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tbIn loser Folge druckt der Waldesruher Tagesbote exklusiv das geheime Tagebuch von Kaiser Wilhelm ab. Der Fund des Tagebuches war eine Überraschung für den kleinen unbekannten Ort im Harz. Demnächst wird das Tagebuch auch der Öffentlichkeit in einer Dauerausstellung vorgestellt werden. Heute lesen Sie den ersten Teil der Aufzeichnungen, welche noch nie zuvor an die Öffentlichkeit geraten sind! Das ursprünglich in Sütterlin geschriebene Tagebuch haben wir für unsere Leser gern übersetzt.

1863, Hubertustag am 03. November

Zur heute stattfindenden Hubertusjagd haben meine diesjährigen Gastgeber in den Nordharz eingeladen. In aller Frühe sind wir mit dem Tross aus Berlin angereist. Das Wetter ist wahrlich kaiserlich – genau wie für eine Jagd geschaffen. Los geht es mit Hunden und Pferd quer durch den Wald. Von vorn links fällt schon ein erster Schuss. Ich habe noch kein Wild vor meinem Lauf bekommen.

Mittags gab es standesgemäss Erbsensuppe, die der Koch meiner Gastgeber über einen grossen Kessel am Rastplatz zubereitete. Nach entsprechender Stärkung ging es weiter. Meine Strecke war bis dato schon sehr ansehnlich – drei Sauen, zwei Rehe und vier Füchse. Leider noch keinen Hirsch!

Bei der Überquerung eines Bachlaufes fing mein Pferd an zu lahmen. Mein Tross bekam dieses aber nicht mit, so dass ich weit hinter der Jagd zurück fiel. Leider ging es mit dem Pferd dann nicht mehr. Glücklicherweise kamen zu dem Zeitpunkt zwei einfache Waldarbeiter des Weges. Ohne mich als Wilhelm zu erkennen, boten sie mir gleich ihre Hilfe an. Dabei waren sie sehr einfach, aber immer freundlich. Sie hätten im Dorf zwar keinen Hufschmied, aber der Bauer Heinrich kenne sich aus. also liefen wir zu Fusse in den Ort, der Waldesruh genannt wurde.

Selbst im Ort erkannte mich keiner. Da das Beschlagen meines Rosses etwas länger dauerte und ich von meinem Tross getrennt war, bot man mir im Gasthaus ein warmes Mahl an, welches ich dankend annahm.

Von meiner Begleitung aus Berlin fehlte jede Spur, ob mein Wegbleiben schon aufgefallen war? Da es mittlerweile dunkel ward, entschied ich im Gasthaus zu übernachten, was auch kein Problem für den Wirt war.

Diese einfachen Leute hier machen einen freundlichen Eindruck und sind sehr hilfsbereit. Irgendwie ist mir der ganze Ort sehr sympatisch.

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