Die Heuernte auf den Waldwiesen in Waldesruh neigt sich dem Ende entgegen. Die letzten warmen und trockenen Tage werden noch einmal intensiv genutzt um selbst die kleinste Wiese zu mähen und das Heu trocken einzubringen.

Bauer Heinrich fährt die letzten Heuballen zusammen und lagert diese trocken und geschützt in seiner Scheune. “Det Waldwiesenstreu isch dasch beschte hier in de Jejend. Fille Kräudder sinn drin un beschtes saftigesch Jraas. Dasch allet machd unsere Milsch unvergennbar jut! (Das Heu unserer Waldwiesen hier ist das Beste der ganzen Gegend. Es enthält viele Kräuter und bestes saftiges Gras. Diese Mischung macht unsere Milch unvergleichbar gut!)” erklärt er stolz allen Urlaubern und Wanderern, die ihn in diesen Tagen begegnen.

Um nicht leer vom Hof zurück in den Wald und den Wiesen fahren zu müssen, nimmt er immer noch eine Ladung Holzstangen zum Ausbessern der Zäune und Gatter mit. “Dasch isch unsre Orbeet forn Winder. (Das ist unsere Arbeit im Winter.)” erklärt er den fragenden Blicken dann.

Auch die Forstarbeiter von Förster Grünrock helfen beim Einbringen des Heus. In einem Schuppen im Wald lagern sie dieses, um es im Winter an die Waldtiere füttern zu können. “Wenn der Winter hart wird und viel Schnee fällt, dann haben es die Wildtiere schwer etwas zu fressen zu finden. Damit die Tiere dann nicht an die Bäume gehen, erleichtern wir ihnen diese Tage etwas und füttern an den bekannten Futterstellen zu.” so Förster Grünrock gegenüber dem Waldesruher Tagesboten.

Als nützlichen Nebeneffekt trägt die Nutzung der Waldwiesen als Weide und zur Heuernte auch dazu bei, daß sich hier um Waldesruh viele seltene Orchideen und andere Pflanzen noch ungestört entwickeln können. Der Förster dazu: “In vielen Teilen, auch in unserem Harz, sind ehemalige Orchideenstandorte durch die Aufgabe dieser Waldwiesen wieder verbuscht. Die Orchideen finden dann in diesem Wald unter den Bäumen keine Lebensgrundlage mehr und das Landschaftsbild wird eintöniger. Auch deshalb ist es schön, wenn Leute wie Bauer Heinrich noch ihre Viehhaltung fortführen.”