Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert:

Die diesjährige Harzer Tourismuskonferenz findet dieses Wochenende in Waldesruh statt. Dies ist auch das erste Mal, daß der kleine beschauliche Ort Waldesruh diese regionale Konferenz ausrichten darf.

Waldesruh hat seit dem Jahr 2013 mit dem Slogan „Urlaub in ursprünglicher Natur und bei freundlichen Menschen“ eine erfreuliche und vor allem naturverträgliche Entwicklung im Tourismus genommen. „Seitdem unser Ort wiederentdeckt wurde, kommen immer mehr Menschen zu uns. Und das erfreuliche ist, immer mehr, die schon einmal hier gewesen waren, kommen noch einmal.“ freut sich Fräulein Krause von der Waldesruher Tourismusinformation.

„Jedoch sei Waldesruh kein Ort für Sommerrodelbahnen, Spaßbäder, Megahotels und anderen Großprojekten“, so Fräulein Krause weiter. Seit der Wiedervereinigung vor 25 Jahren wurden von seitens der Bundesländer, welche einen Anteil am Harz haben, und auch der Bundesrepublik der Fehler gemacht, Fördermittel für touristische Angebote mit der Gießkanne zu verteilen.

„Jeder Ort, der wollte, konnte ein Spaßbad bauen. Mittlerweile ist die Hälfte davon wieder wegen zu hohen Kosten und zu wenigen Besuchern geschlossen wurden. Ganz aktuell ist die Situation bei den Baumwipfelpfaden, da werden wir die gleiche Problematik bekommen.“

Auch habe der Ostharz mittlerweile den Westharz bei touristischen Angeboten längst abgehängt. „Viele Westharzer Gasthäuser leiden unter Besuchermangel, weil die touristischen Angebote nicht weiterentwickelt wurden. Vielfach haben Westharzer im Ostharz gebaut, weil es hier mehr und leichter Fördermittel gibt.“

Aus diesem Grund sollte endlich das umgesetzt werden, was von einigen Harzer Lokalpolitikern schon lange gefordert wird: „Ein Harz!“

„Wir müssen sehen, daß wir die gesamte Region gleichermaßen entwickeln und die vorhandenen Mittel effektiver einsetzen. Dadurch können wir mit weniger Geld bessere Ergebnisse erzielen. Notwendig ist aber nicht nur der Bau von Tourismusobjekten. Wir müssen auch die Vernetzung der Region voranbringen, sei es im Verkehrsbereich, in der Wirtschaft oder der Politik.“ ergänzt der Waldesruher Ortsschaftsratsvorsitzende Egon Schulze, der übrigens seit mehr als 40 Jahren die Geschicke des kleinen Ortes leitet.

Daß das Waldesruher Projekt funktioniert zeigt die jüngere Geschichte. Zusammen mit den Nachbargemeinden Wilhelmsbrunn, Friedrichsrode und Waldrode wurde nicht nur der Nationalpark Waldesruher Höhenzüge ausgewiesen. Auch in anderen touristischen und wirtschaftlichen Belangen arbeitet man Hand in Hand zuverlässig zusammen.

„Uns vier Gemeinden ist es dabei nicht so wichtig, wo ein Projekt sich befindet. Viel wichtiger ist uns, daß jede Gemeinde etwas von allen Projekten hat. So haben wir uns darauf geeinigt, daß der Standort der Nationalparkverwaltung in Waldesruh am Hirschkopf ist. Die Waldesruher Logistikgesellschaft WLG hat ihren Sitz dagegen in Wilhelmsbrunn. Hier standen einfach geeignetere Flächen zur Verfügung. Von hier aus wird auch das gesamte integrierte Verkehrskonzept für die vier Gemeinden organisiert.“ führt Egon Schulze weiter aus.

Kosten und Erlöse der Projekte werden nach diversen Schlüsseln an die Gemeinden zum Jahresende ausgeschüttet. „Diese Schlüssel werden laufend controlled und bei Bedarf angepaßt.“

Aus diesem Grund wollen die vier Gemeinden während der Harzer Tourismuskonferenz vom 16.10.2015 bis 18.10.2015 das Waldesruher Konzept vorstellen. „Wenn unser Bespiel Schule macht, ist es für einen grenzenlosen Harz und über den Harz hinaus eine Option für unsere weitere gemeinsame Entwicklung.“ sind sich Egon Schulze und Fräulein Krause sicher.

Niemand macht keine Fehler! Wenn Ihr einen Rechtschreibfehler findet, benachrichtigt mich bitte, indem Ihr den betreffenden Textteil markiert und dann Strg + Eingabetaste drückst. Vielen Dank!