Vor genau 25 Jahren erfolgte nun auch in Waldesruh die Grenzöffnung. Mit einer Woche Verspätung können auch die Waldesruher „rüber machen“.

Nachdem an den Grenzübergängen der ehemaligen innerdeutschen Grenze die Tore am 09.11.1989 gefallen sind, war es in Waldesruh noch nicht möglich den Grenzzaun zu passieren. Ganz einfach, weil hier nur die Mauer stand und es keinen Übergang gab.

Bis zur endgültigen Klärung der Situation verging eine Woche. Doch dann rückten die Baufahrzeuge auch hier an und schufen einen Durchgang zur Grenzöffnung. Endlich konnten die Waldesruher ihre Verwandten und Bekannten aus der Nachbargemeinde besuchen, von denen sie achtundzwanzig Jahre lang getrennt waren.

Den Durchbruch bei der Grenzöffnung feierten die Waldesruher natürlich gebührend und bald auch lagen sie sich mit den Einwohnern der Nachbargemeinde in den Armen. Erinnerungen an die Zeit vor dem Mauerbau wurden ausgetauscht und auch aus der Zeit der Trennung berichtet.

Mit dem kleinen Ort Wilhelmsbrunn verband Waldesruh seit jeher eine gemeinsame Geschichte und tiefe Nachbarschaft, welche nur durch den Mauerbau im Jahre 1961 unterbrochen wurde. Durch den Bau der Mauer wurden auch jahrhundertealte Familienbande und Geschäftsbeziehungen unterbunden.

Umso glücklicher war man dann als das erste Teil der Mauer fiel und man durch diese Lücke wieder zu einander finden konnten. Schnell war wieder eine gemeinsame Basis für eine Zusammenarbeit gefunden wie bei der Ausweisung des Nationalparkes oder im Rahmen des Verkehrskonzeptes.

Mittlerweile holt Waldesruh gegen den Nachbarort in der gemeinsam Entwicklung auf. Gerade durch das gemeinsame Engagement der Waldesruher werden hier blühende Landschaften geformt.