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Auch dem besten Jäger passiert einmal ein Mißgeschick. Förster Grünrock hat ein Wildschwein verfehlt und es durch einen Streifschutz angeschossen. So ein Fehltreffer kann zwar passieren, jedoch sollte schon im Interesse des angeschossenen Tieres sofort eine Nachsuche erfolgen und das Tier von seinen Qualen erlöst werden.

So schnappte sich Förster Grünrock seinen Jagdhund Bodo und besichtigte die Anschussstelle, wo er auch ein paar Tropfen Schweiss (so nennt der Jäger das Blut) fand. Bodo wusste natürlich sofort, was er zu tun hatte und lief los – die Nase immer schnüffelnd am Boden. Zielstrebig ging es über Stock und Stein, durch Pützen und kleine Rinnsale quer durch den Wald in Richtung des Ortes Waldesruh.

Förster Grünrock wurde immer unruhiger, je näher er mit seinem Hund dem Ort kam. Mit einem angeschossenen Wildschwein ist nicht zu spaßen! Schliesslich kamen sie am Schulgarten der kleinen Ortsschule an und staunten nicht schlecht: Da stand ein putzmunteres Wildschwein mitten im Möhrenfeld und lies sich die Karotten schmecken. Von einer Verwundung nicht die Spur. Der Förster nahm sein Fernglas zu Hilfe. Hatte Bodo das falsche Schwein verfolgt?

Nein, der Förster erkannte eindeutig den Streifschuss. Aber dieser war wohl nicht ganz so schlimm wie angenommen. Nun – auf keinen Fall durfte der Förster im Bereich des Ortes schiessen. Also hatte das Wildschwein wohl erst einmal noch Glück gehabt. Schade nur um die Arbeit der Kinder, die das Möhrenbeet so vorbildlich bestellt hatten. Also schickte der Förster seinen Bodo in den Schulgarten, um das Schwein heraus zu treiben. Dies gelang auch ohne grosse Schwierigkeiten. Das Wildschwein kam erst einmal davon, der Förster lachte in sich hinein und schwor sich, beim nächsten Mal besser zu zielen.