Gedenken an den Mauerbau in Waldesruh

Auch in Waldesruh wird heute an den Mauerbau in Waldesruh erinnert, bedeutete doch auch hier der Tag des Mauerbaus 1961 einen Einschnitt in die Geschichte des Ortes.

Geschrieben von Edgar Ente

Dieser Beitrag wurde am 14.08.2023 aktualisiert.

Erstellt wurde er am 13.08.2014 .

Gedenken an den Mauerbau in Waldesruh

Auch in Waldesruh wird heute an den Mauerbau in Waldesruh erinnert, bedeutete doch auch hier der Tag des Mauerbaus 1961 einen Einschnitt in die Geschichte des Ortes.

Gedenken an den Mauerbau in Waldesruh - einst Mauer, heute Nationalpark

Zwar begann hier der Bau nicht gleich am 13. August, sondern erst eine Woche später wurde mit den Sicherungsarbeiten begonnen. Die Mauer in Waldesruh trennte hier den Ort von der Nachbargemeinde Wilhelmsbrunn ab. Was vorher über Jahrhunderte zusammenwachsen konnten, wurde schlagartig für 28 Jahre unterbunden. Der Tagesbote sammelt die Erinnerungen von Zeitzeugen.

Der Ortsvorsteher Egon Schulze erinnert sich gegenüber dem Waldesruher Tagesboten„Mit meinen 17 Jahren war ich damals ein Jugendlicher, der ein Mädchen im Nachbarort hatte. Als dann die ersten Soldaten kamen, war es mit der Liebelei erst einmal vorbei. Durch die Grenze konnten wir uns nicht mehr sehen. Das die Pause aber 40 Jahre dauern sollte, daran haben wir zu der Zeit nicht gedacht. Trotzdem sind wir heute wieder ein glückliches Paar!“ 

Die sogenannte Mauer wurde von der DDR am 13. August 1961 als Antifaschistischer Schutzwall errichtet. In diesen Zeiten rollten etliche LKW mit Baumaterial durch den Ort. Den Waldesruhern wurde jeglicher Zutritt zu den Mauerbereichen untersagt und verboten.

„Wir haben uns mit der Mauer damals abgefunden. Wer diese Mauer damals überwinden wollte, wusste auf was er sich einließ. Ob die Mauer damals notwendig war, das kann ich nicht beurteilen. Darüber wird sich auch ständig die Meinung der Historiker ändern und die der Politiker sowieso,“ so Egon Schulze weiter. „Trotz der Trennung vieler Menschen und unserer Region hier hatte die Mauer aber auch ihre guten Seiten. Hier konnte sich ungestört eine Natur entwickeln, wie es sie heute kaum noch in Deutschland gibt. Schauen sie sich doch einfach hier um. Heute ist dieser Umstand eines der wichtigsten Standbeine in unserem Ort geworden. Der Nationalpark zieht immer mehr Besucher an.“

Im Schatten der Mauer konnte Waldesruh seine Ursprünglichkeit im Ort und in der Natur bewahren. „So traurig die Trennung durch die Mauer war, die Mauer legte auch einen der Grundsteine für unsere heutige Entwicklung.“ so Egon Schulze weiter. Die Geschichte des Mauerbaus in Waldesruh und das Leben mit der Mauer soll im derzeit entstehenden Waldesruher Mauermuseum in Form von Zeitzeugenberichten und Fotografien hoffentlich für eine lange Zeit dokumentiert werden. Glücklicherweise sind noch Stücke der ehemaligen Mauerbefestigung nach der politischen Wende erhalten geblieben.

Waldesruh zeigt an diesem Tag neben den Daueraustellungen eine Sonderausstellung im DDR-Museum zum Thema „Mauerbau“. Der Nationalpark bietet geführte Exkursionen unter fachkundiger Leitung von Förster Grünrock entlang des ehemaligen Mauerstreifens an. Treffpunkt für alle Veranstaltungen ist das DDR-Museum unweit der Rukollamühle. Die Teilnahme ist kostenlos.

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