Hanstholm Wildreservat – das Wildschutzgebiet Hanstholm

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 18.08.2022 aktualisiert.

Hanstholm Wildreservat – das Wildschutzgebiet Hanstholm

Wir befinden uns im Hanstholm Wildreservat und damit im nördlichsten Teil des Nationalparks Thy. Mit einer Fläche von fast vierzig km² ist das Wildschutzgebiet von Hanstholm die grösste zusammenhängenden Dünenheide in Dänemark.

Hanstholm Wildreservat - das Wildschutzgebiet von Hanstholm

Die Landschaft im Hanstholm Wildreservat

Isbjerg ist mit 56 Metern über dem Meer der höchste Punkt des Wildreservats Hanstholm. Von hier aus bietet sich ein großartiger Blick über den nördlichen Teil des Nationalparks Thy. Schon vor dem 2. Weltkrieg wurden grosse Teile des Gebietes mit finanziellen Mitteln aus dem dänischen Jagdfond erworben. Schon damals wollte man einen geschützten Ort für Wildtiere schaffen und einen Teil der dänischen Dünennatur für die Nachwelt erhalten. Die Landschaft hier ist ein Mosaik aus grossen ebenen Sandflächen und mächtigen Dünenformationen. Es gibt hier viele Flachwasserseen, die oft im Sommer austrocknen. Im östlichen Teil vom Hanstholm Wildreservat liegt eine Reiher tieferer Seen. Auch der bis zu sechs Meter tiefe Blegsø gehört dazu. Wie der viel grössere Nors Sø liegt er auch als Karstsee über Kalkgestein. Ein Grossteil des Wassers dieser Seen strömt durch Risse im Kalk nach oben.

Hanstholm Wildreservat - das Wildschutzgebiet von Hanstholm - Goldregenpfeiffer während des Herbstzuges

2020 brüten hier im Gebiet etwa fünf Kranichpaare. Der seltene Bruchwasserläufer ist mit rund fünzig Paaren sogar mit der Hälfte des dänischen Brutbestandes hier heimisch. Auch die Sumpfohreule und die letzten Goldregenpfeiffer-Brutpaare soll man in manchen Jahren hier finden. Fisch- und Seeadler kommen regelmässig vor. Im Herbst rasten hier tausende Grau-, Saat- und Kurzschnabelgänse. Im Winter sieht man Gänsesäger, diverse Tauch- und Schwimmenten und Singschwäne auf den Seen. Das Wildreservat beherbergt eine gesunde Population Rotwild. Die Tiere finden Nahrung in der Dünenheide und die umliegenden Plantagen und Bergkiefernbestände bieten genügend Deckung. Auch Reh, Fuchs und Fischotter lassen sich im Gebiet sehen.

Hanstholm Wildreservat - das Wildschutzgebiet von Hanstholm - Rotwild bei Blockhus

Die Vegetation ist abwechslungsreicher als man auf den ersten Blick vermutet. In der trockenen Dünenheide finden wir Besenheide, Krähenbeere, Sandsegge und Flechten. In den feuchteren Senken wachsen Rauschbeere, Gagelstrauch, Glockenheide, Moosbeere und Sonnentau. In einigen Flachwasserseen kommt die Wasserlobelie vor.

Zur Geschichte des Gebietes

Der grösste Teil des Wildschutzgebietes ist ehemaliger Meeresboden. Die alte Steilküste liegt heute drei bis vier Kilometer von der heutigen Küstenlinie entfernt im Inneren des Landes. Besonders ersichtlich ist die alte Küstenlinie im Bereich des Sees Blegsø. Spuren von früher Besiedlung finden wir am Savbjerg und am Isbjerg. Auch aus der Zeit des 2. Weltkrieges sind Spuren zu finden.

Hanstholm Wildreservat - das Wildschutzgebiet von Hanstholm

Natur erleben im Hanstholm Wildreservat

Zum Schutz der hier heimischen Tier- und Pflanzenwelt gelten für den Aufenthalt im Reservat besondere Regeln. Der Zutritt zum gesamten Gebiet östlich des Kystvejen ist in der Brutzeit vom 1. April bis einschließlich 15. Juli nicht möglich. Das zentrale Gebiet mit den vielen Seen und Feuchtgebieten ist ganzjährig gesperrt. Jedoch ist der Wanderweg zum Isbjerg jederzeit zugänglich. Hunde sind nicht erlaubt, auch nicht an der Leine.

Wir haben natürlich eine Wanderung zum Isbjerg gemacht. Direkt am Ufer des Nors Sø befindet sich ein Parkplatz mit WC und einfachen Shelter. Von hier kann man den Wanderweg (gelber Pfeil auf rotem Pfahl) über den Isbjerg im Reservat wandern. Die Länge der Route beträgt rund 3 Kilometer und kann auf 1,5 Kilometer abgekürzt werden. Keiner der Wege ist behindertengerecht.

Eine weitere Route führt ab Sårup im nordwestlichen Teil der Tved Klitplantage über vier Kilometer unter anderem zum Vogelschutzturm. Von hier aus hat man gute Chancen Rothirsche und Kraniche zu sehen. Besonders zur Zeit der Brunft der Rothirsche hört man dann auch das eindrucksvolle Röhren der Hirsche. Wir hatten Glück und sahen auch ein grosses Rudel dieser Tiere. Leider waren die Tiere für ein gutes Foto viel zu weit weg. Es empfiehlt sich hier ein Fernglas mitzunehmen. Auf keinen Fall sollte man Mückenschutzmittel vergessen. Besonders auf dem Aussichtsturm waren die Mücken bei unserer Anwesenheit sehr aggressiv und hungrig.

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