Förster Grünrock erzählt: von überwinternden Kröten

Förster Grünrock will gerade kurz bei den Eltern unseres Kevins zu Besuch hinein schauen. Eigentlich wollte er fragen, ob Kevin sich nicht einmal sein Moped anschauen könne. Schließlich steht der Winter vor der Tür und man weiß ja nie.

Plötzlich tönt ihm ein Gekreisch entgegen: „Kevin, tu sofort dieses ekelhafte schleimige Viech weg! Mach das tot, das ist so wiiiiderlich!“ Anscheinend kam der Förster gerade rechtzeitig, weil Kevin gerade zu Besuch bei seinen Eltern war. Jedoch Kevins Mutter würde nie so schreien?

In diesem Moment kam dem Förster Jakkeline mit fliegenden Haaren entgegen: „Ich wollte gerade ein paar Gläser Eingewecktes für uns beide nach oben holen. Da schaut mich zwischen den Gläsern dieses ekelhafte schleimige Etwas mit den großen Glupschaugen an. Widerlich! Ich bekomme Ausschlag!“

Förster Grünrock denkt sich seinen Teil, schließlich ist Jakkeline ja in Waldesruh als zart besaitet bekannt. Mittlerweile sind die Eltern von Kevin und ihre Nachbarn auf die Straße gekommen. Auch Kevin kommt aus dem Keller hinaufgestiegen. In seiner Hand hält er eine große braune Erdkröte. „Nimm sie weg, nimm sie weg!“ schreit Jakkeline schon wieder.

Die anderen Anwesenden können sich ihr Lachen nicht verkneifen. Nur Kevin schaut etwas ratlos. Was soll er machen? Schnell reagiert Förster Grünrock und nimmt ihm die Kröte aus der Hand.

„Jetzt ist die Zeit, wo die Frösche und Kröten sich ein frostgeschütztes Winterquartier suchen. Das können Erdlöcher, Höhlen oder Felsspalten sein. Im Umfeld des Menschen gehen sie auch gern in Scheunen oder auch in den Keller. Hier können sie geschützt überwintern.“ erzählt der Förster den Umstehenden. „Schaut euch nur diese schönen Augen an. Wunderhübsch!“

„Aber die Haut ist warzig und schleimig!“ wirft Jakkeline ein. „Ja, das ist sie,“ antwortet der Förster „aber wir sollten uns durch solche äußeren Dinge nicht täuschen lassen. Frösche und Kröten sind nicht schädlich, sondern nur nützlich. Sie vertilgen Insekten und Würmer ohne Ende und schützen so unsere Pflanzen im Garten und im Feld. Und unsere Amphibien sind alle durch unsere intensive Landwirtschaft und den Lebensraumverlust bedroht. Wir sollten ihnen helfen, dazu brauchen wir sie ja nicht anzufassen.“

Der Förster erklärt den Waldesruhern, was sie tun können, um die Tieren über den Winter zu helfen. Es sei gar nicht schlimm, wenn sie in der kalten Jahreszeit im Keller oder der Scheune Unterschlupf suchen. Sie sollten nur im Frühjahr wieder eine Möglichkeit haben, um in die freie Natur zu gelangen.

„Man kann im Garten auch Stein- und Reisighaufen aufschichten. Zusammen mit dem heruntergefallenen Laub der Bäume, welches dann um den Haufen gegeben wird. Dort können sich dann die Tiere über den Winter verkriechen. Mehr braucht man nicht zu machen. Außer die Tiere in Ruhe zu lassen.“

So richtig überzeugt ist Jakkeline aber nicht: „Ich gehe hier nicht in den Keller solange dieses Viech hier ist!“ Der Förster lacht: „Keine Angst, ich nehme dieses hübsche Tier mit zu mir in die Scheune. Und in den Keller würde ich dann an deiner Stelle nur in Begleitung von Kevin gehen.“ 

Der Förster verabschiedet sich, die Nachbarn kehren lachend zurück in ihre Wohnungen und Kevins Mutter seufzt nur: „Komm Vaddern, lass uns das Eingeweckte aus dem Keller holen.“

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