Auch in Waldesruh wird heute an den Mauerbau in Waldesruh erinnert, bedeutete doch auch hier der Tag des Mauerbaus 1961 einen Einschnitt in die Geschichte des Ortes. Zwar begann hier der Bau nicht gleich am 13. August, sondern erst eine Woche später wurde mit den Sicherungsarbeiten begonnen. Der Tagesbote sammelt die Erinnerungen von Zeitzeugen.

Der Ortsvorsteher Egon Schulze erinnert sich gegenüber dem Waldesruher Tagesboten„Mit meinen 17 Jahren war ich damals ein Jugendlicher, der ein Mädchen im Nachbarort hatte. Als dann die ersten Soldaten kamen, war es mit der Liebelei erst einmal vorbei. Durch die Grenze konnten wir uns nicht mehr sehen. Das die Pause aber 40 Jahre dauern sollte, daran haben wir zu der Zeit nicht gedacht. Trotzdem sind wir heute wieder ein glückliches Paar!“ 

Die sogenannte Mauer wurde von der DDR am 13. August 1961 als Antifaschistischer Schutzwall errichtet. In diesen Zeiten rollten etliche LKW mit Baumaterial durch den Ort. Den Waldesruhern wurde jeglicher Zutritt zu den Mauerbereichen untersagt und verboten.

„Wir haben uns mit der Mauer damals abgefunden. Wer diese Mauer damals überwinden wollte, wusste auf was er sich einließ. Ob die Mauer damals notwendig war, das kann ich nicht beurteilen. Darüber wird sich auch ständig die Meinung der Historiker ändern und die der Politiker sowieso,“ so Egon Schulze weiter. „Trotz der Trennung vieler Menschen und unserer Region hier hatte die Mauer aber auch ihre guten Seiten. Hier konnte sich ungestört eine Natur entwickeln, wie es sie heute kaum noch in Deutschland gibt. Schauen sie sich doch einfach hier um. Heute ist dieser Umstand eines der wichtigsten Standbeine in unserem Ort geworden. Der Nationalpark zieht immer mehr Besucher an.“

Die Geschichte des Mauerbaus in Waldesruh und das Leben mit der Mauer soll im derzeit entstehenden Waldesruher Mauermuseum dokumentiert werden. Glücklicherweise sind noch Stücke der ehemaligen Mauerbefestigung nach der politischen Wende erhalten geblieben.