Letzte Aktualisierung am 23. Januar 2020

Förster Grünrock ist heute wieder mit den Kindern aus Waldesruh im Wald unterwegs. Heute will er die Nester der Greifvögel zählen. Forschtrat Tobi weiss, warum er die Zählung um diese Jahreszeit durchführt:  „Jetzt im Winter sind die Laubbäume noch unbelaubt und man kann die Nester, die übrigens bei den Greifvögeln Horste genannt werden, viel besser sehen.“

Förster Grünrock erzählt: Von Greifvogelhorsten in hohen Baumwipfeln

Gerade Greifvögel nisten in hohen Baumwipfeln, aber auch auf Felsen, weiss der Förster zu berichten. Als Könige der Lüfte brauchen sie genügend Anflugraum und zudem ist die Sicht auf das Umfeld hier viel besser, als wenn sie versteckt in Büschen oder am Boden brüten würden.

Der Förster markiert jeden gefundenen Horstbaum mit einem Klecks Farbe aus der Farbdose, damit auch im Rest des Jahres ein Horstbaum erkannt werden kann. Schliesslich sollen während der Brut- und Aufzuchtzeit der Jungen die Vögel nicht gestört werden. „Für einige Arten existieren sogar Horstschutzzonen, in denen zur Brutzeit keine forstlichen Arbeiten durchgeführt werden dürfen.“

Welche Art von Greifvogel gerade im Horst nistet, kann auch der Förster nicht ohne weiteres bei einem neu gefundenen Horst sagen. Deshalb wird er immer mal wieder im Laufe des Jahres vorbeischauen, ob er die Bewohner antreffen kann.

Und der Förster hat noch einen Tipp für die Kinder: „In der Nähe von Horsten speien die Greifvögel gern Gewölle aus, das sind unverdaute Nahrungsbestandteile. Diese kleinen Häufchen findet man dann am Boden. So kann man evtl. auch im Sommer Horststandorte finden. Zumindestens kann man aber untersuchen, was der jeweilige Vogel in letzter Zeit gefressen hat.“ Aufgrund der Form und Grösse der Gewölle kann man auch die Art des Vogels feststellen.

Die Kinder haben zusammen mit dem Förster während der Exkursion eine Karte angefertigt, auf denen sie alle gefundenen Standorte mit einem Kreuz markieren. Dieses Jahr haben sie neunzehn Horste mehr gefunden als im letzten Jahr. Das ist ein Zeichen, dass die Greifvögel hier ideale Lebensbedingen und genügend Nahrung finden.

Diese Standorte werden die Kinder nun in regelmässigen Abständen aufsuchen und ihre Beobachtungen dokumentieren. Und Forschtrat Tobi hat sogar schon ein Projekt für seinen Biologieunterricht.