Förster Grünrock erzählt: von Fledermäusen

Im Wald kommt Förster Grünrock fast hysterisch Susi Bendig entgegen. Ihr auf den Fersen ist der Forschtrat Tobi„Susi hat Fledermäuse im Haar und jetzt ist sie ganz panisch!“

Atemlos halten beide vor dem Förster an. Susi wedelt mit den Armen, kreischt und fährt sich immer wieder in die Haare. „Was ist denn los?“ möchte der Förster wissen.

Stammelnd erzählt Tobi davon, daß er Susi in der Drachenglashöhle einige Fledermäuse zeigen wollte. Doch irgendwie haben die beiden die Tiere aufgeschreckt und die Flattertiere sind dann über ihre Köpfe in das Freie geflogen. Da habe Susi die Panik bekommen und dachte, die Flugtiere verfangen sich in ihren Haaren.

Der Förster kann sich ein Lachen nur knapp verkneifen. „Jetzt mal ganz ruhig Mädchen! Es ist überhaupt nichts in deinen Haaren. Daß die Fledermäuse sich in den Haaren verfangen, ist doch nur ein großer Aberglaube.“ Langsam beruhigt Susi sich wieder und auch ihre Gesichtsfarbe wird wieder normal.

„Kommt Kinder, wir setzen uns erst einmal hier auf den Baumstamm. Wisst ihr, Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Ihre Hauptnahrung sind Insekten und nicht etwa Blut, wie ihr es aus den Drakulafilmen gehört habt.“

Gerade jetzt im Herbst haben die Fledermäuse ihre Balzzeit und die Männchen paaren sich mit den Weibchen. „Dabei kann man die Tiere am Abend oftmals auch im Garten oder vom Balkon aus beobachten“ erklärt der Förster den beiden. „Ist deren Balz zu Ende, wird es auch langsam Zeit, daß diese Tiere sich einen geeigneten Unterschlupf für den Winter suchen.“

Empfindliche Arten verbringen den Winter gern in Höhlen und in Bergwerksstollen, so auch in der Drachenglashöhle. Diese Höhlen haben eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

„Andere Arten suchen Felsspalten auf, oder alte Baumhöhlen. Auch in den Ritzen an Gebäuden sind sie zu finden.“ weiß der Förster zu berichten. Winterschlafende Fledermäuse dürfen nicht gestört werden. „Jede auch noch so kurze Störung lässt die Tiere aufwachen. Das verbraucht enorme Mengen ihres Körperfettes, welches sie sich eigens für den Winterschlaf zugelegt haben. Damit besteht die Gefahr, dass sie den Frühling nicht erleben.“

„Unsere Natur wäre ohne Fledermäuse viel ärmer und auch viel langweiliger,“ erzählt der Förster weiter. Diese Insektenfresser seien sehr nützlich für die Bauern und halten auch den Urlaubern die Mücken vom Leibe. „Blut saugen oder gar ganze Menschen aussaugen, das schaffen diese kleinen Tiere gar nicht!“

„Wenn ihr einmal Fledermäuse von ganz nah sehen wollt, kommt doch heute abend zu mir. ich habe eine verletzte Fledermaus bei mir in der Scheune zur Pflege, die hat sich den Flügel gebrochen und wird nun von mir gesund gepflegt.“ Susi nickt ganz schüchtern: „Gut, die kann dann ja nicht fliegen. Ich würde gern so ein Tier einmal streicheln, wenn das möglich ist.“

„Sicher kannst du das, die Fledermaus beißt auch nicht. Ich freue mich auf euch heute abend.“ Zum Abschied streift der Förster den beiden Kindern über den Kopf. Das er dabei etwas Fledermauskot von Susis Kopf putzt, verschweigt er lieber.

Edgar Ente ist ein Kind aus Waldesruh. Er interessiert sich sehr für die Natur und die Entwicklung seiner Heimat. Als Reporter hat er großen Anteil daran, dass der Ort Waldesruh quasi von der Öffentlichkeit „wieder entdeckt“ wurde und berichtet vornehmlich vom Leben aus diesem Ort.

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