Förster Grünrock erzählt: Warum stehen Jagdkanzeln im Nationalpark?

„Warum stehen Jagdkanzeln im Nationalpark?“ Diese Frage stellte das interessierte Wandererehepaar Liselotte und Ernst-August M. dem gerade vorbeiradelnden Förster Grünrock„Hier im Nationalpark dürfen doch keine Tiere geschossen werden!“

Diese kleine Pause nutzt Förster Grünrock wieder einmal bereitwillig um den Urlaubern etwas Umweltbildung zu verschaffen. „Der Nationalpark teilt sich in verschiedene Bereiche auf. Hier direkt um das Nationalparkhaus herum besteht eine Besucherzone. Das bedeutet, daß die Besucher und Wanderer hier innerhalb der Wege und Leiteinrichtungen das Gelände frei nutzen dürfen.  

In den Randbereichen des Nationalparkgebietes bestehen Pflege- und Entwicklungszonen. In diesen Zonen dürfen Pflegearbeiten der Forstwirtschaft durchgeführt werden. Diese sollen aber dem Schutzzweck des Nationalparkgebietes entsprechen und diesen fördern. Hier bei uns also die Erhaltung und Schaffung eines natürlichen Mischwaldbestandes.

In diesen Randbereichen ist auch die Jagdbewirtschaftung durch Angehörige des Nationalparkamtes vorgesehen. Diese ist notwendig, um Wildschäden durch eine zu hohe Wilddichte zu vermeiden. Auch wenn die Wildschweine aus dem Wald die Felder von Bauer Raffke verwüsten, müssen wir als Nationalpark für diese Schäden aufkommen. Aus diesem Grund haben wir in den Randbereichen die Jagdkanzeln aufgebaut.“

„Jaja, die Jäger“ fällt Ernst-August dem Förster ins Wort. „Immer nur schießen wollen. Auch im Naturschutzgebiet stehen ja Kanzeln. Wird da auch geschossen?“ Förster Grünrock schmunzelt, schließlich kennt er viele der Vorurteile gegenüber den Jägern. „Nein, das Naturschutzgebiet, das ist bei uns die Kernzone des Nationalparkes. Dieses Gebiet darf gar nicht ausserhalb der Wege betreten werden. Hier soll die Natur ganz sich selbst überlassen sein. Aber damit Besucher und Wanderer auch einen Einblick in diese Geschehnisse unseres Waldes bekommen, haben wir teilweise Jagdkanzeln, aber auch Aussichtstürme und -plattformen im Gebiet aufgestellt.

So können sie sich zum Bespiel direkt an einer Wildschweinsuhle auf eine solche Jagdkanzel setzen und das Schwarzwild bei seiner Körperpflege beobachten. Im Gegensatz zu einer richtigen Jagdkanzel ist das Besteigen, der Jäger sagt dazu „aufbaumen“, erlaubt und auch erwünscht. An jedem unserer Aussichtspunkte gibt auch darüber ein kleines Schild Auskunft.“

„Also wird da gar nicht geschossen?“ will es nun Liselotte noch einmal genau wissen. „Nein,“ lacht der Förster „da darf höchstens mit einer Fotokamera geschossen werden, aber nur Fotos!“ 

Ernst-August klopft lachend dem Förster auf die Schulter, beide verabschieden sich und wandern weiter in Richtung Waldesruh. Förster Grünrock schwingt sich vergnügt auf sein Fahrrad und macht sich auf den Weg zu seinen Arbeitern.

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