sind hier im Auenland unterwegs und treffen bald auf ein paar Hobbits.

Leider holt uns manchmal der obligatorische Güllegeruch in das wahre Leben zurück. Zwar blühen hier noch Buschwindröschen und Schlüsselblume und singen noch einige Vögel ihre Lieder. Aber wir befinden uns hier in einer Kulturlandschaft, die von der Landwirtschaft und dem Freizeitbegehren der Städter geprägt ist.

In der Bremer Schweiz - Buschwindröschen

Dennoch: wir haben hier eine noch ansehnliche Landschaft vorgefunden. Wir kamen an vielen mit Reed gedeckten Häusern vorbei. So typisch norddeutsch eben. Bei der Planung der Tour hatten wir im Vorfeld mit mehr Straßenkontakten gerechnet. Erstaunlicherweise stellte sich die Wirklichkeit aber anders dar. Wir waren positiv überrascht.

Fotoimpressionen der Tour

Unsere Videoimpression der Wanderung

Informationen zur Wanderung

Dauer gesamt: 3:15 Stunden

Distanz: 10 Kilometer

Höhenunterschied: 60 Meter

Link zur Tour mit Trackdownload

Mit freundlicher Unterstützung von Komoot *

Startpunkt:

Parkplatz Ökologiestation Bremen

Am Güthpol 11, 28757 Bremen

Highlights unserer Tour:

  • Schönebecker Aue
  • Blüte der Buschwindröschen
  • Vollers Busch
  • die wellige Geestlandschaft der Bremer Schweiz

Kommentieren, Anregen und Diskutieren

  1. Julia Beatrice 25. April 2023 at 6:48 - Reply

    Hallo Torsten,
    schön dass du auch weiterhin nahe Orte erkundest. Ich wandere demnächst von der anderen Seite aus (Elmshorn) im Elbe-Weser-Dreieck.

    Liebe Grüße
    Julia

    • Torsten Berg 26. April 2023 at 13:07 - Reply

      Moin Julia, an einem normalen Wochenende lohnt es sich ja nicht wirklich, weiter wegzureisen. Da bleiben wir lieber in der Nähe und entdecken da die Schönheiten. Vielleicht sehen wir uns mal! :-)

  2. Tanja 24. April 2023 at 12:53 - Reply

    Das lockt den Frühling :-) Liebe Grüße, Tanja

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